Immer wieder werden Verkäuferinnen und Verkäufer auf Kleinanzeigen-Plattformen Opfer von professionell organisierten Betrugsmaschen. Das Polizeipräsidium Konstanz berichtet von zahlreichen Fällen, in denen Kriminelle die Zahlungsabwicklung manipulieren und so Zugriff auf Bankkonten erlangen.
„Wir bearbeiten regelmäßig Betrugsdelikte, bei denen Verkäufer über Kleinanzeigen-Portale mit angeblich sicheren Bezahlsystemen getäuscht werden“, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz.
Fake-Mail verspricht „sichere Bezahlabwicklung“
In den bekannten Fällen erhalten Betroffene eine E-Mail, die scheinbar von der jeweiligen Verkaufsplattform stammt. Darin wird eine „sichere Bezahlabwicklung“ angekündigt – häufig kombiniert mit Zeitdruck oder dem Hinweis, eine Auszahlung sei nur noch von einer kurzen Bestätigung abhängig.
Die Nachricht enthält einen Link, über den Verkäufer aufgefordert werden, ihre Bankverbindung inklusive TANs einzugeben, um die Daten zu „verifizieren“. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Betrugsseite.
Täter greifen Konten ab – teils über „Testüberweisungen“
Nach Eingabe der Daten verschaffen sich die Täter Zugriff auf das Online-Banking der Opfer und führen Überweisungen durch. In manchen Fällen werden Verkäufer zusätzlich zu sogenannten „Testüberweisungen“ gedrängt – angeblich zur Überprüfung der Transaktion.
„Spätestens wenn Bankdaten oder TANs verlangt werden, handelt es sich nicht um eine seriöse Abwicklung, sondern um Betrug“, betont der Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz.
Opfer sollen Krypto-Wallets oder Konten im Ausland eröffnen
Besonders perfide: Teilweise werden Betroffene im weiteren Verlauf dazu überredet, Krypto-Wallets anzulegen oder über Video-Ident-Verfahren Bankkonten bei ausländischen Anbietern zu eröffnen. Damit verschleiern die Täter ihre Identität und lenken Geldflüsse über schwer nachverfolgbare Wege.
Polizei gibt konkrete Tipps zum Schutz
Die Polizei rät, bei Online-Verkäufen – auch über Social Media – besonders vorsichtig zu sein. Folgende Hinweise können helfen:
- Persönliche Übergabe bevorzugen: Am sichersten bleibt die Bezahlung bei Übergabe der Ware.
- Misstrauisch bei Zahlungsangeboten per E-Mail: „Sichere Zahlungsmethoden“ per Mail sind häufig gefälscht.
- Keine Bankdaten und TANs weitergeben: Zugangsdaten gehören niemals in Chats, Mails oder Formulare.
- Plattform-Zahlungssysteme nutzen: Nur geprüfte Dienste innerhalb der Plattform verwenden, keine Wechsel auf externe Kanäle.
- Keinen Gerätezugriff zulassen: Keine Fernwartungssoftware installieren, keinen Zugriff auf Handy/PC erlauben.
- Kontakt bei Zweifeln abbrechen: Bei Unsicherheiten sofort stoppen und den Vorfall melden.
Weitere Infos zur Prävention
Zusätzliche Warnhinweise, Informationen zu Social Engineering und Präventionsangebote finden Betroffene auf der Website der polizeilichen Kriminalprävention unter www.polizei-beratung.de.
Die Polizei bittet zudem darum, entsprechende Warnungen im persönlichen Umfeld zu teilen, damit möglichst viele Menschen frühzeitig sensibilisiert werden.



