Katholische Kirchengemeinde feiert Rudi Schäfer

40 Jahre im Dienst der Schramberger Kirchenmusik

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Kirchenmusik in Schramberg ist vielseitig durch den Kirchenchor, die Gregorianik-, Frauen-, Jugend- und Kinderschola, dazu noch das Vocalensemble. Alles undenkbar ohne Kirchenmusikdirektor Rudi Schäfer! Seit 40 Jahren bereichert er nun schon die Gottesdienste in den Schramberger Pfarrkirchen. Dafür würdigte ihn die Kirchengemeinde im Gottesdienst zum Fest der Erscheinung des Herrn am vergangenen Sonntag und anschließend  bei einem Empfang im Marienheim.

Schramberg. Geboren in Seitingen wuchs der Jubilar in Trossingen auf. Dort nahm er schon früh eine aktive Rolle in der Kirche als Ministrant ein. Auch seine musikalische Karriere begann hier an der Orgel. Der Trossinger Kirchenchorleiter erkannte sein Talent früh und so tauschte Schäfer seinen Kindheitswunsch Chemie zu studieren mit dem Studium der Kirchenmusik an der Hochschule in Rottenburg.

Dort konzentrierte er sich auf das Orgel- und Klavierspielen, aber auch dem Kontrabass und der Posaune war er nicht abgeneigt. Ein weiterer Schwerpunkt bildete das Dirigieren, das er noch heute mit zahlreichen Chören und zu Festtagen auch mit Orchestern praktiziert.

Rudi Schäfer mit der Gregorianik-Schola im Gottesdienst.

Start in Schramberg

Nach Schramberg kam Rudi Schäfer während seines letzten Semesters, als zufällig die Stelle des Kirchenmusikers frei geworden war. Ein Unbekannter war er hier nicht, kam doch sein Vater aus Schramberg, was ihn letztlich zur Bewerbung bewog. Nach einer Vorstellung in Schramberg erhielt er die Stelle wenige Tage später durch den damaligen Pfarrer Rudolf Kopp.

Gleichzeitig beendete er noch sein Studium, absolvierte als Kriegsdienstverweigerer den Zivildienst in einer Pflegestation. Am Wochenende hielt er Chorproben und spielte Orgel in den Gottesdiensten. Ruhiger wurde es für Rudi Schäfer jedoch nicht, da mit der Zeit weitere Chorgruppen neben den Kirchenchor traten. Außerdem ist er als Sachverständiger für die beiden Orgeln in der Kirchengemeinde zuständig und erkennt anhand von Fotos auch etliche weitere in der Diözese und darüber hinaus.

Privates Glück

In Schramberg fand er auch sein privates Glück und lernte durch seine Tätigkeit als Kirchenmusiker die gebürtige Schrambergerin Agnes Kuhner kennen und lieben.

Das Paar hat zwei erwachsene Kinder: Johanna absolviert ihr Grundschulreferendariat in Seedorf. Benedikt tritt mit dem Cellostudium in Regensburg in die Fußstapfen des Vaters. In den Gottesdiensten ist oft die ganze Familie musikalisch aktiv.

Laudatio in der Kirche

Als Vertreter der Diözese Rottenburg-Stuttgart besuchte Diözesanmusikdirektor Walter Hirt den Festgottesdienst Er würdigte den Jubilar in einer Laudatio nach der Predigt von Dekan Rüdiger Kocholl. Diese begann Hirt treffend mit dem Zitat „Wer Großes leisten will, muss lange an einem Ort bleiben“, was bei einer 40-jährigen Dienstzeit mehr als zutreffend ist.

Während seiner Dienstzeit habe sich Rudi Schäfer „nie auf seinen Lorbeeren ausgeruht“, weshalb die Diözese ihn bereits vor dem Erreichen des Schwabenalters wegen seines „unermüdlichen Fleißes“ zum Kirchenmusikdirektor ernannte. Das ist fast eine „Kirchenmusikalische Seligsprechung“, wie Walter Hirt betonte. Anschließend erhielt er zu seinem Dienstjubiläum eine Urkunde der Stiftung Kirchenmusik der Diözese und die Ehrennadel durch Dekan Kocholl angesteckt.

Die Ehrennadel für Rudi Schäfer.

Der Gottesdienst zu Ehren von Rudi Schäfer war so gut besucht, dass die Hostien bei der Kommunion nicht für die gesamte Kirchengemeinde reichten, wofür sich Dekan Kocholl in aller Form entschuldigte. Dies sei ihm bisher nur bei einem Weihnachtshochamt in seiner Vikarszeit in Waiblingen widerfahren.

Auszug.

Festle im Marienheim

Nach dem gelungenen Gottesdienst ging es für die Festgemeinde über die Hauptstraße in das naheliegende Marienheim, wo neben einigen kleinen Beiträgen der verschiedenen Chöre ein Buffet wartete. Mathias Kunst, Vorsitzender der Stiftung Kirchenmusik Schramberg, begrüßte die Anwesenden humorvoll und suchte zunächst den Jubilar in der Menge, „damit wir schnell zum Essen kommen!“

Große Festgemeinde im Marienheim.

Zuvor hatte die „Gregorianik ein paar Nettigkeiten vorbereitet“ und ließ Rudi Schäfer in einer Lostrommel Geschenknummern ziehen. Unter den Preisen befand sich unter anderem „eine Kreuzfahrt mit den größten Pfeifen“, „Schwimmen mit Delphinen in der Karibik oder alternativ im Lauterbacher Sammelweiher“, Schweißbänder, eine Playstation mit allerlei Ballerspielen und viele weitere humorvolle Geschenkideen.

Am Ende bedankte sich die Gregorianikschola dann doch mit einem „Geschenkkorb mit dem besten aus unseren Klöstern“.

Gregorianik sagt Danke.

Die Frauenschola hatte „nicht so viel vorbereitet“, setzte aber auf ihre Spontaneität. Auch sie dankten dem Jubilar für die Geduld und Souveränität, die er in die Proben mitgebracht habe. Am Ende scherzten sie, dass sie sich „ebenso wie die Männer auf weitere 40 Jahre“ freuen.

Magen knurren

Mathias Kunst machte unterdessen Druck, weil sein „Magen knurrt“ und bat das Vocalensemble auf die Bühne. Von den 40 Dienstjahren habe Rudi Schäfer „37 Jahre auch uns gewidmet“, wie Arnhold Budick betonte.

Durch das Junghans-Musical habe man gemerkt, dass Rudi Schäfer in Schramberg verwurzelt ist sowohl beruflich wie persönlich. Als Geschenk überreichte Budick „etwas zur Entspannung für Dich und Deine Frau“.

Als nächstes betrat der Kirchenchor die Bühne, der eines Großteil des Raumes ausmachte, wie Christine Knecht zu Beginn scherzte. „Was Du stimmlich aus den Leuten rausholst, ist unglaublich“, lobte sie den Kirchenmusikdirektor. Mit einer umgedichteten Version von „Das Wandern ist des Müllers Lust“ ehrte der Chor seinen Leiter in mehreren Strophen. Zum Dank gab es eine Flasche Wein und einen Gutschein für die Stuttgart-Konzerte.

Schalten und Walten

Zum Schluss schloss sich Rudi Schäfer selbst den Dankesworten an. „Danke, dass ich hier sein kann“, begann der Kirchenmusikdirektor Er habe stets ein gutes Verhältnis zu den Pfarrern gehabt, die ihn „schalten und walten ließen“.

Er bedankte sich auch bei allen seinen Förderern und Lehrern sowie bei seiner Familie, die ihm die Ausübung seines Berufes möglich machten. Ganz besonders galt sein Dank dem lieben Gott, der ihn durch seinen Beruf „die ganzen 40 Jahre mit großer Dankbarkeit“ erfüllt hat.

Nach diesen Worten eröffnete Mathias Kunst das Buffet, was Dekan Kocholl mit lauten „Ja“-Rufen feierte. Die Festgemeinde ließ den Mittag bei gemeinsamen Gesprächen ausklingen.

Das Beste zum Schluss.
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