Axel Stöcker: Bewusstsein und andere Welträtsel

Lesung und Vortrag im Schramberger Schloss

Für NRWZ.de+ Abonnenten: 

„Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an, interessant zu werden, wo sie aufhört.“ Dieses Zitat des Chemikers Justus von Liebig hat Axel Stöcker seinem Nachmittag im Schloss vorangestellt. Auf Einladung von Podium Kunst hatte der in Schramberg aufgewachsene Wissenschaftsjournalist und Blogger eine Mischung aus Lesung, Vortrag und Musik vorbereitet.

Schramberg. Der Vorsitzende von Podium Kunst Lars Bornschein, erläuterte, Ziel von Podium Kunst sei ganz allgemein, das kulturelle Leben in der Stadt zu fördern. Stöcker habe einen „sehr beachtlichen Roman“ geschrieben. Podium Kunst ermögliche ihm, dieses Erstlingswerk und seine Gedanken vorzustellen.

Lars Bornchein stellte Axel Stöcker vor. Foto: him

Stöcker berichtete von seinem Blog „Die großen Fragen“ und seinem YouTube-Kanal zoomposium. Darin beschäftige er sich mit Philosophie und Wissenschaft, mit Fragen nach dem Bewusstsein und Geist. Für den YouTube Kanal hat er bereits etliche andere Wissenschaftler interviewt, beispielsweise Wolf Singer zur Frage: „Kann das Gehirn das Gehirn verstehen?“

Nun habe er einen Roman veröffentlicht. „Mein Herz hing immer schon am Schreiben.“  Angefangen habe er 2020, im vergangenen Jahr habe er dann „Balduins Welträtsel“ abgeschlossen und seither ist das Buch bei Amazon erhältlich.

Da der Titelheld am Ende des Buchs ein Lied schreibt, habe er dieses dann eben auch geschrieben und mit Studiomusikern vertont.

So führte Stöcker die gut 30 Besucherinnen und Besucher an diesem Sonntagnachmittag im Schloss durch die Welt der Philosophie und der Neurologie, las dazu Passagen aus seinem Roman und präsentierte schließlich seinen Song „Lost in Love“

Welträtsel versus Entzauberung der Welt

Der Begriff des Welträtsels sei Ende des 19. Jahrhunderts populär geworden. Der Physiologe Emil Heinrich Du Bois-Reymond habe damals sieben Welträtsel formuliert, etwa die Frage, wie Empfindungen entstehen oder die Willensfreiheit.

Demgegenüber stehe die „Entzauberung der Welt“, die Vorstellung der Aufklärung, alles sei naturwissenschaftlich berechenbar. Der berühmte Physiker Stephen Hawking habe die Philosophie für tot erklärt. Die letzten Fragen kläre die Physik. Andere widersprachen ihm und versicherten, es gibt immer noch solche ungelösten Welträtsel.

So habe vor 20 Jahren die Zeitschrift Science eine Liste mit den 125 wichtigsten Fragen der Wissenschaft aufgestellt. Die zweite Frage habe gelautet: „Was ist die biologische Grundlage des Bewusstseins?“ Stöcker: „Und diese Frage ist bis heute trotz aller Hirnscans nicht geklärt.“

Ein interessiertes Publikum im Schloss. Foto: him

Das noch größere Rätsel ist die Liebe

In seinem Roman geht es um dieses Thema. Der Held versucht mit anderen, in einem Experiment der Lösung näher zu kommen. Parallel entwickelt sich eine Liebesgeschichte. „Ich habe also so etwas wie eine Wissenschaftsromanze geschrieben“, meint Stöcker. Immer wieder bezieht er sich im Roman auf Wissenschaftler, die sich mit diesem Welträtsel Bewusstsein befassen.

Die Roman-Figuren diskutieren mit einander, machen Versuche, beraten über Definitionen. Und daneben  entfaltet sich  die uralte Geschichte und die Frage: „Kriegen sich die beiden am Ende?“  Das hat Stöcker natürlich nicht verraten und das tun wir hier auch nicht. Nur so viel: Sein Held Balduin wollte das Rätsel des Bewusstseins lösen – „und stieß auf ein noch größeres: die Liebe.“

In einer kurzen Fragerunde ging es um den freien Willen. Stöcker meint, wie empfänden uns als frei, aber den absoluten freien Willen gebe es nicht. Experimentell sei er nicht nachweisbar. Aber: „Mein Herz sagt ja, ich bin Romantiker.“

Die Zuhörerschar dankte Stöcker mit freundlichem Beifall für einen anregenden Nachmittag.

Hier  ein Video zum Vortrag, Buch und Song.

image_pdfPDF öffnenimage_printArtikel ausdrucken
Pressemitteilung (pm)
Zur Information: Mit "Pressemitteilung" gekennzeichnete Artikel sind meist 1:1 übernommene, uns zugesandte Beiträge. Sie entsprechen nicht unbedingt redaktionellen Standards in Bezug auf Unabhängigkeit, sondern können gegebenenfalls eine Position einseitig einnehmen. Dennoch informieren die Beiträge über einen Sachverhalt. Andernfalls würden wir sie nicht veröffentlichen.

Pressemitteilungen werden uns zumeist von Personen und Institutionen zugesandt, die Wert darauf legen, dass über den Sachverhalt berichtet wird, den die Artikel zum Gegenstand haben.