Es ist entschieden: Ferienzauber-Zusatzkonzert mit „Papi’s Pumpels“ am Donnerstag

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Eigentlich sollte er am morgigen Sonntag enden, der Ferienzauber 2021 in Rottweil. Doch nachdem das Land Baden-Württemberg angekündigt hat, die Corona-Verordnung noch auf Montag umzuschreiben – und große Kulturveranstaltungen zu ermöglichen – ist das Veranstalterteam elektrisiert. Am Freitagabend wurde bekannt: Man will in die Verlängerung gehen und plant ein Konzert am kommenden Donnerstag. Mit der Schlager-Party-Band „Papi’s Pumpels“.

Update: Wie der Veranstalter nun bereits am Samstagabend der NRWZ mitgeteilt hat, wird es das Konzert mit „Papi’s Pumpels“ (mehr dazu unten) geben. Um 17 Uhr beginnt es mit einem Warm-up. DJ Deluxe wird auflegen. Und um 19 Uhr startet dann das eigentliche Konzert. Eintritt: 10 Euro – alles Abendkasse, kein Vorverkauf. Der Zugang gemäß den 3G-Regeln – getestet, geimpft, genesen. „Wenn möglich, sollten die Leute bereits mit Test kommen, wenn der benötigt wird“, so Veranstalter Mike Wutta. Das vermeide Wartezeiten.

Unser ursprünglicher Bericht: 9000 Menschen haben bis vergangenen Donnerstag den Ferienzauber Rottweil 2021 besucht. Am gestrigen Abend dürften weitere 1500 hinzugekommen sein. Der Erfolg ist da: Die Menschen wollen in der lauschigen Atmosphäre unter dem Wasserturm zusammensitzen und bei Gelegenheit auch ein wenig feiern. Einzelne Bands haben es schon geschafft, einige Leute zum Tanzen zu bringen. Ohne Maske. Denn auf dem Biergartengelände des Ferienzaubers befinden sich nur Menschen, die den 3G-Regeln entsprechen: Sie sind entweder getestet oder geimpft oder genesen. So bekommt man Corona in den Griff, so scheint’s. Das Gesundheitsamt und der Oberbürgermeister bestätigen: Es sind keine Infektionsfälle bekannt, die mit dem Ferienzauber in Verbindung stehen.

Die Veranstalter von MuM-Verein und Trendfactory hatten den Ferienzauber 2021 als großen Biergarten mit beigestellter Bühne geplant. Die Musiker, als Künstler des Tages angekündigt, hatten Akustikgruppen formiert – die dann doch ein wenig Konzertatmosphäre schaffen sollten und wollten, und daran mit ihren kleinen Sets meist ohne Bass und komplettes Schlagzeug mal mehr, mal weniger scheiterten. Auf diese Weise aber entsprach die Veranstaltung auch in diesem zweiten Jahr der Coronapandemie den Bestimmungen. 1500 Menschen konnten so, am Einlass auf 3G kontrolliert, aufs wunderbar gestaltete Gelände, und sich dort einigermaßen ungehindert bewegen. Maskenpflicht nur auf den Wegen und an den Verkaufsständen.

Jetzt heißt es seitens der Landesregierung, dass man wieder Kultur ermöglichen wolle. Und zwar kurzfristig. Wörtlich teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit: „Für Stadien und Kulturveranstaltungen im Freien (Festivals und ähnliche) soll gelten, dass sie bis zu einer Personenzahl von 5000 unter Vollauslastung öffnen dürfen.“ Das würde für den Ferienzauber passen, dachten die Veranstalter offenbar.

Wie die NRWZ erfuhr, glühten ab Freitag gewissermaßen die Telefondrähte. Der Oberbürgermeister ist um seine Meinung gebeten worden, der zuständige Fachbereichsleiter soll aus dem Urlaub heraus Zustimmung signalisiert haben. Das Dach, das zu mieten und aufzustellen viele tausend Euro kostet, soll noch für ein paar Tage stehen bleiben, das wurde mit dem Verleiher geklärt. Und die Band ist spielbereit, ihr Tontechniker ohnehin ein Stammgast beim Ferienzauber, auch auf die Gage hat man sich dem Vernehmen nach schon geeinigt.

Es handelt sich um „Papi’s Pumpels“. Die Kapelle begeistert ihr Publikum mit deutschem Schlager und sorgt bei Jung und Alt für fröhliche Stimmung. Die Leute um Rainer „Papi“ Vollmer sind zudem selbst als Band Stammgäste auf dem Ferienzauber. Zuletzt sind auch ihre Konzerte abgesagt oder verschoben worden. Und sie verloren ihren Gitarristen.

Nun wollen – überraschenderweise, denn bis eben herrschte doch, wie manche glauben, noch „Coronadiktatur“ und waren Veranstaltungen verboten – die Pumpels wieder eine Reise durch die quietschbunte Schlagerwelt der 70er-Jahre unternehmen „Wir entführen euch nach Mendocino oder schippern euch auf der Santa Maria nach Honolulu. Dort trefft ihr Alice und Joana. Über sieben Brücken gelangt ihr von dort aus vermutlich niemals nach New York, aber Wunder gibt es ja immer wieder“, sagen die Pumpels über ihr Repertoire.

Am kommenden Donnerstag soll das kostenpflichtige Konzert am Wasserturm stattfinden. Wenn die Corona-Verordnung, die die Landesregierung noch an diesem Wochenende notverkünden will, das zulässt. Veranstalter Reiner „Archie“ Armleder legte sich schon fest: „Wenn nur ein bestuhltes Konzert mit sitzenden Zuschauern erlaubt sein sollte, dann lassen wir’s.“ Andernfalls aber darf gefeiert werden. Die Entscheidung soll spätestens am Montag fallen. Update: Am Samstagabend fiel sie. „Es ist fix“, so Mike Wutta.

Peter Arnegger (gg)
Peter Arnegger (gg)https://www.nrwz.de
... ist seit gut 25 Jahren Journalist. Mehr über ihn hier.