Nach tödlichem Messerangriff in Horb: 30-Jährigem wird Prozess gemacht

Abgesperrt: der "real"-Markt in Horb. Foto: Blaulichtnews Horb am Neckar

Einem 30-jähri­gen Albaner, der im Juli 2017 einen 33-jähri­gen Türken im Real-Markt in Horb niedergestochen und getötet haben soll, wird ab Don­ner­stag der Prozess gemacht.

Vor dem Rot­tweil­er Landgericht hat er sich wegen Totschlags zu ver­ant­worten. Die Anklage geht davon aus, dass der Angeklagte psy­chisch krank und erhe­blich ver­min­dert schuld­fähig war. Sie hat die Unter­bringung in ein­er psy­chi­a­trischen Klinik im Sinn.

Dem Mann wird vorge­wor­fen, am 13. Juli 2017  an einem Kebab-Stand beim Real-Markt in Horb am Neckar sein Opfer mit einem Mess­er und einem Stuhl ange­grif­f­en zu haben. Voraus­ge­gan­gen sein soll laut Anklage eine tätliche Auseinan­der­set­zung. Mit dem Mess­er, das eine Klin­gen­länge von 19,5 Zen­time­tern gehabt habe, so die Staat­san­waltschaft, soll der Täter auf das am Boden liegende Opfer vier­mal eingestochen haben. Das Opfer ver­starb an den Fol­gen der Stichver­let­zun­gen.

Die Anklage wirft dem Angeklagten Totschlag vor. Sie geht davon aus, dass neben der Verurteilung zu ein­er Strafe wegen der Erkrankung des mut­maßlichen Täters auch die Unter­bringung in einem psy­chi­a­trischen Kranken­haus ange­ord­net wer­den muss.

Die Tat hat­te in Horb für großes Auf­se­hen gesorgt. Nach Medi­en­bericht­en kam es bere­its während der ersten Ermit­tlun­gen der Polizei zu tumul­tar­ti­gen Szenen am Tatort. Später soll sich Mit­glieder der rock­erähn­lichen “Osma­n­en Ger­ma­nia” vor Ort gezeigt und mit dem Opfer sol­i­darisch erk­lärt haben.

Das Gericht hat daher “zur Aufrechter­hal­tung von Sicher­heit und Ord­nung” eine Ver­fü­gung erlassen. Darin ist etwa geregelt, dass der Angeklagte und Zuschauer des Prozess­es den Sitzungssaal durch unter­schiedliche Zugänge zu betreten haben. Außer­dem wird es Zugangskon­trollen inklu­sive möglich­er Durch­suchun­gen geben. “Zur Störung der Hauptver­hand­lung geeignet erscheinende Gegen­stände (zum Schla­gen, Wer­fen oder Sprühen, Waf­fen im tech­nis­chen und nicht­tech­nis­chen Sinne, Stöcke, Glas­flaschen, Dosen etc.) dür­fen nicht in den Sitzungssaal mitgenom­men wer­den”, heißt es wörtlich. Handys sind auszuschal­ten, auch etwa von Jour­nal­is­ten.

Der Prozess begin­nt am 1. März um 9 Uhr. Sieben Fort­set­zung­ster­mine sind ange­set­zt wor­den. Geladen sind drei Neben­kläger, drei Sachver­ständi­ge und ins­ge­samt 39 Zeu­gen.