Segelflugzeuge krachen zusammen – Insassen nur leicht verletzt

Flugzeug stürzt auf Grillplatz: Schüler schrammen an Katastrophe vorbei

Polizei an der Einsatzstelle. Foto: Michael Würz

Unglaubliches Glück hat­ten drei Insassen zwei­er Segelflugzeuge bei deren Zusammenprall im Zollernalbkreis am Dienstag. Alle drei, zwei Piloten und ein Fluggast, konn­ten die Maschinen recht­zei­tig ver­las­sen und kamen nahe­zu unver­letzt per Fallschirm zur Erde. Wrackteile pras­sel­ten auf eine Grillstelle her­nie­der – und auch am Boden schram­men Schüler an einer Katastrophe vor­bei. Von der Unfallstelle berich­tet unser Kollege vom Zollern-Alb-Kurier.

Fotos: Michael Würz

Viele der rund 100 Schüler des Gymnasiums Gosheim zieht es ges­tern ins Freie. Sie sind zu Gast in der Lochen-Jugendherberge, genie­ßen den strah­len­den Sonnenschein. Doch gegen 17.20 Uhr endet ihre Chorfreizeit bei­na­he in einer Katastrophe: Mehrere Segelflieger nähern sich dem Lochenstein – Teilnehmer eines Segelflugwettbewerbs, die auf der Hahnweide bei Kirchheim/Teck gestar­tet waren. In der Nähe des Wanderparkplatzes kommt es zum Unfall: Zwei Segelflugzeuge, ein Einsitzer und ein Doppelsitzer, sto­ßen zusam­men. Eines der Flugzeuge stürzt direkt vor den Grillplatz der Jugendherberge. „Es gab einen lau­ten Knall“, berich­tet Werner Strohmeier von der Jugendherberge spä­ter.

Schüler retten sich

In die­ser Sekunde schram­men die Kinder nur haar­scharf an einer Katastrophe vor­bei. „Mehrere Schüler muss­ten sich in Sicherheit brin­gen“, schreibt die Polizei spä­ter in ihrem Bericht. Ein Junge ver­letzt sich dabei leicht, als er mit dem Fuß umknickt. Einige wei­te­re tra­gen laut DRK-Chef Heiko Lebherz klei­ne­re Schürfwunden davon.

Werner Strohmeier von der Jugendherberge an der Unglücksstelle: „Es gab einen lau­ten Knall, dann sahen wir die drei Fallschirme. Beim Aufprall des Flugzeugs erlit­ten eini­ge Kinder Schürfwunden.“

Dass das Flugzeug aus­ge­rech­net auf das Gelände der Jugendherberge kracht, genau dort, wo sich die Schüler auf­ge­hal­ten hat­ten – für den Ersten Landesbeamten Matthias Frankenberg, der an die Unglücksstelle geeilt war, bei­na­he unglaub­lich. „Zugleich kann man kaum glau­ben, dass dabei nie­mand ernst­haft ver­letzt wor­den ist.“ Doch nicht nur die Schüler hat­ten rie­si­ges Glück im Unglück, auch die bei­den Piloten und ein Fluggast über­leb­ten den Unfall leicht ver­letzt.

Wir sahen drei Fallschirme“, berich­tet Werner Strohmeier. „Ich bin dann gleich ins Auto gestie­gen und bin run­ter in den Wald, um die Piloten zu suchen.“ Einen der Männer fin­det er schnell, er kommt ihm auf einer Lichtung ent­ge­gen. Die bei­den ande­ren lan­de­ten in Bäumen. „Sie haben eben­falls nur leich­te Schürfwunden davon getra­gen.“ Dann stellt sich her­aus: Die Trümmerteile des zwei­ten Flugzeugs, das in den Lochenwald stürz­te, lie­gen weit ver­streut. Einige davon krach­ten auf die Fahrbahn des Lochenpasses – wohl ein wei­te­res gro­ßes Glück an die­sem Tag, dass kei­nes der Teile ein Auto oder einen Motorradfahrer getrof­fen hat­te.

Unfallursache ist unklar

Der genaue Hergang des Zusammenstoßes ist bis­lang unklar. Die Polizei flog mit einem Hubschrauber das gesam­te Gebiet ab, um nach Trümmerteilen Ausschau zu hal­ten und Luftaufnahmen anzu­fer­ti­gen. Diese sol­len spä­ter dem Luftfahrt-Bundesamt bei sei­nen Ermittlungen hel­fen. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren bis in die Nacht hin­ein im Großeinsatz. Helfer des DRK-Notfallnachsorgedienstes betreu­ten zahl­rei­che Schüler, die unter Schock stan­den. Feuerwehrleute sperr­ten den Lochenpass von Weilstetten in Richtung Tieringen für den Verkehr. Die Polizei bezif­fert den Sachschaden auf min­des­tens 200.000 Euro.