Immobilienprognose 2024: So geht’s mit den Preisen weiter

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(Anzeige). Wie geht es mit den Immobilienpreisen 2024 weiter? Steigen sie wieder oder fallen sie weiter? Was bedeutet das für Immobilienkäufer? Warten oder handeln? Dieser Beitrag will Antworten bieten.

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Oliver Adler, Immobilienexperte der Bausparkasse Schwäbisch Hall (Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall)
Immobilienexperte Oliver Adler beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Immobilien. Er beobachtet mit seinem Team die Marktentwicklung genau und wertet die Studien verschiedener Institute dazu aus. Sein Ausblick auf den Markt hilft Banken, Baufinanzierungsberatern und Kunden bei ihrer Entschei­dung.

Ein Gastbeitrag von Oliver Adler, Immobilienexperte der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Meine persönliche Meinung ist, dass wir 2024 beim Wohnimmobilienmarkt insgesamt wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen werden. Immobilieninteressenten sollten diese Zeit intensiv nutzen! Die Diskussion in der Immobilienbranche und bei Finanzierungsexperten dreht sich häufig um die Frage: Haben wir mittlerweile die Talsohle bei der Preisbildung erreicht, oder geben die Preise weiter nach? Dazu habe ich drei Thesen:

These 1: 2024 setzt sich der Preisrückgang fort. Wir haben den Boden der Preisbildung somit noch nicht erreicht. Gerade bei älteren Immobilien mit energetischem Modernisierungsrückstand rechnet ein Teil der Experten im Durchschnitt mit einem weiteren Preisrückgang von 5 bis 10 Prozent. Für neuere, energieeffizientere Gebäude sind geringere Preisabschläge zu erwarten. Da aber deutlich weniger neue Immobilien auf den Markt kommen werden, prägen die Abschläge bei Gebrauchtimmobilien den Durchschnittswert.

These 2: 2024 sinken die Immobilienpreise nur noch leicht. Die Experten der DZ Bank rechnen mit einer Spanne zwischen -0,5 und -2,5 Prozent. Auch sie gehen davon aus, dass Negativmerkmale, wie schlechte Lage oder schlechter energetischer Zustand, das Preisgefüge von Immobilien drücken werden. Aber: Sollten die Bauzinsen schneller als gedacht fallen, könnte das die Immobilienpreise auch wieder steigen lassen.

These 3: Wir haben ein großes, aber schwer quantifizierbares Potenzial an Immobilieninteressenten, die ihr Vorhaben seit dem Zinsanstieg nach hinten gestellt haben und den Markt sondieren. Sie treten ab 2024 verstärkt als Nachfrager auf und bauen eventuell wieder mehr neu, weil Baukapazitäten frei werden. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln sieht auch deshalb schon ab 2024 wieder höhere Immobilienpreise. Ein weiterer Grund sind die gestiegenen Mietpreise – bereits 2023 insgesamt um 3 Prozent. Sie werden laut DIW weiter steigen, allein aufgrund der zunehmenden Gesamtbevölkerung. Damit wird Wohnen für alle teurer, für Käufer und Mieter.

Was bedeuten diese Thesen jetzt für junge Familien mit Wunsch nach Wohneigentum: Die Rahmen­bedingungen für einen Immobilienerwerb sind tendenziell günstiger als 2023. Entspanntere Zins­konditionen, gesunkene Immobilienpreise plus größerer Verhandlungsspielraum beim Kauf und vorhandene Baukapazitäten helfen, Neubau oder Kauf ohne Nervenflattern zu planen. Wer seine Kaufent­scheidung getroffen hat, sollte im ersten Halbjahr Zinstäler nutzen und konkrete Verhand­lun­gen führen. Denn aus heutiger Sicht sind EZB-Zinsschritte voraussichtlich ab Mitte 2024 möglich, gleichzeitig wächst die Gefahr, dass die Immobilienpreise dann parallel wieder steigen, weil die Nach­frage weiter anzieht.

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