Freitag, 19. April 2024

Kreissparkasse Rottweil ist Stabilitätsanker in der Region 

Die Versorgung von Privatpersonen und der regionalen Wirtschaft mit Krediten und Finanzdienstleistungen ist gewährleistet 

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(Anzeige). Trotz des schwierigen Marktumfelds konnte das Geschäftsvolumen leicht ausgebaut werden. Dass die Kreissparkasse Rottweil ein stabiler Anker in der Region ist, zeigt sich auch in der stabilen Bilanzsumme. Diese stieg im Jahr 2023 um 60 Mio. Euro auf 3.513 Mio. Euro an. 

(Kreis Rottweil). Der Bestand an Kundenkrediten ist 2023 um 2,25 Prozent auf 2.049 Mio. Euro gewachsen, darauf sind die beiden Vorstände, Matthäus Reiser und Christian Kinzel besonders stolz, denn das Kreditgeschäft im Jahr 2023 sei kein Selbstläufer gewesen. Das Kreditwachstum der Kreissparkasse resultierte aus dem starken gewerblichen Kreditgeschäft, das insbesondere im ersten Halbjahr 2023 prosperierte. Das massiv gestiegene Zinsniveau führte hingegen im privaten Wohnungsbau zu einem Einbruch bei der Kreditvergabe. In Folge dessen ist auch die Summe der Kreditneuausleihungen im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. „Bürgerinnen und Bürger, die sich in den letzten Jahren für ihre Baufinanzierung günstige Zinsen von unter zwei Prozent gesichert haben, möchte ich schon heute auf die anstehende Anschlussfinanzierung aufmerksam machen. Um in einigen Jahren nicht von einer deutlich erhöhten Darlehensrate überrascht zu werden, kann es sinnvoll sein, schon heute in einen Bausparvertrag zu investieren und sich mit den günstigen Bausparzinsen unabhängig vom Zinsniveau nach Ablauf der Zinsbindung zu machen“, erläutert der Vorsitzende des Vorstandes Matthäus Reiser. 

Mehr Förderkredite

Die Zusammenarbeit mit der L-Bank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau bei Förderkrediten konnte ebenfalls weiter ausweitet werden. Sowohl die Neuausleihungen von Fördermitteln mit einer wohnwirtschaftlichen Verwendung, als auch Neuausleihungen für gewerbliche Zwecke, konnten deutlich gesteigert werden. In Summe wurden 28,9 Prozent mehr an Fördergeldern vermittelt als im Jahr 2022. Der Bestand an Förderdarlehen erhöhte sich zum 31.12.2023 auf 424 Mio. Euro. 

Zinspapiere wieder attraktiv

Um 1,7 Prozent sind die betreuten Kundengelder angestiegen, diese beliefen sich zum 31.12.2023 auf 3.450 Mio. Euro. Während das Wertpapiergeschäft gut verlief, verzeichnete die Kreissparkasse bei den Einlagen Rückgänge. „Kunden investierten Einlagen, die bisher täglich fällig auf Giro- und Tagesgeldkonten verwahrt wurden, vor allem in festverzinsliche Wertpapiere und Sparkassenbriefe. Diese Veränderung belegt, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich den Kundenbedürfnissen angenommen und unsere Kunden hin zu höherverzinsten Geldanlagen beraten haben“, so Reiser. Das gestiegene Zinsniveau habe Zinspapiere wieder attraktiv werden lassen, jedoch sei auch in Zukunft eine geeignete Mischung aller Anlageklassen wichtig, um das Vermögen vor starken Schwankungen zu schützen und zugleich die Chance auf attraktive Renditen zu wahren.

Ksk Geschaeftsjahr

Zehntausende Girokonten

Im vergangenen Jahr ist die Anzahl an Girokonten um 0,6 Prozent auf über 70.000 Girokonten angestiegen. Die Kontoauszüge von knapp 63.000 Konten werden zwischenzeitlich elektronisch zugestellt. Dadurch können jährlich über 850.000 Blatt Papier eingespart werden. Dass der Trend hin zu mehr digitalen Banklösungen weiterhin ungebrochen ist, zeigt sich auch beim Online- und Mobile-Banking. Die Anzahl der Online- Banking Vereinbarungen ist um weitere 5,7 Prozent auf über 52.000 Vereinbarungen gestiegen. Die Nutzung der Sparkassen-Apps ist im Vergleich zum Vorjahr um satte 17 Prozent angewachsen. Seit August 2023 bietet die Kreissparkasse Rottweil ihren Kunden die Möglichkeit Kundentermine bequem von zu Hause durchzuführen. „Um unseren Kunden eine qualitativ hochwertige digitale Beratung anbieten zu können, haben wir kräftig in die Ausstattung unserer Beratungsstandorte sowie in die Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert. Je nach Kundenwunsch kann eine digitale Beratung telefonisch oder als Video-Beratung durchgeführt werden. Bereits jeder 7. Termin findet inzwischen digital statt. Ich bin mir sicher, dass in Zukunft die Anzahl der digital geführten Beratungsgespräche weiter zunehmen wird“, so Christian Kinzel, stv. Vorsitzender des Vorstandes. 

Konstante Zahl an Beschäftigten

Die Anzahl der Mitarbeitenden bei der Kreissparkasse Rottweil lag zum Jahresende bei 454 Beschäftigten und blieb damit konstant. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen und lag bei 20,2 Jahren. „Diese lange Betriebszugehörigkeit zeigt, dass die Kreissparkasse eine attraktive Arbeitgeberin ist. Motivierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Fundament, auf dem die kontinuierliche und qualitativ hochwertige Betreuung unserer Kundinnen und Kunden ruht,“ so Reiser. Das Schulungsangebot wurde von den Mitarbeitenden im vergangenen Jahr verstärkt nachgefragt. Durchschnittlich haben die Beschäftigten im Jahr 2023 knapp vier Arbeitstage für Weiterbildungen aufgewendet. Die Kreissparkasse Rottweil brachte dazu fast 100.000 Euro mehr als im Vorjahr für die Weiterbildung der 291 Mitarbeiterinnen und 163 Mitarbeiter auf. In Summe wurden 430.000 Euro in Maßnahmen zur Weiterbildung investiert. 

Die Sparkasse als Ausbilder

Um langfristig qualifiziertes Personal zu gewinnen, engagiert sich die Sparkasse als einer der größten kaufmännischen Ausbilder in der Region. „Uns als Sparkasse ist es wichtig, unseren jungen Kolleginnen und Kollegen bereits während der Berufsausbildung Sicherheit und Perspektive, aber auch unterschiedliche, interessante Arbeitsfelder zu bieten“, so Reiser. Derzeit beschäftigt die Kreissparkasse 40 Auszubildende, die den Abschluss als Bankkauffrau oder Bankkaufmann, Finanzassistent oder Finanzassistentin anstreben. Weiter beschäftigt die Kreissparkasse acht junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen Abschluss als Bachelor of Arts zum Ziel haben. Trotz des Engagements bei der Ausbildung von neuen Mitarbeitern hat auch die Kreissparkasse den Bedarf an weiteren qualifizierten Fachkräften.

Fördermittel ausgeschüttet 

Die Kreissparkasse Rottweil sowie die Stiftungen der Kreissparkasse erreichten im Vorjahr wieder eine Vielzahl an Spenden- und Förderanträgen. In Summe schüttete die Kreissparkasse Rottweil mit ihren Stiftungen über 440.000 Euro aus. Das sind über 110.000 Euro mehr für das gesellschaftliche Engagement in der Region als im Vorjahr. Einen Schwerpunkt bei der Vergabe von Stiftungsgeldern hat die Kreissparkasse mit dem Vereinswettbewerb „Wir suchen Energiesparvorbilder“ auf kleinere nachhaltige Projekte gelegt. Die Stiftung für Soziales und Umwelt hat Vereine und gemeinnützige Organisationen beispielsweise bei der Anschaffung von energieeffizienten Küchengeräten, Leuchtmitteln oder wassersparenden Duschköpfen unterstützt. Diese Maßnahmen schonen nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern sorgen langfristig auch für Entlastung in den Vereinskassen. Aber auch als Sponsor war die Sparkasse bei vielen Veranstaltungen in der Region präsent. 

Mit dem Betriebsergebnis „sehr zufrieden“

Das Betriebsergebnis konnte im Vergleich zum Vorjahr um 0,18 Prozentpunkte auf 0,97 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme gesteigert werden. „Das ist ein gutes Ergebnis, mit dem wir sehr zufrieden sind“, sind sich beide Vorstände einig. Beim Bewertungsergebnis blieben die Ausfälle im Kreditgeschäft noch auf sehr niedrigem Niveau. Hier müsse jedoch aufgrund der schlechteren konjunkturellen Rahmenbedingungen zukünftig mit einer höheren Risikovorsorge gerechnet werden. Die Gesamtkapital- sowie die Kernkapitalquote der Kreissparkasse bleiben mit Quoten von 19,3 bzw. 18,8 Prozent auf einem grundsoliden und im Verbandsvergleich überdurchschnittlichem Niveau. Die Quoten stellen das Verhältnis von Eigenkapital zum risikogewichteten Forderungsbestand einer Bank dar. Mit dieser guten Eigenkapitalausstattung ist die Kreissparkasse Rottweil ein Stabilitätsanker in der Region und hat genügend Handlungsspielraum um den regionalen Kreditbedarf zu decken und eine wirtschaftliche Schwächephase abzufedern. 

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