56-Jähriger wegen tausender Kinderpornos vor Gericht

... und der Richter will's genau wissen

Gerichtssaal in Oberndorf. Foto: pm

Seit Mitt­woch muss sich ein  arbeits­lo­ser Mann wegen des Besit­zes von weit mehr als 4000 Bil­dern kin­der­por­no­gra­fi­schen Inhalts vor dem Amts­ge­richt Obern­dorf ver­ant­wor­ten. Außer­dem soll er auf USB-Sticks, sei­nem PC und Lap­top sowie auf CD  wei­te­re Bil­der mit Jugend­por­no­gra­fie und Vide­os beses­sen haben.

Der Ange­klag­te hat­te im Jahr 2012  an einer Schu­le in Schram­berg drei Mona­te lang auf Ver­mitt­lung des Job­cen­ters den Haus­meis­ter unter­stützt. 2014/15 war er an einer Schu­le in Obern­dorf ein­ge­setzt.

Auf­ge­fal­len war der 56-Jäh­ri­ge, der im Kreis Rott­weil  lebt, nach­dem in Coburg ein jun­ger Mann auf­ge­flo­gen war, der sich als Kind aus­ge­ge­ben hat­te. Bei einer Durch­su­chung in der Woh­nung des ein­schlä­gig vor­be­straf­ten Man­nes im März 2015 hat­te die Poli­zei die Daten­trä­ger bei ihm beschlag­nahmt.

Amts­ge­richts­di­rek­tor Wolf­gang Heu­er hat­te den Ange­klag­ten mehr­fach auf­ge­for­dert, die Wahr­heit zu sagen, was aller­dings dem Ange­klag­ten nur zöger­lich gelang. Zunächst hat­te er behaup­tet, er sei „zufäl­lig“ auf die ein­schlä­gi­gen Sei­ten gera­ten. Da er aber auch in Chats und Brie­fen unter­wegs war, nach­weis­lich Bil­der und Vide­os getauscht hat­te, konn­te ihm Heu­er nach­wei­sen, die Unwahr­heit gesagt zu haben.

Weil der Ange­klag­te auch behaup­tet hat­te, er sei seit der Durch­su­chung nie mehr auf den ein­schlä­gi­gen Sei­ten unter­wegs gewe­sen, ord­ne­te Heu­er an, dass die anwe­sen­den Kri­mi­nal­be­am­ten sofort in sei­ne Woh­nung fah­ren und einen PC und ande­re Daten­trä­ger beschlag­nah­men soll­ten.

Heu­er ver­tag­te die Ver­hand­lung auf den 19. März. Bis dahin soll die Kri­po sei­nen Com­pu­ter über­prü­fen.

Für den psych­ia­tri­schen Gut­ach­ter und für das Urteil sei ent­schei­dend, ob sich der Ange­klag­te wirk­lich nicht mehr in kin­der­por­no­gra­fi­schen Gefil­den auf­hal­te.

Wir berich­ten noch aus­führ­lich.(Wegen eines Über­mitt­lungs­feh­lers haben wir das Alter des Ange­klag­ten zunächst falsch ange­ge­ben, wir bit­ten um Ent­schul­di­gung, die Redak­ti­on.)