Masern: Region kratzt an der „Herdenimmunität“

Schwarzwald-Baar-Heuberg. Weltweit hat sich die Zahl der Maserninfektionen in der ersten Jahreshälfte 2019 im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2018 verdoppelt. Das hat die Weltgesundheitsorganisation WHO in der vergangenen Woche gemeldet. Grund genug für die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg dem Impfstatus in der Region zu untersuchen, wie sie in einer Pressemitteilung informiert.

Die Ständige Impfkommission STIKO des Robert-Koch-Instituts empfiehlt, die Grundimmunisierung gegen Masern mit einer zweimaligen Impfung innerhalb der ersten beiden Lebensjahre abzuschließen. Davon ist die Region aber weit entfernt, wie man am Beispiel der heute Acht- bis Neunjährigen nachvollziehen kann. Laut KV-Impfsurveillance wurden von den 2010 Geborenen, die im neuen Schuljahr überwiegend in der dritten Klasse sind, bei weitem nicht alle im empfohlenen Lebensalter zweifach geimpft. Im Schwarzwald-Baar-Kreis wurden von dieser Altersgruppe lediglich 71 Prozent in den ersten beiden Lebensjahren zweifach geimpft, im Landkreis Tuttlingen 60 Prozent und im Landkreis Rottweil sogar nur 48 Prozent.

Immerhin: Die zweite Impfung wird oft nachgeholt. Bis zum Ende des sechsten Lebensjahrs, also überwiegend bis zur Einschulung, hatten 93 Prozent dieses Jahrgangs im Schwarzwald-Baar-Kreis den vollen Impfschutz, im Landkreis Tuttlingen 95 Prozent und im Landkreis Rottweil 94 Prozent. Vom Robert-Koch-Institut wird als generelle Masern-Impfquote 95 Prozent empfohlen. Dann kann sich das Virus nicht ausbreiten und die sogenannte Herdenimmunität ist sichergestellt. „Das ist nicht nur für den eigenen Schutz wichtig, sondern schützt etwa auch Neugeborene oder kranke Menschen mit noch nicht voll entwickeltem beziehungsweise schwachem Immunsystem“, meint Harald Rettenmaier, Stellvertretender Geschäftsführer der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg. „Auch deswegen sollte man auf einen vollständigen Impfschutz gegen Masern achten und zwar rechtzeitig.“

 

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