Tödlicher Leichtsinn”: Polizei macht Jagd auf Handysünder

Heute startet die erste länderübergreifende Aktion der Polizei unter dem Titel "sicher.mobil.leben" zum Thema "Ablenkung"

Mit einer groß ange­leg­ten Kon­troll­ak­ti­on will die Poli­zei auf die Gefah­ren von Han­dys im Stra­ßen­ver­kehr auf­merk­sam machen. Am heu­ti­gen Don­ners­tag star­tet die ers­te län­der­über­grei­fen­de Akti­on der Poli­zei unter dem Titel „sicher.mobil.leben” zum The­ma „Ablen­kung”. Ziel die­ser Ver­kehrs­si­cher­heits­ak­ti­on ist es, auf die Gefah­ren im Stra­ßen­ver­kehr, her­vor­ge­ru­fen durch die Nut­zung elek­tro­ni­scher Gerä­te, auf­merk­sam zu machen und damit das Gefah­ren­be­wusst­sein inner­halb der Bevöl­ke­rung zu stär­ken. Neben Ver­kehrs­über­wa­chungs­maß­nah­men ste­hen vor allem prä­ven­ti­ve Bot­schaf­ten rund um das The­ma „Ablen­kung” im Mit­tel­punkt.

Ange­spro­chen wer­den sol­len alle Men­schen, ob nun moto­ri­siert unter­wegs, mit dem Rad oder zu Fuß; denn abge­lenkt ist jeder­mann bei der Benut­zung sol­cher Gerä­te. Neben der Ver­kehrs­über­wa­chung ste­hen vor allem prä­ven­ti­ve Maß­nah­men rund um das The­ma „Ablen­kung” im Mit­tel­punkt. 

Gemein­sa­me län­der­über­grei­fen­de Kon­troll­ak­tio­nen erfolg­ten zuletzt zur Bekämp­fung der Unfall­ur­sa­che Geschwin­dig­keit und wur­den mit dem Namen „Blitz­ma­ra­thon” ange­kün­digt sowie mit ver­schie­de­nen poli­zei­li­chen Kon­troll­maß­nah­men in den ver­gan­ge­nen Jah­ren durch­ge­führt. Die Poli­zei Baden-Würt­tem­berg und so auch die Beam­ten des Poli­zei­prä­si­di­ums Tutt­lin­gen betei­lig­ten sich mit meh­re­ren zeit­gleich durch­ge­führ­ten Kon­trol­len und mit prä­ven­ti­ven, an Ver­kehrs­teil­neh­mer gerich­te­ten Gesprä­chen.

Als Fol­ge­maß­nah­men zur Redu­zie­rung der Unfall­zah­len und Erhö­hung der Ver­kehrs­si­cher­heit haben ver­kehrs­po­li­zei­li­che Exper­ten die nun ab 2018 fort­dau­ern­de Sicher­heits­ak­ti­on ‚sicher.mobil.leben’ ent­wi­ckelt. Kon­troll­schwer­punk­te wer­den nach umfas­sen­der und sys­te­ma­ti­scher Ana­ly­se an aktu­ell fest­stell­ba­ren Haupt­un­fall­ur­sa­chen ange­passt. Wie bereits in einer Pres­se­mit­tei­lung des Minis­te­ri­um für Inne­res, Digi­ta­li­sie­rung und Migra­ti­on durch den Stell­ver­tre­ten­den Minis­ter­prä­si­den­ten und Innen­mi­nis­ter Tho­mas Stro­bl ver­öf­fent­licht, waren im ver­gan­ge­nen Jahr in Baden-Würt­tem­berg 73 töd­li­che Ver­kehrs­un­fäl­le auf Ablen­kung – ins­be­son­de­re durch die Nut­zung und Bedie­nung von Han­dys u.a. – zurück­zu­füh­ren. Dies ent­spricht einem Anteil von 17 Pro­zent an allen töd­li­chen Unfäl­len – ein Anstieg von fünf Pro­zent­punk­ten im Ver­gleich zum Jahr 2016.

So steht bei der am Don­ners­tag, 20. Sep­tem­ber, bun­des­weit und län­der­über­grei­fend durch­ge­führ­ten Ver­kehrs­si­cher­heits­ak­ti­on unter dem Mot­to ‚sicher.mobil.leben’ das The­ma – Ablen­kung – als Auf­takt im Jahr 2018 im Mit­tel­punkt der poli­zei­li­chen Kon­troll­maß­nah­men, an denen sich auch die Beam­tin­nen und Beam­ten des Poli­zei­prä­si­di­ums Tutt­lin­gen mit ver­schie­de­nen Über­wa­chungs- und Kon­troll­maß­nah­men in den zuge­hö­ri­gen Land­krei­sen – aber auch wie­der mit den direkt an Ver­kehrs­teil­neh­mer gerich­te­ten per­sön­li­chen Gesprä­chen und prä­ven­ti­ven Aktio­nen – betei­li­gen wer­den.

Ziel der Maß­nah­men wird sein, den Ver­kehrs­teil­neh­mern – uns allen – ins Bewusst­sein zur rufen, dass ein auch noch so kur­zer „Blind­flug” wäh­rend der Fahrt – bei­spiels­wei­se beim „nur schnel­len” Blick auf das mal kurz zur Hand genom­me­ne Han­dy oder das laut Anwen­der „nur kur­ze” Ant­wor­ten auf eine gera­de ein­ge­gan­ge­ne Text­nach­richt („waren doch nur ein paar Wört­chen oder ein Smi­ley”) oder dem noch so flin­ken Ein­tip­pen des Ziel­or­tes ins Navi – gra­vie­ren­de, in vie­len Fäl­len töd­li­che Fol­gen für den Anwen­der selbst aber auch für ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer nach sich zie­hen kann.

Die Poli­zei schreibt wört­lich:

Wer von uns hat nicht schon einen ent­ge­gen­kom­men­den Auto­fah­rer mit dem Han­dy am Ohr gese­hen oder auf einer zwei­spu­ri­gen Stra­ße im benach­bar­ten Wagen eine jun­ge Frau oder einen Mann am Steu­er eines Autos mit zucken­dem Dau­men den kon­zen­trier­ten Blick aufs Smart­pho­ne gerich­tet; wer von uns hat nicht schon den bei rund 100 Kilo­me­ter pro Stun­de vor­aus­fah­ren­de Wagen gese­hen, der etwas ecki­ge Fahr­be­we­gun­gen macht – mal etwas zu weit nach rechts, etwas zu weit nach links auf den Gegen­fahr­strei­fen. Ja, genau so sieht es für ande­re aus, wenn wir selbst wäh­rend der Fahrt das Han­dy oder das Navi bedie­nen – und nur einen kur­zen Sekun­den­bruch­teil spä­ter der Fron­tal­zu­sam­men­stoß mit einem ent­ge­gen­kom­men­den Fahr­zeug, bei wel­chem mög­li­cher­wei­se Tote zu bekla­gen sind.

Bei der heu­ti­gen Ver­kehrs­si­cher­heits­ak­ti­on gehe es in ers­ter Linie dar­um auf­zu­klä­ren und weni­ger um eine Bestra­fung, so die Poli­zei. „Die Nut­zung von Mobil­te­le­fo­nen am Steu­er ist kein Kava­liers­de­likt – es ist unter Umstän­den töd­li­cher Leicht­sinn”, erklär­te etwa baden-würt­tem­bergs Innen­mi­nis­ter Tho­mas Stro­bl (CDU) zu der Akti­on.

Abschlie­ßend ein Appell der Poli­zei:

Hel­fen Sie mit, unse­re Stra­ßen siche­rer zu machen! Ver­zich­ten Sie nicht nur bei der Kon­troll­ak­ti­on auf die Nut­zung des Han­dys oder das Bedie­nen des Navis wäh­rend der Fahrt, son­dern auch wei­ter­hin, um durch Ablen­kung bestehen­de Unfall­ri­si­ken für Sie und ande­re zu mini­mie­ren.