„Galerie des Grauens“: Entschiedener Impfgegner in Rottweil

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Eine weitere Facette des Protests gegen die Coronamaßnahmen und die Impfungen gegen die Viruserkrankung erlebt Rottweil an diesem Donnerstag. Der Aktivist Peter Ganz hat eine „Galerie des Grauens“ in der Oberen Hauptstraße aufgehängt. Für den Coronaimpfgegner ist diesu ein Protest gegen „ein unmenschliches Genexperiment.“

Ganz, ein Senior aus Stadtbergen bei Augsburg, hat es nicht so mit der Presse. Wenngleich er Presseveröffentlichungen für seine Protestaktion nutzt, sind ihm Reporter ganz offensichtlich nicht geheuer. Einen guten Teil des Interviews mit den beiden Vertretern der Lokalzeitungen in Rottweil beherrscht Ganz‘ Sorge, die beiden könnten nicht korrekt über ihn berichten, könnten Lügen verbreiten. Das Interview, das ein Unterstützer Ganz‘ teilweise filmt, dauert daher nicht lange. Wir bitten um Entschuldigung. Aber nachdem auch der Hinweis darauf nicht gefruchtet hatte, dass man mit uns doch vertrauensvoll umgehen müsse, um die mutmaßlich erwünschte Berichterstattung zu erhalten, haben wir das Gespräch abgebrochen.

„Galerie des Grauens“ in Rottweil. Fotos: Peter Arnegger

Was Ganz bis dahin gesagt hat – und er appelliert an die Ehre des NRWZ-Journalisten, dies auch wörtlich wiederzugeben: „Ich will die Menschen an die Opfer dieses unmenschlichen Genexperiments erinnern.“ Das soll seine Galerie des Corona-Grauens ausdrücken, die aus einer zig Meter langen Wäscheleine mit teils verwaschenen Ausdrucken besteht, welche Presseberichte und Zitate zeigen. Diese Beiträge seien, so Kritiker des Vorgehens des Aktivisten, meist aus dem Zusammenhang gerissen. Die zentrale Aussage, die Ganz nach eigenen Angaben über die Coronamaßnahmen machen will: „Das ist kein Impfen, das ist ein Genexperiment.“ Und er beabsichtigt offenbar die Menschen namentlich anzuprangern, die in seinen Augen bei der unmenschlichen Maßnahme mitgemacht haben.

Rottweil sei die 94. oder 95. Stadt, in der er seinen Protest gegen die Coronaimpfung zeigt, sagt Peter Ganz. In manch einer Stadt wurde die Ausstellung verboten, anderswo war Protest die Folge. Und ein Gerichtsurteil wegen Volksverhetzung, das er, wie Ganz beiläufig erklärt, akzeptiert habe. Das er aber, so lässt er auch durchblicken, als unbegründet ansieht.

Hier vor Ort wird er von Köpfen der Montagsdemonstranten, der wöchentlichen Protestbewegung mit ihren Pestvögeln unterstützt. Einer von ihnen nennt sich Gerhard, ohne Nachnamen, auch er hat offenbar nur Verachtung übrig für Journalisten. Das Gespräch mit ihm: ebenfalls kurz und eher unerfreulich. Die Protestler wollen bei ihrer Aktion ganz offensichtlich nicht von der verhassten Journaille gestört werden. Kein Problem.

Wer hinter der Aktion steckt? „Nur meine Frau und ich“, sagt Ganz. Und ergänzt: „Ich gehöre keiner Gruppe, keiner Organisation und keiner Gemeinschaft an. Auch keiner völkischen.“

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Peter Arnegger (gg)https://www.nrwz.de
... ist seit gut 25 Jahren Journalist. Mehr über ihn hier.

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