Montag, 15. April 2024

OB-Kandidat Dr. Ruf: „Jehle-Mungenast sollte sich besser informieren“

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Rottweil (pm). Klare Ansage an den Konkurrenten: Nachdem OB-Kandidat Jehle-Mungenast zuletzt die Jugendhaus-Idee von OB-Kandidat Dr. Ruf kritisiert hatte, lässt dessen Antwort nicht lange auf sich warten. „Herr Jehle-Mungenast sollte sich bei seinen Ausführungen zu meinem Vorschlag, den ich bei der Diskussion beim Stadtjugendring kurz habe anklingen lassen, einerseits detailliert über die Gesamtlage informieren und zum anderen Vorschläge nicht aus dem Zusammenhang reißen“, schreibt Christian Ruf.

Kai Jehle-Mungenast hat sich nach eigenen Angaben jüngst mit seiner Frau Anna Jehle, die als Jugendreferentin arbeitet, den von Ruf vorgeschlagenen Standort eines Jugendhauses unterhalb des Viadukts, im ehemaligen Gaswerk, angeschaut, berichtete er. Mit einem Jugendhaus dort „verbannen wir Jugendliche sprichwörtlich vor die Stadtmauer, weshalb dieser Standort für mich völlig ungeeignet ist“, erklärte der Kandidat anschließend. Kinder und Jugendliche gehören nach seiner Auffassung in die Innenstadt und nicht an Randlagen. „Wir brauchen neues Leben in der Innenstadt, in den historischen Gebäuden und auf der Straße“, erklärte er.

Ruf antwortet: „Mein Vorschlag dieses Standorts ist gekoppelt an den Bau eines Aufzugs, der im Rahmen der Landesgartenschau genau dort gebaut werden soll.“ Dieser werde vom alten Gaswerk an das beleuchtete Viadukt am Löwen führen. Dort ist auch direkt eine Bushaltestelle vorhanden. „Mit dieser Kombination wären Jugendliche unmittelbar an die Innenstadt mit Anbindung an Gastronomie, Öffentliche Verkehrsmittel und Handel angebunden, ohne einen nennenswerten Fußweg zurücklegen zu müssen“, so Ruf, der auch meint: „Direkter geht es gar nicht.“ Jehle-Mungenasts Darstellung sei „deutlich zu kurz gegriffen.“

Die Einschätzung bezüglich der Geräuschkulisse, die Jehle-Mungenast ebenfalls aufgeworfen hatte, sei zu prüfen, so Ruf weiter. Doch: „Der wenig konkrete Vorschlag von Räumen in der Innenstadt wirkt seinerseits daher in Bezug auf Lärm doch recht widersprüchlich.“ Er wolle betonen, dass der Standort eines Jugendhauses im ehemaligen Gaswerk bislang auch nur ein Vorschlag sei, der als Teil einer Gesamtlösung bewertet und diskutiert werden müsse. Der Vorschlag orientiere sich am vielfach geäußerten Wunsch von Jugendlichen, Räumlichkeiten mit guter Anbindung an die Stadt zu haben. „Wie oder wo genau, ist mit allen Beteiligten – insbesondere mit Jugendlichen, Anwohnern, Gastronomen und Einzelhändlern – vor einer Diskussion im Gemeinderat abzustimmen“, legt sich Dr. Ruf fest.

Er wolle gerne konkrete Lösungsvorschläge zur Diskussion einbringen, um Neues zu gestalten. „Ich habe bei Herrn Jehle-Mungenast leider keinen einzigen konkreten Vorschlag gelesen – lediglich wie es nicht geht und das bringt niemanden weiter“, schließt Ruf seine Mitteilung.

Mehr zum Thema:

https://www.nrwz.de/ob-wahl-rottweil-2022/ob-kandidat-jehle-mungenast-jugendliche-nicht-aus-der-innenstadt-verbannen/357745
https://www.nrwz.de/ob-wahl-rottweil-2022/kein-kandidatengrill/356912
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NRWZ-Redaktion
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7 Kommentare

  1. Und nicht zu vergessen seine Glanzleistungen im Bereich Kindergärten. Massive Gebührenerhöhungen hier und gleichzeitig Kitaschließungen da.

    Dr. Ruf und seine Verwaltung wollten massive Gebührenerhöhungen durchdrücken. Hat hoffentlich noch kein einziges Elternteil vergessen.

    Und: Mit vielen Millionen erbaut, erst vor wenigen Wochen von ihm mit Wahlkampfrede garniert und viel Pressetamtam eröffnet – und jetzt zum 01.09. schließt er das Ding wieder halbtags. Die Eltern sollen halt schauen, wo die Kinder bleiben. Oder ihre Jobs kündigen. Die Erzieherinnen sind reihenweise davon gelaufen heißt es und man könne keine Betreuung mehr gewährleisten. Die Rede ist von der Kita Spitalhöhe. Aber man solle das doch bitte verschwiegen behandeln, zumindest den September noch. Pssssscht. Sind ja Wahlen und da sähe das nicht gut aus.

    Oh wei oh wei.

    • Ich verstehe Ihren Unmut. Aber auch hier bitte ich um eine faire und ausgewogene Darstellung. Warum? Die Stadt hat die KiTA zwar gebaut, betreibt diese Einrichtung jedoch nicht. Sie liegt in der Trägerschaft der Katholischen Kirche. Daher hat die Verwaltung oder der Bürgermeister keinerlei Einfluss auf die dortigen Personalentscheidungen oder Öffnungszeiten. Daher verstehen Sie sicherlich, dass alle zugehörigen Ausführungen mit Bezug zu meiner Person eher fraglich sind.
      Das Thema Fachkräftemangel im Bereich Erzieher/ -innen ist jedoch in allen Einrichtungen eine große Herausforderung, bei der es keine einfachen Lösungen gibt.

      Weiterhin war ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Bürgermeister bei der Einweihung und nicht im Rahmen meines Wahlkampfes.

      Die Gebühren werden immer kontrovers diskutiert. Daher bin ich froh, dass der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung kurz vor den Sommerferien nochmals eine deutliche Bremse gezogen hat, um den Betrag zu deckeln. Kinderbetreuung darf insgesamt aber nicht ausschließlich aus dem Blickwinkel der Kämmerei betrachtet werden, sondern muss sich künftig noch stärker an der Lebenswirklichkeit und den Möglichkeiten der Eltern orientieren. 
      Ihr Christian Ruf

      • Respekt für die Antwort und Eingehen auf das Anliegen hier.

        Allerdings, inhaltlich hilft das den vielen Eltern leider nicht weiter. Mir ist auch klar, dass man Personal nicht schnitzen kann und es derzeit rar gesät ist. Aber immer weiter mit schönen Pressemeldungen eine sauteure Eröffnung nach der anderen zu feiern, zuletzt Containerkita Hochmaurenstraße, und gleichzeitig aber bestehende Angebote kurzfristigst zu kündigen, das ist mies. Jedenfalls im Ergebnis für die Eltern.

        Wieso wird nicht das Personal, das an anderen Kitas ja offensichtlich vorhanden ist, nicht erst auf bestehende Kindergärten umgeleitet bevor man immer neue eröffnet (Hochmaurenstraße, Predigerstraße,…)?

        • Vielen Dank für die Nachfrage. Zunächst ist es wichtig, die Gebäude für die Kindergärten zu haben. Gleichzeitig kümmern sich die jeweiligen Träger um das Personal. Beim provisorischen Kindergarten in der Armleder Anlage handelt es sich um eine städtische Einrichtung. Hier ist das Personal bereits gefunden, sodass sämtliche Öffnungszeiten wie geplant angeboten werden können. Bei den genannten anderen Kindergärten auf der Spitalhöhe bzw. Hinterprediger handelt es sich um Einrichtungen der Katholischen Kirche, worauf wir personell keinen Einfluss haben. Das ist aber wie bereits geschrieben überall eine riesen Herausforderung.

  2. So so der Jugendförderer und Kümmerer Dr. Ruf! Stets um die Belange der Kinder bemüht…
    Ich erinnere an seine konkreten Taten: Rauswurf des Kinderschutzbund aus den Räumen im neuen Rathaus. Überplanung des Spielplatzes am Kriegsdamm. Ignorieren der Ergebnisse des Jugendhearings. Und natürlich hat er immer ein offenes Ohr für den Stadtjugendring :-(.

    Und nun diese Vorschläge. Das passt. Rottweil die älteste Stadt Baden-Württemberg…. Traurig

    • Da steckt gleich mehrfach Potenzial für ein Gespräch in meinem Bürgerbüro drin. Herzliche Einladung dazu, wer auch immer hinter dieser Kritik steht. Vorab eine kurze faktische Stellungnahme: Für den Kinderschutzbund haben wir beim Finden von neuen Räumlichkeiten sehr stark unterstützt und man ist Am Stadtgraben in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Arztpraxis nun sehr glücklich. Ebenso gab es Unterstützung beim Umzug und die Zusammenarbeit ist sehr partnerschaftlich. Es würde mich schon stark wundern, wenn von Seiten Kinderschutzbund hierzu eine andere Haltung existiert.
      Das Thema „Spielplatz Nägelesgraben“ habe ich bereits in der NRWZ beantwortet. Es gab keinen Plan, diesen zu überbauen. Daher kann auch dieser Vorwurf leider so nicht stehen bleiben.

      Zum Thema: „Offenes Ohr im Stadtjugendring“: Grundsätzlich ist dies ein Thema, das direkt im Dezernat des OB angesiedelt ist und nicht beim Bürgermeister. Dies vorausgeschickt, habe ich mich um die Verlängerung des Mietvertrages im Parkhaus Kriegsdamm in den Verhandlungen sehr stark für den Stadtjugendring eingesetzt. Daher kann ich auch diese Anspielungen nicht zuordnen.

      Nun zu einem Thema, das ich aber gerne konstruktiv annehme: „Jugendhearing“: Ganz offen: Ein klares „JA“, dass daraus zu wenig resultiert.  Da das Jugendhearing selbst ebenfalls nicht Bürgermeister-, sondern OB- Dezernat ist, schreibe ich mir das ganz klar auf meine Agenda, die ich als Oberbürgermeister in der Gestaltung künftig verbessern möchte. Daher DANKE für diese Anregung.

      Ihr Christian Ruf

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