Schule mit Platznot, Millionen für Brücken und Kontakte mit Knackis

Baustellenbesichtigung des Gemeinderats

Platz für viel Wohnraum soll in der Mittelstadt entstehen - hier besichtigt der Gemeinderat das Moker-Gelände. Fotos: wede

Zum Auf­takt eine Rund­fahrt: Der Rott­wei­ler Gemein­de­rat hat nach dem Ende sei­ner Som­mer-Sit­zungs­pau­se ges­tern eini­ge aktu­el­le und erle­dig­te Bau­stel­len besich­tigt – nicht nur eige­ne städ­ti­sche.

Das pri­va­te Bau­pro­jekt Alte Paket­post zum Bei­spiel, wo die Rund­fahrt auch begann. Bei der Pla­nung sei­en vie­le Abstim­mun­gen zwi­schen Behör­den und Bau­herrn not­wen­dig gewor­den, und die Bau­ge­neh­mi­gung sei dann auch „gespickt mit Neben­be­din­gun­gen“, wie Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf berich­te­te. Das gin­ge bis hin zur Gestal­tung der Woh­nungs­klin­geln. Erwähnt wur­de auch der Hin­weis, dass es zu Kon­takt­auf­nah­men mit Häft­lin­gen (im neben­an gele­ge­nen Gefäng­nis) kom­men kön­ne. Wer hät­te das gedacht. Wer­muts­trop­fen: Ein Nut­zer der Gewer­be­flä­che sei noch nicht gefun­den. Auf Nach­fra­ge von Elke Rei­chen­bach gab Fach­be­reichs­lei­ter Lothar Huber an, dass in die­sen Räu­men auch Gas­tro­no­mie denk­bar wäre. Gün­ter Pos­selt lob­te den Bau­herrn Bern­hard Merz dafür, dass er sich auf die Plä­ne des Archi­tek­ten ein­ge­las­sen habe – wie berich­tet, war ein Wett­be­werb vor­an­ge­gan­gen.

Nicht jeden gefällt der Trep­pen­auf­gang in der Eichen­dorff­schu­le.

Das Ergeb­nis ist so weit in Ord­nung“, sag­te Rek­to­rin Miri­am Storz, als die Grup­pe die abge­schlos­se­ne Sanie­rung der Eichen­dorff­schu­le besich­tig­te. Man­ches hät­te sie sich aller­dings anders vor­stel­len kön­nen. Vor allem aber bemän­gel­te sie den Platz­man­gel: Wegen der Brand­schutz­be­stim­mun­gen dürf­ten eini­ge Plät­ze nicht mehr als Stau­raum benutzt wer­den. „Die Raum­not ist nicht beho­ben, es fehlt nach wie vor am Platz.“ So sei­en jetzt 70 Erst­kläss­ler in die Schu­le gekom­men und drei Klas­sen gebil­det wor­den. War ob der Kri­tik aus dem Kreis der Räte nicht ein halb­lau­tes „typisch Leh­rer“ zu ver­neh­men? Lothar Huber bedank­te sich für das „Fast-Lob“. Die Vor­zü­ge der Sanie­rung hob dafür Bür­ger­meis­ter Ruf her­vor: „Die Akus­tik in den Klas­sen­räu­men ist geni­al!“ Für künf­ti­ge Schul­sa­nie­run­gen hat­te Storz auch einen Tipp parat: Wäh­rend der Arbei­ten in einem Gebäu­de soll­ten alle Klas­sen von dort aus­ge­la­gert wer­den, der Bau­lärm stö­re den Unter­richt. „Mit einem Schlag­boh­rer am Ohr kann man nicht arbei­ten!“

Obrig­keit im Leh­rer­zim­mer.

Den Neu­bau der Edith-Stein-Schu­le beim Char­lot­ten­wäld­le bezeich­ne­te Ruf als „Stär­kung für unse­ren Schul­stand­ort“. Von den 51 Stell­plät­zen, die dort ent­ste­hen, sei­en 14 auf städ­ti­schen Grün­flä­chen. Ver­trag­lich sei ver­ein­bart, dass alle dor­ti­gen Park­plät­ze für den Feri­en­zau­ber genutzt wer­den dürf­ten.

Die Erschlie­ßungs­ar­bei­ten am neu­en Bau­ge­biet Spi­tal­hö­he sind in vol­lem Gang, davon konn­ten sich die Räte über­zeu­gen. Nach­dem die Grund­stü­cke ver­ge­ben sind, müss­ten jetzt die nota­ri­el­len Kauf­ver­trä­ge für die 100 Grund­stü­cke abge­schlos­sen wer­den. Damit sei­en zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen voll aus­ge­las­tet. Weil vie­le jun­ge Fami­li­en hier bau­en, sei ein Kin­der­gar­ten mit vor­aus­sicht­lich vier Grup­pen vor­ge­se­hen. Die Kos­ten dafür bezif­fer­te Ruf mit 3,4 Mil­lio­nen Euro.

Noch mehr Kos­ten kom­men auf die Stadt für Brü­cken-Sanie­run­gen zu. Zwar gebe es dafür ein För­der­pro­gramm des Lan­des, und die Stadt mel­de auch meh­re­re Vor­ha­ben an. Aber die Mit­tel dafür sei­en nicht gera­de üppig. Immer­hin ist die Sanie­rung der Brü­cke in der Lehr­stra­ße (beim ESV-Platz) ins Pro­gramm auf­ge­nom­men wor­den. Die Brü­cke an der Roten Steig gehe ihrer Voll­endung ent­ge­gen; sie war völ­lig neu gebaut wor­den. Ins­ge­samt schätzt Fach­be­reichs­lei­ter Her­bert Wal­ter die Kos­ten für die not­wen­di­gen Brü­cken­sa­nie­run­gen auf einen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag.

Die Brü­cke an der Roten Steig soll in die­sem Jahr noch fer­tig wer­den.

Den Abschluss mach­te die Run­de in der Mit­tel­stadt, wo ja ein völ­lig neu­es Stadt­vier­tel ent­ste­hen soll, wie Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß beton­te. Das frü­he­re Fern­mel­de­amt wer­de wohl erhal­ten blei­ben; ein Inter­es­sent wol­le dort klei­ne Woh­nun­gen, „Mikro-Appart­ments“, ein­rich­ten. Auf dem Gelän­de sei genü­gend Platz für inner­städ­ti­schen Wohn­raum vor­han­den. Da das Gebiet „archäo­lo­gisch inter­es­sant“ (Broß) ist, müss­ten Bau­her­ren aller­dings mit Ver­zö­ge­run­gen und Mehr­kos­ten rech­nen.

Her­mann Breu­cha, Lothar Huber und OB Ralf Broß vor dem ehe­ma­li­gen Fern­mel­de­amt.