Thyssen-Krupp-Testturm: Feuerwehr mit dem Feuerwehraufzug evakuiert

Die Einsatzfähigkeit der Rottweiler Feuerwehr hat in Frage gestanden

Noch überschaubar: Schlange am Thyssen-Krupp-Testturm in Rottweil. Foto: Peter Arnegger

Mehr als eine Stun­de lang ist am Sams­tag um die Mit­tags­zeit der Pan­ora­ma­auf­zug zur Aus­sichts­platt­form im Rott­wei­ler Thys­sen-Krupp-Auf­zugs­test­turm aus­ge­fal­len. Kei­ne gro­ße Geschich­te, ein Tech­ni­ker hat ihn inzwi­schen wie­der in Gang gesetzt. Pikant aber dies­mal: Die Ein­satz­fä­hig­keit der Feu­er­wehr war zwi­schen­zeit­lich gefähr­det gewe­sen. Denn auch eini­ge deren Mit­glie­der hin­gen auf gut 230 Metern fest.

Mehr als 50 Feu­er­wehr­leu­te haben am Sams­tag den Thys­sen-Krupp-Auf­zugs­test­turm besucht. 28 aus Brugg – der Part­ner­stadt Rott­weils. Die­se sind gera­de zu Gast bei ihren Rott­wei­ler Kame­ra­den. Bei­de Feu­er­weh­ren tref­fen sich jähr­lich im Wech­sel in einer der Städ­te. 

In Aus­geh­uni­form stan­den sie da oben auf der Aus­sichts­platt­form und war­te­ten auf den Auf­zug zur Erde. Das berich­tet Frank Mül­ler, Kom­man­dant der Rott­wei­ler Feu­er­wehr, auf Nach­fra­ge der NRWZ. Der Stadt­brand­meis­ter erzählt, dass er und sei­ne Kame­ra­den schon rund 20 Minu­ten auf den Auf­zug gewar­tet hät­ten, als er dann sozu­sa­gen gezwun­ge­ner­ma­ßen die Geduld ver­lor. 

Die Ein­satz­fä­hig­keit der Rott­wei­ler Feu­er­wehr hat in Fra­ge gestan­den”, so Mül­ler zur NRWZ. Wenn er und die Sei­nen – die Füh­rungs­rie­ge der Feu­er­wehr, laut Mül­ler waren es 18 Mann – da oben fest­hän­gen, kön­nen sie nicht zu einem mög­li­chen Brand aus­rü­cken.

Des­halb habe er die Turm­mann­schaft gebe­ten, sie alle zu Boden zu brin­gen. Und so kam es, dass am Sams­tag Feu­er­wehr­leu­te über den Feu­er­wehr­auf­zug eva­ku­iert wor­den sind. Der eigent­lich nur für Not­fäl­le,  im Brand­fall ein­ge­setzt wer­den soll. 

Wei­te­re Besu­cher wur­den offen­bar nicht eva­ku­iert. Mül­ler wuss­te von einer wei­te­ren Wehr aus Bod­man-Lud­wigs­ha­fen am Boden­see zu berich­ten, die gut eine drei­vier­tel Stun­de, nach­dem die Rott­wei­ler und Brug­ger schon weg waren, hät­ten auf den funk­tio­nie­ren­den Auf­zug war­ten müs­sen. 

Ins­ge­samt aber blieb die Lage am Test­turm am Nach­mit­tag bis­her ent­spannt. Als die NRWZ gegen 12.45 Uhr dort vor­bei schau­te, hat­te sich eine über­schau­ba­re Schlan­ge gebil­det. Sie wird in der Zwi­schen­zeit aller­dings zuneh­men.

Eine Spre­che­rin des Unter­neh­mens Thys­sen-Krupp hat der NRWZ am Tele­fon bestä­tigt, dass es einen län­ge­ren Aus­fall des Pan­ora­ma­auf­zugs gege­ben habe. Die genau­en Zei­ten woll­te sie vom Turm­ma­nage­ment erfra­gen und mit­tei­len. Sie lie­gen inzwi­schen vor: Der Pan­ora­ma­auf­zug war von 11.25 Uhr bis 12.45 Uhr außer Betrieb. Eine Begrün­dung gibt es nicht.

Die Rott­wei­ler Feu­er­wehr­leu­te sit­zen der­weil mit ihren Freun­den aus Brugg und übri­gens auch mit den Kame­ra­den vom Boden­see jetzt in der neu­en Feu­er­wa­che und schmun­zeln über die Anek­do­te beim Test­turm.