„Überwältigender Andrang“ beim zweiten Quartiersgespräch

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ROTTWEIL. Es ging überwiegend um die versuchsweise Einbahnregelung im Friedrichsplatz und ihre Auswirkungen auf die Stadtviertel: Am Donnerstag fand das zweite „Quartiersgespräch“ statt. Mit sehr guter Beteiligung oder, wie es Rottweils Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf sagte, überwältigendem Andrang.

Der Münsterort und „Zizenhausen“, also das Viertel oberhalb des Schwarzen Tors, waren diesmal an der Reihe. Nicht über die Innenstadt reden, sondern mit der Innenstadt, also ihren Bewohnern, das stellte Ruf an den Anfang – und der Andrang zeige, dass dieser Ansatz richtig ist. „Sie sollen zu Wort kommen“, sagte er zu den sicher über 200 Menschen, die im sich Kapuziner informierten und die auch engagiert diskutierten.

„Der Friedrichsplatz ist eine große asphaltierte Fläche, nicht mehr“, leitete Fachbereichsleiter Rudolf Mager ein. Um Aufenthaltsqualität zu schaffen, werde im Sommer drei Monate lang ein Verkehrsversuch gemacht (wir berichteten): Der Friedrichsplatz wird nur noch in Richtung Kriegsdamm zu befahren sein. Außer für Busse und Fahrräder, wie Mager betonte. Für alle anderen gilt ein Ringverkehr. Die Waldtorstraße wird zur Einbahnstraße – ebenso die Neutorstraße. Was auch bedeutet: Von der Schramberger Straße kommt man nicht zum Parkplatz am Kapuziner. Am Zwinger soll ein kleiner Kreisverkehr gebaut werden. Wobei auch aus den Teilnehmerkreisen der Einwand kam, dass dann der (illegale) Schleichweg am Hochturm vorbei in die Hochturmgasse genutzt werde. Das sei zum Teil jetzt schon so, bestätigte der städtische Mobilitätsbeauftragte Horst Bisinger mit einem Foto.

Die Entlastung der Anlieger belegte Bisinger mit einer Hochrechnung: Über den Friedrichsplatz fahren nur noch etwa halb so viele Autos wie derzeit (statt wie bisher 9200 am Tag dann nur noch 4250), die Waldtorstraße werde um 600 Fahrzeuge entlastet (derzeit 4250), über die untere Hauptstraße fahren 450 weniger als die derzeitigen 6250. Und die Hochbrücktorstraße zwischen Hauptkreuz und Hochbrücke wird um 2500 Fahrzeuge entlastet, so dass immer noch über 13.000 bleiben.

Abteilungsleiterin Sandra Graf und Mobilitätsbeauftragter Horst Bisinger tragen vor, was von den Bewohnern angemerkt worden war.

Den Münsterort will die Verwaltung nur noch über die Bruderschaftsgasse von der Waldtorstraße aus anfahren lassen. Der untere Teil der Bruderschaftsgasse, bisher Einbahnstraße bergauf, soll nur noch in umgekehrter Richtung befahren werden, um den regen Durchgangsverkehr dort auszubremsen. „Dann wird sich dort alles stauen“, merkte Anlieger Thomas Pahl an, der sich schon zuvor Gedanken gemacht und Berechnungen angestellt hatte. Auch über die Höllgasse und die Hintere Höllgasse sollen keine Fahrzeuge mehr in den Münsterort kommen.

Dass die Kurzzeitparkplätze in der Waldtorstraße erhalten bleiben sollen, das hat Bisinger unter anderem aus der Versammlung mitgenommen – wie auch in der Hochbrücktorstraße. Und auch über die Zufahrt von Anliegern zum Kapuziner-Parkplatz will er nachdenken.

Diskutiert wurde in zwei Gruppen.

Der Verkehrsversuch werde ständig mit Messungen begleitet und beobachtet, so dass auch während des Versuches Änderungen vorgenommen werden.

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Wolf-Dieter Bojus
... war 2004 Mitbegründer der NRWZ und deren erster Redakteur. Mehr über ihn auf unserer Autoren-Seite.