Start Rott­weil Vor­wür­fe gegen „aquasol”-Betreiber – ENRW ant­wor­tet selbst­be­wusst und wirbt für Ver­ständ­nis

Vorwürfe gegen „aquasol”-Betreiber – ENRW antwortet selbstbewusst und wirbt für Verständnis

Nach der Ankün­di­gung einer geplan­ten Preis­er­hö­hung um 50 Cent von 9 auf 9,50 Euro muss die ENRW als Betrei­be­rin des Rott­wei­ler „aqua­sol” Kri­tik aus­hal­ten. Die­se schwappt ihr sozu­sa­gen auf Face­book ent­ge­gen. Die NRWZ hat den Bäder­be­trei­ber um eine Ant­wort gebe­ten. Die fällt aus­führ­lich aus, ist selbst­be­wusst, wirbt aber auch für Ver­ständ­nis.

Jedem steht es frei, unser Bad zu besu­chen. Wir tun alles, um den rund 400.000 Bade- und rund 80.000 Sau­na­gäs­ten pro Jahr einen ange­neh­men Auf­ent­halt zu ermög­li­chen.

(Zitat aus der aktuellen Stellungnahme der ENRW, siehe unten).

 

Die Ener­gie­ver­sor­gung Rott­weil (ENRW) erhöht als Betrei­be­rin des Rott­wei­ler „aqua­sol” die Ein­tritts­prei­se ab Mai teil­wei­se. Wäh­rend sich beim Kurz­ba­den nichts ändert, stei­gen die Prei­se für Bade­zei­ten über mehr als 1,25 Stun­den. Das gab die ENRW am Don­ners­tag bekannt, die NRWZ mel­de­te das umge­hend.

Die Erhö­hung ist gering. Der Ein­tritt für Erwach­se­ne bei 1,25 Stun­den Bade­zeit bleibt zunächst sogar bei fünf Euro. Auch die ent­spre­chen­de Zeh­ner­kar­te kos­tet wei­ter­hin 45 Euro. Der Betrag für drei Stun­den Bade­zeit aber wird ange­ho­ben, eben­so die ent­spre­chen­de Zeh­ner­kar­te. 

Für Leser der NRWZ Grund, gegen das Rott­wei­ler Spaß- und Frei­zeit­bad „aqua­sol” zu wet­tern. Auf Face­book las­sen sie ihrem Unmut frei­en Lauf. Von man­gel­haf­ter Hygie­ne ist die Rede, von Wucher­prei­sen, von einem Sanie­rungs­stau, und davon, dass es im Bad viel zu kalt sei, im Was­ser wie in den Räu­men.

Ein Leser schreibt etwa: 

Tut mir leid, aber die Ein­tritts­prei­se sind aktu­ell nicht mehr gerecht­fer­tigt. Preis / Leis­tung stimmt über­haupt nicht mehr. In den Umklei­den tropft Was­ser von der Decke, an den Duschen fal­len die Flie­sen von den Wän­den und stel­len­wei­se auch Schim­mel und defek­te Fugen. Haupt­sa­che die Sau­na­gäs­te suh­len sich in einem geho­be­nen Ambi­en­te mit Ster­ne­be­wer­tung. Dann lie­ber ins Bad­kap oder Tuwass …

Schon im Som­mer 2017 hat die ENRW eine Preis­er­hö­hung ange­kün­digt. Damals gab es auch Pro­test. Der Ener­gie­ver­sor­ger reagier­te. Damals ant­wor­te­te Chris­toph Ranz­in­ger, Geschäfts­füh­rer der ENRW Ener­gie­ver­sor­gung Rott­weil, auf die laut gewor­de­ne Kri­tik an sei­nem Unter­neh­men. Er bezeich­ne­te die Erhö­hung der Ein­tritts­prei­se sei­ner­zeit als eine „schwie­ri­ge Ent­schei­dung”. Sie sei auch nur ein Teil­as­pekt in den unter­neh­me­ri­schen Ent­schei­dun­gen für das Frei­zeit­bad. Und er ver­wies dar­auf, dass das „aqua­sol” quer­fi­nan­ziert wür­de, es das Bad ohne die Finan­zie­rung durch die Betrei­be­rin ENRW Ener­gie­ver­sor­gung Rott­weil nicht geben wür­de. Den­noch gab es auch damals schon Kri­tik.

Damals zeig­te sich Ranz­in­ger lern­fä­hig: „Was wir ver­säumt haben, und die­sem Vor­wurf stel­len wir uns, war, die Preis­er­hö­hung öffent­lich zu kom­mu­ni­zie­ren”, schrieb er. Künf­tig wol­le die ENRW das bes­ser machen. Nun ist die­ser Fall ein­ge­tre­ten, die Preis­er­hö­hung ist öffent­lich ange­kün­digt wor­den.

Dass eine Preis­er­hö­hung, auch wenn sie klein aus­fällt, einen Gegen­wind erzeugt, ist also üblich, bei der ENRW sind sie das auch schon gewohnt. Hier fällt er aller­dings schon eher hef­tig aus. Es ist eine grö­ße­re Wel­le, die da über die ENRW schwappt. Die NRWZ hat das Unter­neh­men des­halb wie­der­um, wie schon im Som­mer 2017, um eine Stel­lung­nah­me gebe­ten. Wir ver­öf­fent­li­chen sie im Wort­laut:

Stellungnahme Preisanpassung aquasol Mai 2019

Als Betrei­be­rin des Sole- und Frei­zeit­ba­des aqua­sol kön­nen wir die geäu­ßer­ten Vor­wür­fe „Sanie­rungs­stau“ und „man­geln­de Hygie­ne“ abso­lut nicht nach­voll­zie­hen. Für die Instand­hal­tung und Wei­ter­ent­wick­lung des aqua­sols besteht ein lang­fris­tig ange­leg­ter Instan­d­hal­­tungs- und Inves­ti­ti­ons­plan. Jähr­lich wer­den durch­schnitt­lich ins­ge­samt rund 1 Mil­li­on Euro für Instandhaltungen/Investitionen aus­ge­ge­ben.

Es han­delt sich beim aqua­sol um kei­nen Neu­bau, son­dern um eine Gebäu­de­hül­le aus den Jah­ren 1965/66. Die wesent­li­chen tech­ni­schen Ein­rich­tun­gen und Anla­gen sind sowohl ener­ge­tisch als auch tech­nisch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren schritt­wei­se erneu­ert wor­den. Hier eine Aus­wahl der erfolg­ten tech­ni­schen und bau­li­chen Maß­nah­men:

  • 1996 Ein­bau Wär­me­lie­gen
  • 2000 Anbau Fit­ness­be­cken
  • 2002 Anbau Rutschenturm/Riesenrutsche
  • 2006 Bau der aqua­sau­na
  • 2009 Erneue­rung der Park­buch­ten vor dem aqua­sol
  • 2012 Wellnessbereich/Dampfraum neu gestal­tet
  • 2013 Ein­bau Tex­til­sau­na
  • 2014/2015 Neu­bau Sole-Innen­be­­cken
  • 2016 Elek­tro­haupt­ver­tei­lung erneu­ert, Neu­ver­gla­sung Fens­ter­front Sol­ein­­nen-/ Fit­ness­be­cken, neue Ana­ly­se­sys­te­me für die Bade­was­ser­auf­be­rei­tung der ein­zel­nen Becken
  • 2017 Sanie­rung sämt­li­cher Lüf­tungs­an­la­gen, Moder­ni­sie­rung Mess-, Steu­e­­rung- und Regel­tech­nik
  • 2018 Sanie­rung Trink­was­ser­an­la­gen und Duschen, Abschluss der Neu­ver­gla­sung der Schwimm­hal­le

Was die Hygie­ne anbe­langt, wird die­se wie in jedem öffent­li­chen Bad in Deutsch­land regel­mä­ßig vom Gesund­heits­amt und wei­te­ren Auf­sichts­be­hör­den über­prüft. Das Bad wird täg­lich gemäß eines detail­lier­ten Rei­­ni­gungs- und Hygie­ne­plans von einem 20-köp­­fi­gen Rei­ni­gungs­team per­ma­nent gerei­nigt.  

2018 ver­lieh der Deu­t­­sche-Sau­­na-Bund sein höchs­tes Qua­li­täts­sie­gel „Pre­mi­um“ für die aqua­sau­na des aqua­sols, nach­dem ein unab­hän­gi­ger Prü­fer anonym den Betrieb getes­tet hat­te.  Unse­re Sau­na darf sich seit­dem zu Deutsch­lands Fünf-Ster­­ne-Pre­­mi­um-Sau­­nas zäh­len.

Beson­de­ren Wert leg­ten die Prü­fer auch auf ein­wand­freie hygie­ni­sche Ver­hält­nis­se, geschul­tes Fach­per­so­nal, gesund­heits­ori­en­tier­te Auf­güs­se und eine regel­mä­ßi­ge Kon­trol­le der Was­ser­qua­li­tät.

Abschlie­ßend möch­ten wir klar­stel­len, dass die Ein­tritts­gel­der nur zu einem ganz gerin­gen Teil zur Finan­zie­rung eines sol­chen Frei­zeit­ba­des bei­tra­gen. Der rest­li­che Betrag wird von uns als Betrei­ber getra­gen.

Ver­gli­chen mit ande­ren gro­ßen Frei­­zeit- und Well­ness­bä­dern in der Regi­on ist die aktu­el­le Preis­an­pas­sung ein ver­hält­nis­mä­ßig klei­ner Schritt. Dies zeigt sich bei­spiels­wei­se dar­an, dass im Gegen­satz zu allen ver­gleich­ba­ren Bädern Kin­der unter 6 Jah­ren wei­ter­hin bei frei­em Ein­tritt das aqua­sol nut­zen dür­fen.

Bei allen ande­ren Ein­tritts­prei­sen befin­det sich das aqua­sol im Quer­ver­gleich mit den Frei­­zeit- und Well­ness­bä­dern der Regi­on durch­ge­hend im hin­te­ren Drit­tel. Unse­re Ein­tritts­prei­se sind im Durch­schnitt auch ab Mai noch immer güns­ti­ger als anders­wo. Das gilt für Tages- und Dau­er­kar­ten glei­cher­ma­ßen.

Jedem steht es frei, unser Bad zu besu­chen. Wir tun alles, um den rund 400.000 Bade- und rund 80.000 Sau­na­gäs­ten pro Jahr einen ange­neh­men Auf­ent­halt zu ermög­li­chen.

 

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