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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Schram­berg Kat­zen­schutz mit Betre­tungs­recht

Katzenschutz mit Betretungsrecht

Schram­ber­ger Gemein­de­rat beschließt Kat­zen­schutz­ver­ord­nung

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SCHRAMBERG – Nach den Ort­schafts­rä­ten von Ten­nen­bronn und Wald­mös­sin­gen, dem Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik hat sich nun auch der Gemein­de­rat inten­siv mit den frei­lau­fen­den Kat­zen in Schram­berg beschäf­tigt. Grund­sätz­lich waren sich  alle einig: Zum Schutz der Tie­re, aber auch von Nach­barn, ist eine „Ver­ord­nung zum Schutz frei­le­ben­der Kat­zen“  sinn­voll. Streit gab es, ob dazu Mit­ar­bei­tern der Stadt oder des Tier­schutz­ver­eins  erlaubt wer­den soll, frem­de Grund­stü­cke zu betre­ten.

Die Kat­zen­schutz­ver­ord­nung sieht vor, dass die Eigen­tü­mer frei­lau­fen­der Kat­zen  die­se kas­trie­ren, kenn­zeich­nen und regis­trie­ren las­sen müs­sen. Der Grund: Frei­lau­fen­de Kat­zen ver­meh­ren sich sehr schnell. Die meis­ten lei­den unter Krank­hei­ten, wenn sie vom Tier­schutz­ver­ein auf­ge­grif­fen wer­den, berich­te­te der Vor­sit­zen­de des Tier­schutz­ver­eins Clau­dio Di Simio. Zwi­schen 2015 und 2017 hat der Ver­ein jähr­lich zwi­schen 37 und 51 frei­le­ben­de Kat­zen ein­ge­fan­gen, kas­trie­ren und chip­pen las­sen. Die Kos­ten von etwa 100 Euro habe die Stadt über­nom­men.

… and­re trei­ben sich auf Spiel­plät­zen her­um. Foto: him

Dar­über, dass eine sol­che Ver­ord­nung Sinn mache, zwei­fel­ten die Räte weni­ger. Nur ein Absatz mach­te eini­gen zu schaf­fen: Näm­lich, dass ein Grund­stücks­ei­gen­tü­mer es dul­den muss, wenn  ein von der Gemein­de Beauf­trag­ter sein Grund­stück betritt, um eine Kat­ze ein­zu­fan­gen. Die­ser Absatz 3 im Para­graf 4 stör­te die CDU-Frak­­ti­on. Ihr Spre­cher Cle­mens Mau­rer woll­te wis­sen, wer denn so ein Beauf­trag­ter sei. Tho­mas Brant­ner (CDU) schob nach, ein frem­des Grund­stück betre­ten gehe sonst nur mit rich­ter­li­cher Erlaub­nis.

Keine Reviergänge geplant

Die Lei­te­rin des Ord­nungs­am­tes Cor­ne­lia Pen­ning erläu­ter­te, die Stadt habe Tier­schutz­an­ge­le­gen­hei­ten an den Tier­schutz­ver­ein über­tra­gen. Die Stadt tei­le dem Ver­ein mit, wenn es Pro­ble­me mit einer frei­lau­fen­den und mög­li­cher­wei­se kran­ken Kat­ze gäbe. Sie stell­te klar: “Es wird kei­ne regel­mä­ßi­gen Revier­gän­ge des Tier­schutz­ver­eins geben, schon gar nicht auf pri­va­tem Gelän­de.“  Viel­mehr wer­de der Tier­schutz­ver­ein das Gespräch mit dem Eigen­tü­mer suchen und ihn davon zu über­zeu­gen ver­su­chen, dass das Tier behan­delt und  kas­triert wer­den muss.

Jür­gen Win­ter, der als Ober­bür­ger­meis­ter­stell­ver­tre­ter die Sit­zung lei­te­te, stell­te klar, das Betre­ten eines Grund­stücks sei „die letz­te Eska­la­ti­ons­stu­fe“. Auch di Simio bestä­tig­te dies. Übli­cher­wei­se rie­fen Anwoh­ner, denen das Tier gar nicht gehö­re, die Tier­schüt­zer. Recht­lich sei der Absatz geprüft, denn die Stadt ori­en­tie­re sich an einer Mus­ter­sat­zung, die die Lan­des­be­auf­trag­te für den Tier­schutz im Minis­te­ri­um für den länd­li­chen Raum erar­bei­tet habe.

Betretungsrecht als Druckmittel

Oskar Rapp (Freie Lis­te) for­der­te eine genaue schrift­li­che Doku­men­ta­ti­on, wenn der Tier­schutz­ver­ein aktiv wer­de. Di Simio sag­te dies zu, denn das gesche­he schon bis­her. Josef Gün­ter (SPD/Buntspecht) schlug vor, den umstrit­te­nen Pas­sus ersatz­los zu strei­chen, wenn man es eh nicht bis zur letz­ten Eska­la­ti­ons­stu­fe kom­men las­sen wol­le. Di Simio ent­geg­ne­te, ohne das Betre­tungs­recht feh­le ein Druck­mit­tel und man kön­ne die Ver­ord­nung auch ganz las­sen.

Tan­ja Wit­kow­ski (SPD/Buntspecht) mein­te, der Fall mit dem Betre­tungs­recht wer­de  kaum ein­tre­ten. Bernd Rich­ter  (ÖDP) war für das Betre­tungs­recht, da man sonst die Ehren­amt­li­chen läh­me. Lin­da Nie­bel vom Fach­be­reich Recht und Ord­nung ver­si­cher­te noch­mals, dass der Absatz recht­lich geprüft sei und eine sol­che Ver­ord­nung alle Mög­lich­kei­ten abde­cken müs­se. Schließ­lich kam der Vor­schlag, so zu ver­fah­ren, wie es die Ver­wal­tung vor­ge­se­hen hat und zu erpro­ben. Soll­te es Kon­flik­te geben, könn­te der Rat erneut dis­ku­tie­ren.

Zwei Abstimmungen

Sit­zungs­lei­ter Win­ter ließ dann zunächst über die Ver­ord­nung ohne den umstrit­te­nen Absatz abstim­men. Bei zwei Gegen­stim­men und einer Ent­hal­tung stimm­te der Rat dafür. In einer zwei­ten Abstim­mung votier­ten 16 Räte für das Betre­tungs­recht, vier dage­gen. Damit kann die neue Kat­zen­schutz­ver­ord­nung in Schram­berg in Kraft tre­ten.

 

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