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Donnerstag, 27. Februar 2020

Mord in Hardt: Kripo ermittelt weiter

Während die Polizei und die Staatsanwaltschaft weiter die Hintergründe für die schreckliche Bluttat vom Sonntagnachmittag ermitteln, haben die Narren in Hardt ihre Konsequenzen gezogen und den traditionellen Rolletag am 31. Januar abgesagt.

Wie berichtet, steht eine 56-jährige Frau unter dringendem Tatverdacht, zuerst ihre 22-jährige Tochter in Hardt erstochen, und dann ihren 25-jährigen Sohn in seiner Wohnung in Tennenbronn schwer verletzt zu haben. Die Frau befindet sich in Untersuchungshaft.

Nach wie vor sind die Hintergründe für das Geschehen in einem älteren Haus in Hardt und einem Zwei-Familienhaus in Tennenbronn nicht vollständig  aufgeklärt. Über Motive der 56-Jährigen, den genauen Tatablauf, mögliche Zeugen und Aussagen der Beschuldigten wollte Staatsanwalt Markus Wagner keine Auskunft erteilen.

Viele offene Fragen

In einer Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei vom Dienstagnachmittag heißt es zur mutmaßlichen Täterin lediglich: „In den nächsten Tagen wird sie sich zur Klärung der Schuldfähigkeit einer rechtsmedizinisch-psychologischen Untersuchung unterziehen müssen.“ Weiter  heißt es, dass „die kriminaltechnische Spurensicherung am Tatort fortgesetzt“ werde. Und schließlich: „Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zum Ablauf und den Hintergründen der Tat dauern an.“

Wie bereits am Montag gemeldet, befindet sich die Frau inzwischen in Untersuchungshaft, nachdem am Montagspätnachmittag ein Haftrichter wegen Mordes Haftbefehl erlassen hatte. Sie hatte sich am Sonntag am zweiten Tatort  in Tennenbronn widerstandslos festnehmen lassen.

Nachdem die Polizei am Sonntag in Tennenbronn an den Tatort gerufen worden war, ergab sich der Verdacht, dass die 56-Jährige zuvor in Hardt bei ihrer Tochter gewesen sein könnte. Dort fanden die Beamten dann die getötete junge Frau. Auf Anweisung der Kriminalpolizei haben Feuerwehrleute dann  einige Fenster mit Holzplatten verhängt und Planen über eine Hauswand gespannt.

Reaktionen: Rolletag abgesagt

Am späten Montagabend hat die Hardter Katzenzunft ihren traditionellen „Rolletag“ abgesagt. In der Begründung heißt es, die gesamte Dorfgemeinschaft Hardt sei „tief erschüttert“ und es sei der Zunft „einfach nicht möglich, nach so einer unbegreiflichen Tat einfach zur Tagesordnung überzugehen und zu feiern, als ob nichts passiert wäre.“ Zumal das Opfer lange Zeit im Zunftballett X-Plosion getanzt hatte.

Die Zunft habe sich deshalb entschlossen, den Rolletag 2019 abzusagen. Man bedanke sich ausdrücklich beim Förderverein des AV Hardt dafür, dass sie diese Entscheidung sofort mitgetragen haben“. Auf der Facebookseite der NRWZ äußern sich die User durchweg positiv und zollen der Katzenzunft Respekt für ihre Entscheidung.

Bürgermeister Moosmann: Betroffen

Auch Hardts Bürgermeister Michael Moosmann hält die Entscheidung für „vollkommen in Ordnung“. Er war von der Polizei am Sonntag über die Tat informiert worden und berichtete dem Rathausteam am Montagmorgen. „Bei den Leuten im Dorf merkt man die Betroffenheit“, so Moosmann. Von Wut oder „Schockstarre, die die Menschen um Atem ringen lässt“, wie in einer Zeitung zu lesen war, könne aber keine Rede sein.

Ein Gerücht, die Gemeinde habe wegen der Tragödie vom Sonntag die Fahne vor dem Rathaus auf halbmast gesetzt, hat sich als falsch herausgestellt. Die Fahne war wegen des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am Sonntag auf Halbmast gesetzt worden.

 

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