Wenn Schule zur Wirtschaftsmesse wird

20 Jahre Übungsfirma an den Beruflichen Schulen Schramberg

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Viele Verträge haben die Firmen miteinander abgeschlossen. Fotos: Berufliche Schulen Schramberg

Wer an diesem Tag die Mensa der Beruflichen Schulen Schramberg betrat, fühlte sich weniger wie in einer Schule als vielmehr auf einer echten Wirtschaftsmesse. Messestände, Verkaufsgespräche, Vertragsabschlüsse und geschäftiges Treiben bestimmten laut Pressemitteilung das Bild der Übungsfirmenmesse – ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie praxisnah kaufmännische Ausbildung heute sein kann.

Schramberg. Anlass der Messe war ein besonderes Jubiläum: Vor genau 20 Jahren wurde an den Beruflichen Schulen Schramberg die erste Übungsfirma gegründet. Was damals klein begann, ist heute eine Erfolgsgeschichte mit vier aktiven Übungsfirmen – und ein fester Bestandteil des Berufskollegs Wirtschaft.

Zur Eröffnung machte Schulleiter Axel Rombach deutlich, worum es bei der Übungsfirmenarbeit geht: „Stellen Sie sich vor, Sie betreten heute keine Schulmesse, sondern eine echte Wirtschaftsmesse.“ Genau das erlebten die Schülerinnen und Schüler. Sie präsentierten ihre Produkte, führten professionelle Gespräche, knüpften Kontakte und arbeiteten im Team – Kompetenzen, die im späteren Berufsleben entscheidend sind. Präsentieren, kommunizieren, Verantwortung übernehmen: Die Übungsfirma bringt Schule und Arbeitswelt eng zusammen.

Beratungsgespräche am Messestand.

Übungsfirma organisiert

Organisiert wurde die Messe von der Übungsfirma rolling marble GmbH aus dem einjährigen Berufskolleg Wirtschaft (1BK2W1) unter der Leitung von Kathrin Bergmann und dem Team der Übungsfirmen-Lehrkräfte.

Neben der Organisation sorgten die Schülerinnen und Schüler auch für das leibliche Wohl: Wraps mit Falafel, Pommes und Hot Dogs fanden ebenso reißenden Absatz wie Kuchen, der von der Klasse 1BK1W1 gebacken wurde. Die Juniorenfirma der zweijährigen Berufsfachschule Wirtschaft verkaufte Schokoriegel sowie fair gehandelten Kaffee.

Die Juniorfirma bot Kaffee und Süßigkeiten.


Sechs Firmen am Start

Als Aussteller präsentierten sich die Übungsfirmen rolling marble GmbH, Wellness Company, Hot Sports Schramberg und Car Company der Beruflichen Schulen Schramberg. Darüber hinaus waren mit der SET GmbH (Stühle Eckbänke Tische) aus Oberndorf/Sulz und der DavidWürthSportsCommerce GmbH aus Schwenningen auch externe Partnerschulen vertreten – ein weiterer Beweis für die Vernetzung der Übungsfirmenarbeit über Schulgrenzen hinweg.

Der organisatorische Aufwand war beachtlich. „In den letzten Tagen hat sich alles um die Messegestaltung gedreht, an alles musste gedacht werden – von der Versorgung mit Speisen und Getränken bis zur Bereitstellung von Müllbehältern“, berichtete Organisatorin Kathrin Bergmann. Auch pädagogisch war die Messe ein Gewinn, wie Fachlehrkraft Carina Frommer betonte: „Die Schülerinnen und Schüler können bei den anderen Teilnehmern sehen, wie man einen Stand gestalten kann, und dadurch Ideen für die nächste Messe sammeln.“

Kalkulieren ist wichtig.

Positive Bilanz

Besonders positiv fiel das Fazit der Schülerinnen und Schüler aus. „Wir hatten gute Geschäfte gemacht, viele Verträge geschlossen und werden nun selbst auf Einkaufstour gehen“, sagte Nils Knoll aus dem einjährigen Berufskolleg Wirtschaft. Lennart Freitag von der David-Würth-Schule ergänzte: „Es macht Spaß, sich mit den anderen Übungsfirmen auszutauschen und diese live kennenzulernen. Auch wenn ich später einen technischen Beruf anstrebe – die Kenntnisse aus dem Berufskolleg kann ich überall gebrauchen.“

Am Ende waren sich alle einig: Die Übungsfirmenmesse war nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, sondern vor allem eine wertvolle Lernerfahrung. Sie zeigt eindrucksvoll, wie das Berufskolleg Wirtschaft an den Beruflichen Schulen Schramberg junge Menschen praxisnah, kompetent und zukunftsorientiert auf das Berufsleben vorbereitet – ganz nah an der Realität der Wirtschaft.

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