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Dr. Michel geht in den „selbstgewählten Ruhestand“ – sein Nachfolger als Rottweiler Landrat heißt Christoph Keckeisen

Der bisherige Erste Landesbeamte des Bodenseekreises setzte sich gegen FDP-Landtagsabgeordneten Frank Bonath durch / Kreisrätinnen und -räte haben in der entscheidenden Sitzung keine Fragen mehr an die beiden Kandidaten

Christoph Keckeisen ist der künftige Landrat des Landkreises Rottweil. Foto: Peter Arnegger
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Wechsel im Landratsamt Rottweil: Mit 39 von 43 Stimmen hat der Kreistag den bisherigen Ersten Landesbeamten des Bodenseekreises, Christoph Keckeisen (49, CDU), zum neuen Landrat gewählt. Sein Vorgänger Dr. Wolf‑Rüdiger Michel verabschiedet sich nach fast 24 Jahren im Amt in den selbstgewählten Ruhestand – und übergibt einen Landkreis im Wandel.

Nur vier Stimmen gegen ihn: Mit überwältigender Mehrheit ist Christoph Keckeisen (49), Erster Landesbeamter des Bodenseekreises, am Montag zum künftigen Landrat des Landkreises Rottweil gewählt worden. Der Kreistag machte es sich während dieser letzten Phase dieser Richtungsentscheidung nicht extra schwer: Nach den jeweils rund 15-minütigen Vorstellungsreden der beiden Kandidaten gab es keine Fragen an sie, man schritt zugleich zur geheimen Wahl. Nach 24 Jahren im Amt trat Dr. Wolf-Rüdiger Michel nicht mehr an. Seine Amtszeit endet im April 2026. Zwei Interessenten haben sich offiziell beworben – und wurden am 1. Dezember im „Besonderen beschließenden Ausschuss zur Vorbereitung der Wahl der Landrätin/des Landrats“ als „geeignet“ bestätigt. Heute fand ihre Wahl statt, Michel dagegen geht „in den selbstgewählten Ruhestand“ – und freut sich dem Vernehmen nach darauf.

Mit Christoph Keckeisen (CDU) und Frank Bonath (FDP) bewarben sich zwei Kandidaten um das Amt des Landrats, die beide Verwaltungserfahrung, politische Gestaltungskraft und einen klaren Anspruch auf Führung mitbringen. Christoph Keckeisen ist Jurist und derzeit Erster Landesbeamter im Bodenseekreis. Frank Bonath ist Volkswirt und derzeit FDP-Landtagsabgeordneter in Stuttgart.

Update: Keckeisen ist gewählt

Der neugewählte Rottweiler Landrat: Christoph Keckeisen, mit seiner Frau. Foto: Peter Arnegger

… mit 39 von 43 Stimmen. Er wolle alles dafür tun, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen, sagte er, und erhielt stehende Ovationen. Im Rahmen seiner Rede versprach Keckeisen, mit seiner Frau nach Rottweil ziehen zu wollen.

Bei der Auszählung.
Blumen vom scheidenden an den künftigen Landrat.

Update: Die Wahl läuft

Gab als Erster seine Stimme ab, weil es nach dem Alphabet ging: Thomas Albrecht, der Bürgermeister von Wellendingen.
Rottweils OB Dr. Christian Ruf bei der Stimmabgabe.
Während der geheimen Abstimmung. Fotos: Peter Arnegger

Die Bewerber traten heute ab 15 Uhr an, werden sich den Kreisrätinnen und Kreisräten vorstellen. Die öffentliche Sitzung ist sehr gut besucht, mehr als hundert Menschen wohnen ihr bei. Sie findet in der Stadthalle Rottweil statt.

Dr. Michel in seiner letzten Kreistagssitzung. Foto: Peter Arnegger

Zwei Bewerber – ein Amt: Wer folgt auf Landrat Wolf-Rüdiger Michel?

Am heutigen Montag fällt im Landkreis Rottweil eine wichtige politische Entscheidung: Der Kreistag wählt in öffentlicher Sitzung den neuen Landrat. Zur Wahl stehen zwei Kandidaten – Frank Bonath und Christoph Keckeisen wollen die Nachfolge von Landrat Dr. Wolf-Rüdiger Michel antreten, der nach fast 24 Jahren im Amt in den Ruhestand geht.

Frank Bonath. Foto: Peter Arnegger

„Ich will hier Landrat werden“

Er wolle dafür sorgen, „dass der Staat gut funktioniert“, sagt der Bewerber, der zunächst spricht, der Landtagsabgeordnete Frank Bonath. Er wolle auf einen verlässlichen öffentlichen Personennahverkehr ebenso setzen wie auf sanierte Straßen. „Der Landrat muss ein verlässlicher Möglichmacher“ sein, sagt er. Und ein klares Bekenntnis zur Wirtschaft gehöre dazu. Und er müsse den Haushalt „nicht nur verwalten, sondern aktiv steuern.“ Denn was in den Kreisfinanzen passiere, „wirkt direkt in die Rathäuser hinein“. Die vielen Bürgermeister im Rund lauschen. Zudem stehe er für eine moderne Verwaltung. Es gebe wichtige Werkzeuge, das Ziel aber sei eine Verwaltung, in der jeder Mitarbeitende wisse, wofür er arbeite. Die für Lösungen stehen, die engagiert und empathisch arbeiten.

Bonaths Rede ist nicht ergreifend, er steht ernsten Gesichtern gegenüber. Bonath gilt als der Zweitplatzierte von zwei Kandidaten. Er verspricht, politische Erfahrungen aus allen Ebenen mitzubringen, vom Gemeinde- über den Kreis- bis zum Landtag. Ein Landrat müsse führen können, sagt er, mitreißen offenbar nicht.

Niemand hat eine Frage an den Kandidaten.

Christoph Keckeisen. Fotos: Peter Arnegger

„Ich will mit ganzer Überzeugung Ihr nächster Landrat werden“

Christoph Keckeisen stellt sich vor. Ein ehemaliger Rechtsanwalt und heutiger stellvertretender Landrat. Bürgernähe und Kommunalfähigkeit gehörten zu seinem Verständnis. Er sehe sich als Partner des Kreistags und Ansprechpartner für die Gemeinden, als ein Mittler auch nach oben. Er wolle das Landratsamt zu einer Ermöglichungsbehörde machen. Im Landkreis Rottweil gingen Geschichte und Zukunft zusammen. Den anstehenden Strukturwandel der Wirtschaft wolle er aktiv unterstützen. Wert wolle er legen auf gesunde Finanzen, auf eine Politik der Vernunft und des Maßes. Zudem setze er auf gute Bildung, Schulen sollten einen „absoluten Schwerpunkt“ darstellen. Er wolle auf eine leistungsfähige Infrastruktur setzen, inklusive ÖPNV. Und er wolle eine „krisenfeste Daseinsvorsorge“, eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung.

Auch Keckeisen ist kein Entertainer. Aber einen solchen benötigt man an der Spitze eines Landkreises wohl auch nicht. Er gilt als der Favorit unter den zwei Bewerbern. Im Anschluss an die Reden wird der Kreistag in geheimer Abstimmung entscheiden. Der Neue wird ab 1. Mai offiziell im Amt sein.

Die beiden Kandidaten und ihre Ehefrauen. Foto: Peter Arnegger

Wahl durch den Kreistag

Die Landratswahl findet nicht als Bürgerwahl statt, sondern wird vom Kreistag entschieden. Die Mitglieder des Gremiums stimmen in öffentlicher Sitzung über den neuen Verwaltungschef des Landkreises ab. Der Landrat ist Vorsitzender des Kreistags, Leiter des Landratsamts und oberster Repräsentant des Landkreises.

Mit der Entscheidung endet eine Ära: Seit 2002 steht Wolf-Rüdiger Michel an der Spitze des Landkreises. Seine Amtszeit endet im Frühjahr 2026.

Frank Bonath: Landtagsabgeordneter mit wirtschaftspolitischem Fokus

Einer der beiden Bewerber ist Frank Bonath. Der Diplom-Volkswirt aus Villingen-Schwenningen sitzt derzeit für die FDP im baden-württembergischen Landtag. Bonath betont in seinem Programm vor allem wirtschaftliche Entwicklung, Bürokratieabbau und eine enge Zusammenarbeit mit den Kommunen. Der Landkreis müsse ein attraktiver Standort für Unternehmen bleiben und zugleich lebenswerte Bedingungen für Familien und junge Menschen bieten.

Seine Erfahrung aus Landespolitik und Wirtschaft wolle er nutzen, um den Landkreis strategisch weiterzuentwickeln. Dabei hebt er unter anderem Themen wie Digitalisierung der Verwaltung, Infrastruktur und wirtschaftliche Stärke der Region hervor.

Christoph Keckeisen: Verwaltungsexperte aus dem Bodenseekreis

Mit Christoph Keckeisen tritt ein erfahrener Verwaltungsjurist an. Der 49-Jährige ist derzeit Erster Landesbeamter im Bodenseekreis und damit stellvertretender Landrat. Keckeisen versteht das Amt des Landrats vor allem als moderierende Führungsaufgabe zwischen Kommunen, Kreistag und Verwaltung. Der Landkreis Rottweil sei eine Region mit starken Unternehmen und engagierten Kommunen, deren Entwicklung gemeinsam gestaltet werden müsse.

Zu seinen Schwerpunkten zählen stabile Kreisfinanzen, die Weiterentwicklung der Infrastruktur sowie gesellschaftlicher Zusammenhalt – etwa durch Unterstützung von Ehrenamt und Vereinen.

Unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel

Beide Kandidaten bringen unterschiedliche berufliche Hintergründe mit:

  • Bonath kommt aus der Landespolitik und Wirtschaft.
  • Keckeisen aus der Verwaltung und der kommunalen Praxis.

Inhaltlich setzen beide auf wirtschaftliche Stärke, eine funktionierende Verwaltung und eine enge Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden im Landkreis.

Entscheidung am Montag

Am Montag wird der Kreistag entscheiden, wer künftig das Landratsamt in Rottweil führt. Gewählt ist, wer die Mehrheit der Stimmen der Kreisräte erhält. Damit steht fest: Nach mehr als zwei Jahrzehnten unter Landrat Michel beginnt für den Landkreis Rottweil bald ein neues Kapitel.

Die Schwerpunkte der Kandidaten

In einem umfangreichen Fragenkatalog haben beide für die NRWZ dargelegt, was sie motiviert, wie sie führen wollen und welche Schwerpunkte sie für die kommenden Jahre setzen würden.

Motivation und persönlicher Hintergrund

Beide Kandidaten verbindet der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zur Weiterentwicklung des Landkreises beizutragen. Christoph Keckeisen beschreibt den Landkreis als Region mit Stärke, Tradition und Zukunftspotenzial. Er sieht die Aufgabe des Landrats vor allem darin, gemeinsam mit Kreistag, Verwaltung und Kommunen die Chancen der kommenden Jahre zu gestalten und wirtschaftliche wie gesellschaftliche Stabilität zu sichern.

Frank Bonath betont hingegen den demokratischen Aspekt des Amtes. Ihn motiviert die Möglichkeit, konkret „etwas zu bewegen“ und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Der Landkreis Rottweil stehe durch seinen ländlichen Charakter und seine industrielle Prägung vor großen Umbrüchen, in denen er seinen Beitrag leisten wolle.

In ihrer Vorbereitung auf das Amt verweisen beide auf unterschiedliche, aber jeweils breite Erfahrungen: Keckeisen auf seine Tätigkeit als Rechtsanwalt und Führungskraft in der Verwaltung bis hin zum stellvertretenden Landrat, Bonath auf seine Praxis in Landes- und Kommunalpolitik sowie seine Arbeit an Schnittstellen von Verwaltung, Wirtschaft und Infrastruktur. Beide erwähnen ihre Familien ausdrücklich als wichtigen Rückhalt.

Arbeitsweise, Führungsstil und Verwaltung

In der Einschätzung der Beschreibung der eigenen Arbeitsweise durch andere zeigen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten. Keckeisen gibt an, er werde als klar, entscheidungsstark und lösungsorientiert beschrieben, mit einem Führungsstil auf Augenhöhe und einer starken Präsenz vor Ort. Bonath sagt, er werde als fokussiert, teamorientiert und fehlertolerant gesehen, der bewusst auf das Wissen vieler setze und Verantwortung übernehme.

Beim Verständnis moderner Verwaltung betonen beide Schnelligkeit, Bürgernähe und Digitalisierung. Keckeisen spricht von einer Verwaltung, die Lösungen ermöglicht und sich als Dienstleister versteht. Bonath legt den Schwerpunkt zusätzlich auf eine „radikale Vereinfachung“ von Abläufen, mehr Eigenverantwortung der Mitarbeitenden und eine stärkere Bündelung über Fachämter hinweg.

Die ersten 100 Tage im Amt

In den ersten 100 Tagen setzen beide Kandidaten klare, aber unterschiedliche Akzente. Keckeisen würde den Fokus zunächst auf Orientierung und Vernetzung legen: Gespräche mit Mitarbeitenden, Führungskräften und Personalrat, eine intensive kommunale Runde mit Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie den Aufbau eines regelmäßigen Dialogs mit Wirtschaft, Verbänden und Ehrenamt.

Bonath will ebenfalls bei den Mitarbeitenden beginnen, verbindet dies jedoch mit einer vertieften Analyse der Finanzlage. Als dritten Schritt nennt er eine Klausur mit dem Kreistag, um frühzeitig eine gemeinsame Vision, Prioritäten und ein verbindliches Arbeitsprogramm zu erarbeiten.

Finanzen und Prioritätensetzung

Angesichts knapper Kassen setzen beide auf Priorisierung. Keckeisen formuliert dies klassisch: Pflichtaufgaben zuerst, Investitionen dort, wo sie einen spürbaren Nutzen bringen, ergänzt um interkommunale Zusammenarbeit zur Nutzung von Synergien. Bonath setzt insbesondere bei Bildung und den Rahmenbedingungen für einen starken Wirtschaftsstandort an und sieht Digitalisierung und Kooperation als zentrale Hebel, um Aufgaben effizienter zu erfüllen.

Auch beim Führungsstil zeigen sich unterschiedliche Nuancen: Keckeisen beschreibt ihn als verbindlich, klar und partnerschaftlich mit dem Ziel tragfähiger Lösungen, Bonath legt den Schwerpunkt auf Sinnstiftung, persönliches Wachstum und Vielfalt als Quelle von Innovation.

Zukunftsthemen und Entwicklung des Landkreises

Bei der Frage nach den dringendsten Themen nennt Keckeisen vor allem wirtschaftliches Wachstum in Zeiten der Transformation, eine verlässliche Entwicklung der Kommunen, leistungsfähige Infrastruktur sowie Offenheit für neue Technologien. Er betont dabei die zentrale Rolle der Gemeinden als „Ort der Wirklichkeit“.

Bonath setzt andere Akzente: Medizinische Versorgung – insbesondere die Kinderarztversorgung –, Unterstützung der wirtschaftlichen Transformation und ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr mit Projekten wie Ringzug, Elektrifizierung und Tarifverbund.

Beide wollen den ländlichen Raum stärken, indem sie Infrastruktur, Unterstützung und Verlässlichkeit gewährleisten. In wirtschaftlicher Hinsicht sehen beide die größte Chance im starken Mittelstand und seiner Fähigkeit zur Transformation, flankiert durch schnelle Verfahren, geeignete Flächen und verlässliche Energieversorgung.

Die interkommunale Zusammenarbeit bewerten beide als zentral – Keckeisen vor allem sachlich-funktional über Kreisgrenzen hinweg, Bonath als strukturell notwendige Entwicklung öffentlicher Verwaltung insgesamt.

Junge Menschen, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Ehrenamt

Um junge Menschen im Landkreis zu halten oder zurückzugewinnen, nennen beide ähnliche Faktoren: gute Arbeits- und Ausbildungschancen, bezahlbaren Wohnraum, digitale Infrastruktur, Mobilität sowie Freizeit- und Kulturangebote. Bonath betont zusätzlich die Bedeutung familienfreundlicher Rahmenbedingungen.

Beim gesellschaftlichen Zusammenhalt sprechen beide von Begegnung als Schlüssel: Keckeisen hebt generationenübergreifende Projekte hervor, Bonath den aktiven Austausch in Vereinen, Schulen und öffentlichen Räumen. Beim Ehrenamt nennen beide Bürokratieabbau, Beratung, Anerkennung und Sichtbarkeit als wesentliche Stellschrauben.

Kulturelle Vielfalt bewerten beide Kandidaten als Bereicherung für Identität, Attraktivität und Lebensqualität im ländlichen Raum.

Erneuerbare Energien und persönliche Haltung

Beim Ausbau erneuerbarer Energien sehen beide den Landkreis in einer moderierenden und unterstützenden Rolle. Keckeisen betont Transparenz und Beteiligung, Bonath zusätzlich Koordination, Beschleunigung, Netzausbau und Speicherlösungen.

Verblüffend ist die Ähnlichkeit der Antwort des wichtigsten persönlichen Wertes: Da nennen beide „Verlässlichkeit“. Bei der Frage „Welche Entscheidung hat Sie zuletzt länger beschäftigt?“ geben beide an, dass die Entscheidung zur Kandidatur sie zuletzt stark beschäftigt habe. In ihrer Freizeitgestaltung hingegen unterscheiden sie sich: Keckeisen nennt Familie, Musik und Lesen, Bonath Zeit in der Natur.

Auf die abschließende Frage nach einem Wunsch für den Landkreis nennt Keckeisen eine flächendeckend starke digitale Infrastruktur, Bonath den zweigleisigen Ausbau der Gäubahn mit direkter Anbindung nach Stuttgart.

Fazit: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Christoph Keckeisen und Frank Bonath teilen zentrale Grundüberzeugungen: Verlässlichkeit, Bürgernähe, Digitalisierung, starke Kommunen und eine zukunftsfähige Wirtschaft. Unterschiede zeigen sich vor allem in den Schwerpunkten – Keckeisen stärker verwaltungs- und kommunalorientiert mit Fokus auf Stabilität und Ermöglichung, Bonath stärker politisch-strategisch ausgerichtet, mit Akzenten bei Finanzen, Gesundheit und Mobilität. Die Wahl treffen dürfen die Rottweiler Kreisrätinnen und Kreisräte. Sie haben es in der Hand zu entscheiden, wer dem Kreis Rottweil für die kommenden acht Jahre vorstehen darf.

Und wie sind die Chancen?

Die größere Chance, Landrat zu werden, hat derzeit klar Christoph Keckeisen. Für ihn haben sich öffentlich schon die Fraktionen der CDU und der Freien Wähler-Vereinigung (FWV) ausgesprochen, während Frank Bonath bisher die Unterstützung der FDP sicher ist. Grüne/ÖDP, SPD und AfD haben sich noch nicht öffentlich für den einen oder anderen Kandidaten entschieden.

Die Stimmen von CDU und Freien Wählern würden aber reichen, um Keckeisen zum Landrat zu machen. Doch Gremienwahlen haben ihre eigenen Gesetze: Gewählt wird geheim, und so manch eine Fraktion stimmt nicht so geschlossen ab, wie es vorab aussah. Ein prominentes Beispiel der jüngeren Zeit ist Friedrich Merz, der es erst im zweiten Anlauf zum Kanzler schaffte.

Kann es auch in Rottweil zu einem zweiten Wahlgang kommen?

Klare Antwort – ja, und sogar zu einem dritten. Am 23. März 2026 haben beide Kandidaten die Gelegenheit, sich dem Kreistag innerhalb von 15 Minuten vorzustellen. Danach gibt es eine Fragerunde, und dann wird gewählt. Gewonnen hat der Kandidat, der mehr als die Hälfte der Stimmen aller Kreistagsmitglieder, also Stand heute mindestens 24 Stimmen, erhält.

Wenn keiner der beiden Kandidaten die erforderliche Anzahl an Stimmen bekommt, gibt es einen zweiten Wahlgang. Und wenn auch da die erforderlichen Stimmen für keinen der beiden zusammenkommen, gibt es einen dritten Wahlgang. In diesem reicht dann die einfache Mehrheit – der mit den meisten Stimmen gilt als gewählt. Sollte es Stimmengleichheit geben, entscheidet das Los.

Dieser Verlauf der Wahl hört sich äußerst unwahrscheinlich an, aber auch das passiert bei Gremienwahlen manchmal. Zuletzt bei der Wahl des heutigen Oberbürgermeisters von Rottweil Dr. Christian Ruf. Das geschah 2015 im Rottweiler Stadtrat bei seiner Wahl zum Ersten Beigeordneten der Stadt Rottweil.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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