ENRW warnt erneut vor falschen Vertreterinnen und Vertretern

Keine Daten, keine Unterschrift – Energieversorger und Polizei warnen vor Haustürbetrug.

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Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Rottweil. Erneut versuchen angebliche Vertreter der ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG, Kundinnen und Kunden an der Haustüre abzuwerben und persönliche Daten zu erfragen. Die ENRW bittet um erhöhte Vorsicht.

Aktuell häufen sich wieder Fälle von Besuchen durch Personen, die sich als Mitarbeitende oder Beauftragte der ENRW ausgeben. Ziel dieser Personen ist es offenbar, Kundinnen und Kunden direkt vor Ort zu verunsichern, zu Vertragswechseln zu bewegen und vertrauliche Daten abzufragen.

Die ENRW bittet darum, in einem solchen Fall keine persönlichen Daten herauszugeben und auf keinen Fall Dokumente wie Vertragsbestätigungen oder Rechnungen vorzuzeigen. Das Gespräch sollte so schnell wie möglich abgebrochen werden. Kundinnen und Kunden sollten sich nicht drängen lassen und keine Dokumente unterschreiben.

Im Zweifel können Kundinnen und Kunden nach einem Dienstausweis fragen, über den alle ENRW-Mitarbeitenden verfügen.

Zwei typische Fallbeispiele aus aktuellen Vorfällen

Fallbeispiel 1: „Wir müssen Ihren Zähler prüfen“
Ein Mann klingelt abends und behauptet, er müsse „dringend den Zählerstand abgleichen“, weil es sonst zu einer Schätzung und höheren Kosten komme. Er wirkt eilig, steht dicht an der Tür und fragt gezielt nach der letzten Rechnung. Ziel ist es, Zählernummer, Kundennummer oder Vertragsdaten zu erhalten – oft reicht schon ein Foto der Rechnung.

Fallbeispiel 2: „ENRW stellt um – unterschreiben Sie kurz“
Zwei Personen treten freundlich auf und erklären, die ENRW habe „neue Tarife“ oder „gesetzliche Änderungen“, deshalb müsse man „nur kurz“ etwas bestätigen. Häufig wird dabei ein Tablet oder Formular vorgelegt. Tatsächlich handelt es sich um den Versuch, einen unbemerkten Anbieterwechsel oder eine neue Vertragsbindung zu erreichen.

So erkennen Sie falsche Vertreterinnen und Vertreter an der Haustür

Achten Sie besonders auf folgende Warnsignale:

  • Druck & Zeitstress: „Bitte unterschreiben Sie das jetzt sofort.“
  • Unklare Angaben: keine konkreten Namen, keine klare Firma, nur „wir sind vom Energieversorger“.
  • Fragen nach sensiblen Daten: Kundennummer, Zählernummer, Bankverbindung, Geburtsdatum.
  • Rechnung / Vertragsunterlagen zeigen: Oft wird ausdrücklich verlangt, die letzte Rechnung „kurz zu sehen“.
  • Tablet-/Unterschriftentrick: „Das ist nur eine Bestätigung“ – tatsächlich ist es ein Vertrag.
  • Kein echter Ausweis: Wenn überhaupt, wird ein unleserliches Kärtchen oder ein Fantasieausweis gezeigt.

Was Sie tun sollten, wenn jemand an der Haustür Druck macht

Richtiges Verhalten:

  1. Tür nicht öffnen oder nur mit Sicherheitsabstand sprechen.
  2. Nichts herausgeben: keine Unterlagen, keine Daten, kein Foto der Rechnung.
  3. Nicht unterschreiben – auch nicht „nur zur Bestätigung“.
  4. Gespräch sofort beenden: freundlich, aber konsequent.
  5. Dienstausweis verlangen (Name notieren).
  6. Bei Unsicherheit: ENRW direkt kontaktieren und prüfen lassen.

❗Wenn jemand aggressiv wird oder nicht gehen will:
➡️ Polizei über 110 verständigen.


Polizei-Prävention: Tipps gegen Haustürbetrug / falsche Vertreter

Die Polizei empfiehlt, unbekannte Personen an der Haustür grundsätzlich kritisch zu prüfen. Öffnen Sie die Tür nur mit Sicherheitsvorkehrung (z. B. Sperrriegel), lassen Sie keine Fremden in die Wohnung und verlangen Sie einen offiziellen Ausweis. Im Zweifel sollte man einen Rückruf beim Unternehmen tätigen – die Telefonnummer dafür sollte man immer selbst heraussuchen. Bei zudringlichem Verhalten oder Verdacht auf Betrug rät die Polizei, sofort Hilfe zu holen und gegebenenfalls den Notruf 110 zu wählen.

Die Polizei rät insbesondere:

✅ Vor dem Öffnen / beim Gespräch an der Tür

  • Unbekannte erst anschauen (Türspion/Fenster) und Tür nur mit Sperrriegel bzw. Sicherheitskette öffnen.
  • Keine Fremden in die Wohnung lassen, wenn nicht eindeutig klar ist, wer die Person ist und warum sie da ist.
  • Ausweis/Firmenausweis verlangen – und zwar ruhig, in gutem Licht, ohne Hektik.

✅ Prüfen statt glauben

  • Im Zweifel Rückruf beim Unternehmen/bei der Behörde – aber: Telefonnummer selbst heraussuchen, nicht vom Besucher geben lassen.
  • Währenddessen soll die Person vor der verschlossenen/gesicherten Tür warten.

✅ Wenn jemand Druck macht

  • Zudringliche Besucher energisch abwehren, laut ansprechen oder Hilfe holen (Nachbarn).
  • Wenn nötig: sofort Polizei rufen.

✅ Nach einem Vorfall

  • Auch wenn kein Schaden entstanden ist: verdächtige Vorfälle melden, damit andere gewarnt werden können.

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