„Kindheitshelden“ bevölkerten den Bärensaal in Schramberg

Gesellenball

Schramberg – Hunderte Kindheitshelden tummelten sich am Sonntagabend im Bärensaal: Biene Majas, Pippi Langstrümpfe, Cowboys und Pumuckl. Kolping hatte zu Gesellenball unter dem Motto „Kindheitshelden“ eingeladen.

Zum Auftakt mit dem Narrenmarsch zog die Stadtmusik in den Bärensaal, gefolgt vom Kehraus, den Hansel, Brüele und Bach-Na-Fahrern. Beim Brezelsegen ersangen sich die Kindheitshelden im Saal jede Menge Brezeln, Schoklädle und Würstle. Auch die Stadtmusik kam nicht zu kurz.

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Alle Fotos: Martin Himmelheber

Zur Eröffnung rutschten Mattias Krause und Moritz Ragg als Tim und Tom eine Kinderrutsche hinab in ihre Kindheit. Bei Gummibärchen philosophierten sie über die Besonderheiten von Festivals und luden zu einem Festival der Kindheitshelden. Solche Festivals seien der „heiße Scheiß von den Boomerboomern bis zu uns Rententräumern“. Sie begrüßten die „Freunde aus der Schweiz“, die leider keine Heidi dabeihatten. Beim Gummibärchenkauen träumte Tim davon, dass eines Tages seine Kinder in einem frisch sanierten Gymnasium Abitur machen werden.

Gut geschützt durch ein Bauarbeiter, Feuerwehr, Security und E-Team startete das Festival mit bezaubernden Eisprinzessinnen und drei tanzenden Schneemännern. Das neue Kinderballett tanzte sich schnell in die Herzen des Publikums und durfte nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Thomas Neff beschäftigte sich mit dem Thema Kochen und hatte einen Song zum Grillen mit dabei: „Hätt‘ ich die Wahl zwischen Saufen und Chillen – ich tät‘ grillen.“

Asterix und Obelix im Kampf gegen Vorschriften

Als Asterix und Obelix mit Gefolge wie Troubadix aber auch einem römischen Legionär und einem römischen Statthalter machte sich die Gregorianik auf den Weg von Gallien in den Silva Negra nach Schramtal.

Unterwegs hatten sie noch einen Wagenhändler Tobse Doldele aufgegabelt, der sie im Kampf gegen die Verbote und Vorschriften aus dem römischen Rottweil unterstützen sollte. Der arme Troubadix will den Narrenmarsch anstimmen, doch Asterix verklebt im den Mund.

Wickipedia weiss alles

Als „Wickipedia“ trat Dietmar Gebert ans Mikrofon. Er gab gewohnt scharfzüngig einen Rückblick aufs vergangene Jahr. Er kannte den Unterschied zwischen einem Orgasmus und der Ampelregierung: „Bei der Ampel stöhnt man länger“, ließ aber auch an den Nachfolgern kaum ein gutes Haar. Friedrich Merz sei „der schwarze Fels in der CDU, der BlackRock.“ Merz habe ja gleich mal die Brandmauer getestet und festgesellt, „dass er aus dem Stand drüberschauen kann“.

Donald Trump käme ihm vor wie ein kleines Kind: „Ich will ein Eis! Da liegt der Wunsch nach Grönland nahe.“ Gebert wusste auch von einer Umfrage unter Frauen in den USA: Auf die Frage, ob sie eine Nacht mit Trump verbringen wollten, hätten 71 Prozent der Amerikanerinne erklärt: „Nie wieder!“

Zur sprachlichen Korrektheit bemerkte Gebert, „dicke Veganer“ dürfe man nicht mehr sagen, man spreche heute von pflanzlichen Fetten. Uiuiuiuiauaauauaua

Schließlich wunderte er sich über den Mann, der bei Aldi Kondome gekauft habe, weil er fremd gehen wollte. „Er hat aber trotzdem Treuepunkte bekommen.“ Mit langem Applaus verabschiedeten die Kindheitshelden ihren Wickipedia-Gebert.

Zauberwelt von Harry Potter

Zu einer Challenge riefen zwei Zauberer Tobse Dold und meine Wenigkeit auf die Bühne. Unsere Aufgabe, drei Würstle und drei Brezeln durch einen Ring werfen. Am Ende hatte jeder von uns es immerhin einmal geschafft.

In die Zauberwelt von Harry Potter entführte das Mädelsballett die Besucherschar. Sie lernten bezaubernd auf dem Besen fliegen und den Zauberstab richtig einzusetzen.

Nach einer Schunkelrunde mit der Band Cockpit hatte Didi Gebert noch ein Mitratespiel. In seiner Ansage hatte er dutzende, wenn nicht hunderte Kindheitshelden versteckt: „Ich mach‘ nur mit, wenn ich geWinnetu!“

Die Panzerknacker suchen Geld in Schramberg

Dann ging es weiter mit der Panzerknackerbande. Stefan Rohrer, Thomas Neff und Gebhard Pfaff versuchten vergebens in Schramberg an Reichtümer zu kommen. Schramberg müsse ja reich sein, da würden bei einem Fest einfach so Brezeln und Würste verschenkt, hatten die drei erfahren. Und in Waldmössingen stünde eine riesige Halle und in Tennenbronn werde eine noch größere gebaut. „Ich wär so gern Schramberger“ modifizierten sie ein Lied der Prinzen.

Schließlich beschlossen die drei Panzerknacker, einen Bankautomaten zu sprengen, so weit wie möglich weg von der Polizei. Nach großer Mühe knallte es. Aber statt Geldscheinen regnete es Styropor. Kein Wunder: Die Panzerknacker hatten den Automaten in Lauterbach gesprengt.

Schließlich kamen die Drei zum Schluss, in Schramberg sei nichts zu holen und zogen ab.

A-E- I -O-U und das Bubenballett

Franzi und Lea animierten die Kinderheldenschar mit „A-E-I-O U – komm lass uns tanzen“ von den Kita-Fröschen. Sie kündigten das Bubenballett an, das in gewagten Bach-na-Fahrer Outfits auf die Bühne kam und den Saal rockte.

Zum großen Finale baten dann Matthias und Moritz wieder alle auf die Bühne und bedankten sich bei allen Beteiligten.

Ziehgruppen rocken den Bärensaal

Nach dem Schlussakkord dauerte es nicht lange und drei Musikgruppen lösten Cockpit wieder ab. Die „Rosswald Clowns“ begeisterten mit Fasnetsklassikern. „Ice-Cream“ servierte anschließend eine großartige Dixieland-Combo. Und ganz zum Schluss kam eine bunte Truppe aus der Stadtmusik, um unter anderem die Fischerin vom Bodensee von drei weißen Schwänen über den See ziehen zu lassen.

Doch irgendwann mussten auch die feierhungrigsten Kinderhelden mal ins Bett.

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