Ein rundum gelungener Ball. Das war allenthalben zu hören, als das Programm der Narrhalla zu Ende war. Für die Besucher im ausverkauften Kapuziner, nach dem Motto „Großer mittelalterlicher Hofball“ fantasievoll verkleidet, ein gelungener Abend.
Rottweil – Die zahlreichen Akteure hatten ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das die närrischen Besucher bestens unterhielt. Das begann mit dem bewährten Conferencier. Timo Digeser war diesmal als „Will Spatzenspiegel“ auf der Bühne. Vor der Kulisse des Schwarzen Tors, auf dem die Uhr auf acht gemalt war. Ihm assistierte diesmal ein junger Trompeter, Julius Lang.

Das örtliche Geschehen, aber nicht nur das, zogen wieder Bajass und Laterne (Lena und Lisa Roth) nach der Pauke des Oberelfers Stephan Drobny durch den Kakao. Starker Beifall war ihnen sicher.

Viel Pep, Bewegung und italienisches Flair brachte das Ballett der Zimmerner Narrenzunft. Begeisterter Beifall und die Forderung nach einer Zugabe, die natürlich gegeben wurde, waren die Reaktion des Publikums.

Ein Dialog zwischen dem Kämmerer (Niklas Derad) und dem Hofnarren (Lukas Derad) machte deutlich, dass die Stadtpolitik so oder so, von der einen oder anderen Seite, betrachten kann. Klar war auch hier das Parkkonzept Thema, der neue Blitzer, die Einsparungen, aber nicht nur das. Der Hofnarr stichelte, der Kämmerer verteidigte die Entscheidungen von Rat und Verwaltungsspitze.

Dann Auftritt des Königspaars Gunter Wilde als König Gunnar und Stephan Drobny als Königin. Dafür hatte er seinen noch zu Beginn des Balls prächtigen Vollbart abrasiert, nur unter der Nase gab es noch einen Damenbart. Es galt, für Prinzessin Simona einen Partner zu finden. Und drei Bewerber gab es – im Fernseh-Spiel „Herzblatt. Hier glänzte Timo Digeser als Moderator mit holländischem Akzent. Aber auch die anderen Mitspieler zeigten sich bestens aufgelegt. So ging es in die Pause – ohne dass sich die Prinzessin für einen Bewerber entschieden hatte.

Kampf mit dem Drachen
Eine ganze Revue mit Lokalem, Aktion und Musik brachte die Gruppe „Läbtag“ auf die Bühne. Mit Ritterspielen (der Favorit konnte nicht kommen – zu viele Baustellen in der Stadt), Kampf mit einem Drachen, Gauklern – und der Ankündigung der Prinzessin, beim Abstellen des Pferdes einen Gulden für jede angefangene Stunde zu verlangen. Der verbliebene Ritter musste sich dem Knappen (Julius Lang) geschlagen geben – und drei Frauen machten mit dem bösen Drachen kurzen Prozess. OB Ruf und die Gemeinderäte musste sich dann auch noch den Vers anhören: „Und die Moral von der Geschicht, mit den Vereinen versch… man es besser nicht“.

Auch darauf hatten die Anwesenden bereits gewartet: Ritter Willi und Hofnarr Schorsch (Andreas Wilkens und Georg Hauser), zwei Herren im mittleren Alter im Mittelalter.

Auch diese beiden ernteten zahlreiche Lacher. Ganz köstlich die Beschreibung des Narrens aus Sicht des fremden Ritters. Ihr Lied: „Ja unsere Fasnet muasch eifach erleba“, nach der Melodie der „Kleinen Kneipe“.

Furioser Auftritt
Das Männerballett setzte dann mit einem furiosen Auftritt nicht nur den Schlusspunkt, sondern fand auch der Prinzessin einen Mann. Lukas Cwielong hatte sich Beifall und Prinzessin mit seinem furiosen Ballett-Auftritt aber auch redlich verdient.

Am Ende wurde die Verwaltungsspitze noch zur Kasse gebeten: Oberelfer Drobny, im Hauptberuf Diakon, hielt OB Dr. Christian Ruf und Bürgermeisterin Ines Gaehn den Klingelbeutel hin. Für die Parkgebühren der Mitwirkenden am Ball. Papier, keine Münzen sollten es sein. Und beide ließen sich nicht lumpen, wie es den Anschein hatte.

Nach dem Programm wurde noch eifrig getanzt. Und Gunter Wilde brachte noch eine Einlage, als er mit der Band „Crazy Room“ Luftgitarre zu „Whole Lotte Love“ spielte.










