Proklamation: Geldesel, Gartenschau-Verlegung, sprunghafte Sprünge

Geldesel dopen, Frösche küssen, Vierschichtbetrieb am Friedrichsplatz – bei der Proklamation am Fasnetssonntag gab die Narrenzunft einen Ausblick, wie sie die Stadt zu neuen Glanzzeiten führen will. Zum Schluss kam der erlösende Appell: „Drum uf ihr Leit‘, send au gscheit ond narret, was‘ zom narren geit!“

Die leeren Kassen und die Landesgartenschau waren zentrale Themen beim Antritt der neuen Narrenregierung, die in der Oberen Hauptstraße sehnlich erwartet wurde. Fast wäre es allerdings gar nicht Übernahme des Stadtregiments gekommen. Denn weil alle von der Stadt Geld wollen, sei das Alte Rathaus durch Maßnahmen wie Iris-Scans mittlerweile hoch gesichert – zum Glück hat es dann doch noch geklappt.

Zwanzig vor Zwölf kamen die erlösenden Worte: „Mir hend a neie Obrigkeit“. Foto: al

Für die klammen Kassen hat die Zunft durchaus Ideen, will aber auf unpopuläres wie ein weiteres Hochschrauben von Parkgebühren ins Astronomische verzichten. Stattdessen ist man auf der Suche nach wachzuküssenden reichen Prinzen sowie Geldeseln, denen man dann zur Unterstützung der Dukatenproduktion Rizinusöl verabreichen möchte.

Gespanntes Publikum vor dem Alten Rathaus. Foto: al
Ausscheller in Aktion. Foto: al
Derzeit nicht im Amt und gut bewacht: OB Dr. Christian Ruf. Foto: al

Auch das Projekt Landesgartenschau bekam sein fett weg. Damit die elenden Baustellen in der Stadt ein Ende haben, soll die LaGa „nach Osten“ verlegt werden – „also nach Göllsdorf“. Oder unter die Erde, wo sie mutmaßlich auch niemanden stören würde.

In voller Montur. Foto: al
Logenplätze im Stadtmuseum. Foto: al

Akuten Handlungsbedarf sieht die Zunft bei den anstehenden Baumaßnahmen am Friedrichsplatz. Dass der, wie von der Stadt veranschlagt, nur anderthalb Jahre gesperrt sein wird, hält man für so wahrscheinlich wie dass „ein Fisch das Fahrradfahren lernt“. Eher seien zwölf Jahre zu veranschlagen. Soweit dürfe es aber nicht kommen. Deswegen will die Zunft die Sache in die Hand nehmen und im „Vierschichtbetrieb“ vorantreiben.

Einmal mit vollen Händen: Die neue Obrigkeit gab sich spendabel. Foto: al
Dukaten-Übergabe auf kurzem Weg. Foto: al

Besonderes Kopfzerbrechen bereitet den neuen Stadtoberen, wie während der Sperrung die Narrensprünge organisiert werden. Allerhand „nab, nuf, naus“-Varianten wurden erwogen, sogar ein mehrfaches „nab, nuf. Wie es letztlich kommen soll, blieb im Regierungsprogramm der neuen Narrenregierung bei der Proklamation noch offen.

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