Schramberg: Peter Renz‘ Kniescheibe bringt 120 Euro

Seckeles-Gäules Ordensverleihung / Oli Merk neuer Ordensträger

Schramberg – Uwe Hasenmaile und Sven Kindler als Co-Chefs hießen am Samstag in aller Herrgottsfrühe um 9.27 Uhr „Kanalfahrer aller Länder“, Seckel und Ober-Seckel zur 38. Sitzung des Seckeles-Gäules-Clubs im „Irish Pub“, dem früheren Rocklore-Bäck, willkommen. Unter anderem sollte der diesjährige Ordensträger feierlich proklamiert werden.

Doch bevor es zur Ordensverleihung kam, waren noch alle möglichen Regularien abzuwickeln. „Worte, Weisheiten und ein geschönter Jahresrückblick“ standen auf der umfangreichen Tagesordnung. “Oberseckel“ Peter Renz und seine Ute seien im Krankenhaus. „Die beiden haben jetzt Stahl im Körper“, verkündete Hasenmaile: Er im Knie, sie im Rücken.

Uwe Hasenmaile schwingt große Reden. Foto: him

Spruchrechte für die Amis?

Dann unterbrach Uli Bauknecht die Sitzung und hatte eine traurige Botschaft: Ein amerikanischer Abkömmling vom Schreiner Fuss habe die Rechte am Spruch: “Es sind nicht alle Seckel nach Amerika“ für seine Narrenzunft in Minnesota reklamiert. Ein Gericht in Düsseldorf habe den Amis Recht gegeben, und er müsse nun alle Orden mit dem Spruch einsammeln.

Uli verseckelt die Clubmitglieder. Foto: him

Das gab lautes Buh- und Wehklagen, und Bauknecht gestand, dass das Quatsch sei. Er riet dennoch dem Clubvorstand, die Markenrechte beim Patentamt in München anzumelden. Mit der neuen von ihm komponierten Clubhymne verabschiedete er sich, nicht ohne „eine Kiste Bier für die Obernarren“ einzufordern.

Schließlich konnte Sven „Smurf“ Kindler zur Tagesordnung zurückkehren, begrüßte Ehefrauen, Partnerinnen, die Seckel selbst, die Kanalfahrer aller Länder und Gemeinderäte, Elfer, Obernarren Wirtsleute.

Die Clubmitglieder gedachten in einer Schweigeminute Erich Bauknecht. Dieser sei ein verdienter Bach-na Fahrer mit 26 Fahrten gewesen, der im Alter von 88 Jahren verstorben war. Seit 2005 war Bauknecht Seckeles-Gäules-Ordensträger.

120 Euro für Renz‘ Kniescheibe

Die letztjährige Versteigerung habe 360 Euro für den Kinderfonds eingebracht, so Kindler. Dieses Jahr habe man wieder etwas Außergewöhnliches zum Ersteigern, wieder für eine guten Zweck, nämlich die Clubkasse.

In Fünferschritten ging’s dank Thomas Brantners Geschick als Auktionator bis auf 120 Euro hoch. Dafür durfte Matthias Kaupp die „Kniescheibe von Peter Renz“ sein Eigen nennen. „Nächstes Jahr ist sein Blinddarm dran“, drohte Hasenmaile.

Ein Schaffer als Ordensträger

Es folgte ein weiterer Höhepunkt: Die diesjährige Ordensverleihung mit Laudatio übernahm Uwe Hasenmaile. Man habe stundenlang diskutiert und viele Anwärter gehabt. „Es ist also keine Frage des Ob, sondern des Wann“, tröste er alle, die heute nicht drankamen.  Zeigen müsse man „außerordentliches Engagement und außerordentliches Seckeltum“, um den Orden zu bekommen, zitierte Hasenmaile aus den Statuten. Das habe Oliver „Oli“ Merk bewiesen. Der sei „ein Schaffer, nie im Rampenlicht, nie auf der großen Bühne“.

Merk bekommt den Seckeles-Gäules-Orden. Foto: him

Merk sei 18-mal Da-Bach-na gefahren, habe acht Jahre im Ausschuss mitgewirkt und sei „von ganzem Herzen Bach-na-Fahrer“. Die Seckelei geschah bei einem Campingausflug ins Elsass, als er tief nachts leicht schwankend auf dem Weg zum Campingplatz lauthals den Schramberger Narrenmarsch anstimmte.

Die Dorfbewohner fanden die nächtliche Lärmerei weniger lustig. „Das war Dein Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft auf Seckeles-Gäules Art.“

Feierliche Ordensverleihung mit Hasenmaile, Merk und Kindler. Fotos: him

Mit einem dreifachen „Seckeles- Gäules“ gratulierte die Versammlung dem neuen Ordensträger Oli.

 Verkaufsschlager signalrote Mützen mit Club-Emblem

Als nächsten Programmpunkt vertickte Kindler die von Peter Renz organisierten Original Seckels-Gäules-Mützen. In Signalrot, „ned so langweilig wie die Elferkapp“, sie sei weich, anschmiegsam und warm. Für 15 Euro ging das Stück über den Biertisch.

Peter Renz war virtuell dabei auf einem Poster. Foto: him

Abschließend servierten Jörg Brunnenkant und sein Team noch jedem eine kleine Suppe als Grundlage für den Tag. Man habe den strategisch richtigen Ort für die Versammlung gewählt, denn bis zur Schlüsselübergaben beim Rathaus seien es gerade 118-einhalb Schritte, die man gut bewältigen könne.

Volles Haus bei der Clubsitzung. Foto: him

Doch zuvor kam noch das traditionelle „sexy-Gruppenfoto“ aller Ordensträger der Seckeles-Gäules Haus- und Hoffotografen, zu dem sich die Ordensträger vor dem Rocklore versammelten.

So auch seelisch gestärkt zog der Club die 118-einhalb Meter bis zur Schlüsselübergabe weiter.

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