Acht statt neun Wohnmobilplätze an der H.A.U. in Schramberg

Ausschuss für Umwelt und Technik billigt die Pläne - mit Änderungen

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Jahrelang hatten sich die Wohnmobilexperten im Gemeinderat gegen den Standort H.A.U. gewehrt. Nun ist er beschlossene Sache. Zwar mit einigen Änderungen, aber im große und ganzen so, wie von der Verwaltung vorgeschlagen.

Schramberg. Eigentlich fanden etliche Ausschussmitglieder die Idee, den Pavillon der Familie Landenberger als Frühstückspavillon zu nutzen, charmant. Andererseits schien ihnen der Preis für den barrierefreien Serpentinenweg mit 50.000 Euro zu happig. Nun soll die Stadtverwaltung prüfen, ob der Pavillon bei den Wohnmobilstellplätzen als Frühstücks- und Aussichtsplatz hergerichtet werden kann und welche Fördermittel es dafür gibt.

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Hier sollen die Glascontainer platziert werden und die Entsorgungsstation für die Wohnmobile entstehen. Foto: him

Der Leiter der Abteilung Tiefbau Konrad Ginter hatte das Konzept für neun Stellplätze nochmals kurz erläutert. Nach jahrelanger Debatte habe es der Rat 2023 so beschlossen.  Das jetzt vorliegende Konzept habe allerdings kleinere Änderungen. So sollen die Glascontainer anders platziert werden. Die Entsorgungsstation werde von zwei Seiten anfahrbar. Die Plätze je Wohnmobil werden fünf Meter breit und zehn Meter lang sein.

Damit die Stadtmusik ihr Oktoberfestzelt aufstellen kann, sollen Hülsen im Asphalt eingelassen werden. Wo genau, werde man beim kommenden Oktoberfest direkt anzeichnen. Deshalb werde erst nach dem Oktoberfest mit dem Umbau begonnen. Bei einer Gesamtsumme von etwa 264.000 Euro rechnet Ginter mit gut 46.000 Euro Förderung aus dem Tourismusförderprogramm.

Diskussion um Pavillon

Oskar Rapp (Freie Liste) war „froh, dass jetzt die Planung fertig ist.“ Er stellte aber einen Änderungsantrag, den ihm ein Fraktionskollege aufgetragen habe: Der Stellplatz direkt bei der Entsorgungsstation soll wegfallen.

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Der neunte Stellplatz rechts soll entfallen. Umstritten ist der Serpentinenweg zum Landenberger-Pavillon. Grafik Stadt/him

Wegen des Lärms und der möglichen Gerüche sei der Platz schlecht. Außerdem soll ein Sichtschutz die Entsorgungsstation abtrennen. In Zeiten knapper Kassen solle man auf den 50.000 Euro teuren Weg zum Pavillon verzichten.

 

Jürgen Kaupp (CDU) fand den Weg ebenfalls „nicht nötig“. Er könne mit den Vorschlägen der Verwaltung und dem Änderungsvorschlag mitgehen.

Gute Beleuchtung der Parkplätze

Lara Kiolbassa (SPD/Buntspecht) wünschte, dass die Parkplätze aus Sicherheitsgründen ausreichend beleuchtet werden, ohne die Wohnmobilisten nachts zu stören. Ihr Fraktionskollege Mirko Witkowski fragte ob der Pavillon der Stadt gehöre, was Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr bestätigte. Sie fand die Idee mit dem Pavillon „super“, sei aber über den Preis für den Weg auch erschrocken. Sie fand, man solle, wie im Beschlussvorschlag vorgesehen, das ergebnisoffen prüfen.

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Oberhalb des künftigen Wohnmobilstellplatzes steht der seit Jahrzehnten ungenutzte Pavillon der Familie Landenberger. Foto: him

„Es wäre schade um den Pavillon”, fand Ginter, man wolle doch immer das historische Erbe der Stadt bewahren, da hätte das „Charme.“ Das sah Oskar Rapp ganz anders. Er fürchtet, da werde ein „Latschariplatz, eine Besäufnisstätte für Jugendliche” entstehen.

Für die vorgeschlagenen Änderungen stimmten neun Ausschussmitglieder, OB Eisenlohr enthielt sich. Die erforderlichen außerplanmäßigen Mittel von 21.000 Euro und die Ausschreibung der Arbeiten billigten alle. Gegen die Prüfung einer Nutzung des Pavillons votierte Oskar Rapp.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.