Nach der Wiederfreigabe der B 462 und der Anschlussstelle zur A 81 in Rottweil hatten viele Autofahrer zunächst Grund zur Freude – doch schnell folgte der Frust: Die neue Ampelschaltung sorgt seit Wochen für teils massive Rückstaus und Unmut bei Pendlern. Nun kündigt das Regierungspräsidium Freiburg eine Maßnahme an, die die Lage verbessern soll.
Wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) mitteilt, werden am Donnerstag und Freitag, 22. und 23. Januar, sogenannte Kontaktschleifen für eine verkehrsabhängige Ampelschaltung in die Fahrbahn der B 462 an der Autobahnanschlussstelle Rottweil geschnitten. Die Arbeiten finden jeweils zwischen 8 und 16 Uhr statt. In dieser Zeit könne es zu Verkehrsbehinderungen kommen, da zeitweise eine Fahrspur gesperrt werden müsse.
„Katastrophe“ für Pendler: Rot lange, Grün extrem kurz
Bereits seit der Freigabe des Streckenabschnitts sind Beschwerden über die Ampeltaktung an mehreren Anlagen am Knotenpunkt laut geworden. Besonders betroffen sind die Bereiche Abzweig Zimmern sowie die Aufschleifungen Richtung Singen und Richtung Stuttgart, die im Zuge der Sanierungsmaßnahme erneuert wurden.
Der Schwarzwälder Bote berichtet von Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Ein Leser schildert die Situation drastisch: „Seit die B 462 wieder offen ist, ist die Ampeltaktung für mich eine Katastrophe. (…) Die Rotphase dauert etwa 50 Sekunden, die Grünphase rund 20. Es kommen bei Grün gerade mal fünf Fahrzeuge durch.“ Bei der NRWZ melden sich Leser mit ganz ähnlichen Aussagen.
RP: Ampel läuft aktuell im „Grundbetrieb“
Auf Nachfrage erklärte RP-Sprecher Matthias Henrich, die Anlage laufe derzeit im sogenannten Grundbetrieb. An der Steuerung sei bislang nichts verändert worden. Der Grund: Für eine optimierte Ampelschaltung müssen zunächst Kontaktschleifen in den Asphalt geschnitten werden, die den tatsächlichen Verkehrsfluss erfassen.
„Sobald die Kontaktschleifen im Gesamten geschnitten wurden, wird das optimierte Ampelprogramm wieder wie vor Beginn der Bauarbeiten laufen“, so Henrich. Mit der Umrüstung sollen die Wartezeiten dann „wieder deutlich reduziert“ werden, heißt es auch in der aktuellen Mitteilung des Regierungspräsidiums.
Straße wurde trotz fehlender Optimierung freigegeben
Dass die Schleifen erst jetzt eingebaut werden, liegt laut RP daran, dass dies zum Ende der Bauarbeiten nicht direkt möglich gewesen sei. Man habe sich daher entschieden, die Straße trotz fehlender optimierter Ampelschaltung wieder freizugeben.
Die Alternative wäre laut Henrich gewesen, die Sperrung bis zum Abschluss dieser Arbeiten weiter aufrechtzuerhalten. „Wir haben uns aber dafür entschieden, die Straße freizugeben“, so der Sprecher.
Kurzfristige Behinderungen – langfristig bessere Abläufe
Für Verkehrsteilnehmer bedeutet das kurzfristig nochmals Einschränkungen – jedoch mit Aussicht auf spürbare Verbesserung. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Ampelanlage wieder verkehrsabhängig reagieren und Staus an der Anschlussstelle deutlich reduzieren.



