Landesgartenschau-Kommission inspiziert Rottweil und seine Pläne

Ziehen ein Fazit vom Kommissionsbesuch: CDU-Stadtrat Günter Posselt, Bürgermeister Dr. Christian Ruf, Oberbürgermeister Ralf Broß, Medienreferent Tobias Hermann, Raymund Holzer für die Lokale Agenda und Stadträtin Ingeborg Gekle-Maier (Grüne). Foto: gg

Rott­weil hat­te sich her­aus­ge­putzt und das Wet­ter mit­ge­spielt am Mitt­woch, als die Lan­des­gar­ten­schau-Kom­mis­si­on die Plä­ne der Stadt inspi­zier­te. Nun zeigt man sich zuver­sicht­lich, denn von Rott­wei­ler Sei­te hat man das Best­mög­li­che getan, um im Som­mer für die Aus­rich­tung der Schau 2028 aus­ge­wählt zu wer­den.

Wie viel die Aktio­nen rund um den Kom­mis­si­ons­be­such am Mitt­woch gekos­tet haben, konn­ten oder woll­ten Ober­bür­ger­meis­ter Ralf Broß und Bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Ruf beim Pres­se­ge­spräch am Don­ners­tag nicht sagen. Wenig war es ver­mut­lich nicht, denn die trend fac­to­ry hat­te aller­hand vor­be­rei­tet an den ver­schie­de­nen Sta­tio­nen: Fil­me, Tafeln, Bän­der, Essen und Geträn­ke, sogar eine Mini-Gar­ten­schau auf dem ENRW-Gelän­de als krö­nen­der Abschluss. Für die Besu­cher aus Stutt­gart gab’s Head­sets, damit sie die beglei­ten­den Wor­te auch gut hören konn­ten, wäh­rend man an stär­ker befah­re­nen Stra­ßen ent­lang ging. Vom Kapu­zi­ner in den Stadt­gra­ben, hier sol­len unter­halb der Schram­ber­ger Stra­ße hän­gen­de Gär­ten ent­ste­hen.

Und vor allem der Neckar, der der­zeit noch stief­müt­ter­lich unter der his­to­ri­schen Stadt auf dem Fel­sen dahin­plät­schert. Ihn soll man genie­ßen kön­nen, statt unge­nutz­ter Bahn­glei­se, lee­rem Gas­kes­sel, viel Beton und alter Indus­trie­bra­chen. Mehr Wege soll es geben, von unten nach oben, der Neckar­tal­rad­weg auch an den letz­ten Rott­wei­ler Müh­len unter­halb der Stadt­mau­er ent­lang füh­ren. Dass die Bür­ger hin­ter den Plä­nen ste­hen, mach­te man der Kom­mis­si­on auch deut­lich. Und natür­lich das Poten­ti­al der Stadt und ihre Defi­zi­te, die man mit den Lan­des­gar­ten­schau­gel­dern besei­ti­gen möch­te.

Broß beton­te, man habe vor Jah­ren schon ein­mal im Gemein­de­rat über eine mög­li­che Bewer­bung abge­stimmt, damals wur­de die Idee abge­lehnt. Heu­te sei Rott­weil, durch Test­turm, Hän­ge­brü­cke und JVA-Neu­bau, bereit dafür. Eine brei­te Basis sei es, auf der die Bewer­bung ste­he, das beton­te auch Ray­mund Hol­zer von der Loka­len Agen­da. Und man sei durch die Vor­ar­beit auch auf­ein­an­der zuge­gan­gen, ”das wird über die Lan­des­gar­ten­schau hin­aus Erfolg brin­gen.”

Inge­borg Gek­le-Mai­er von den Grü­nen freu­te sich auf nach­hal­ti­ge Mobi­li­täts­kon­zep­te wie den Schräg­auf­zug vom ange­dach­ten Zug­halt unter­halb des Spi­tals hin­auf in die Stadt, mit opti­ma­ler Anbil­dung an Zie­le in der Stadt und der Regi­on, auf E‑Bike-Aus­leih­mög­lich­kei­ten, Shut­tles und weni­ger Indi­vi­du­al­ver­kehr.

CDU-Stadt­rat Gün­ter Pos­selt, der wie Gek­le-Mai­er die Kom­mis­si­on durch die Stadt beglei­te­te und teils die Mode­ra­ti­on über­nahm, gab sich am Don­ners­tag zuver­sicht­lich. Er habe den Ein­druck gewon­nen, dass es den Kom­mis­si­ons­mit­glie­dern in Rott­weil gefal­len habe und dass sie mit­ge­nom­men hät­ten, dass die Lan­des­gar­ten­schau zu Rott­weil pas­sen wür­de. Das unter­strich auch Broß.

Und auch die Wirt­schaft sitzt mit im grü­nen Boot, wie GHV-Vor­sit­zen­der Det­lev Mai­er deut­lich mach­te: ”Es ist unglaub­lich, wie wir bren­nen. Da ist eine unheim­li­che Dyna­mik dahin­ter!”

OB Broß wie­der­um beton­te, man habe der Kom­mis­si­on deut­lich gemacht, ”wir kön­nen Lan­des­gar­ten­schau.” Die Gel­der dafür sei­en im Haus­halt ein­ge­stellt, Kre­di­te wür­den kei­ne benö­tigt, und mit der Ein­bin­dung der trend fac­to­ry auch bewie­sen, dass pas­sen­de Pro­fis vor Ort zur Ver­fü­gung stün­den. Am Ende, unten in der Au, beim abschlie­ßen­den Imbiß, habe man durch­aus ent­spann­te Mie­nen unter den Kom­mis­si­ons­mit­glie­dern gese­hen.

Nun gilt es abzu­war­ten. Ins­ge­samt 14 Kom­mu­nen bewer­ben sich, neun davon wie Rott­weil für eine gro­ße Gar­ten­schau, die ande­ren um die klei­ne­ren. Bei­de fin­den im jähr­li­chen Wech­sel statt. Drei gro­ße gibt es aktu­ell zu ver­ge­ben. Aber einen Ter­min für die Ver­kün­dung, wer es geschafft hat, gibt es nur vage: ”Irgend­wann im Som­mer. Genau­es wis­sen wir nicht.”, so Broß. Bis dahin wird man in Rott­weil wei­ter wir­beln, mit Ver­an­stal­tun­gen rund um das Mot­to ”Höher, wei­ter, grü­ner”.