Oberbürgermeister Ralf Broß (rechts) und Kulturamtsleiter Marco Schaffert - hier vor der Zyt-Scheibe mit Tellschuss des Jahres 1553 im Ratssaal des Alten Rathauses - erwarten eine große Zahl hoher Schweizer Gäste zur Feier des Ewigen Bundes, u. a. den Schweizer Botschafter aus Berlin. Foto: Stadt Rottweil

„Angriff aufs Zim­mer­thea­ter: AfD legt nach“, so titel­te die NRWZ. Ein Text, in dem der AfD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Emil Sän­ze ankün­dig­te, dem Rott­wei­ler Thea­ter wei­ter­hin sei­ne öffent­li­chen Gel­der strei­tig machen zu wol­len. Bereits Rott­wei­ler Stadt­rä­te von den Grü­nen und SPD+FFR haben Soli­da­ri­tät mit dem Thea­ter bekun­det. Nun mel­den sich der Ober­bür­ger­meis­ter und der Kul­tur­amts­lei­ter zu Wort. Wir ver­öf­fent­li­chen deren Stel­lung­nah­me im Wort­laut:

Für Rott­weil ist das Zim­mer­thea­ter seit 50 Jah­ren eine eta­blier­te und wich­ti­ge Kul­tur­ein­rich­tung, die von der Stadt geför­dert und unter­stützt wird. Die För­de­rung mit kom­mu­na­len Mit­teln bemisst sich bewusst nicht an der poli­ti­schen Aus­rich­tung der Stü­cke, son­dern ein­zig und allein an der künst­le­ri­schen Qua­li­tät und an der Leis­tungs­fä­hig­keit des städ­ti­schen Haus­halts. Die Qua­li­tät sehen wir bei Frau Dr. Bet­ti­na Schült­ke und Herrn Dr. Peter Staats­mann als abso­lut gege­ben. Die Pro­duk­tio­nen sind inno­va­tiv, zeit­ge­mäß und erfah­ren hohe Wert­schät­zung, sowohl in Fach­krei­sen, als auch beim Publi­kum. Regel­mä­ßig ste­hen wir im Aus­tausch mit dem Trä­ger­ver­ein und der Inten­danz über die finan­zi­el­len The­men. Im Übri­gen ist es im Kul­tur­be­reich üblich, dass öffent­li­che För­de­run­gen not­wen­dig sind, um ein leben­di­ges Thea­ter mög­lich zu machen. Zu beto­nen ist, dass die selbst erwirt­schaf­te­ten Ein­nah­men hier in Rott­weil recht hoch sind und über den Zah­len vie­ler ver­gleich­ba­rer Thea­ter­be­trie­be im Land lie­gen. Uns ist es wich­tig, ein künst­le­risch hoch­wer­ti­ges Thea­ter in Rott­weil anbie­ten zu kön­nen. Kul­tur braucht Frei­räu­me. Sie darf sich nicht in ers­ter Linie an den Markt­me­cha­nis­men ori­en­tie­ren. Gera­de durch die­se Frei­heit fin­det das Thea­ter sein Publi­kum, das auf jede neue Pro­duk­ti­on gespannt ist.

Die För­der­pra­xis ist ange­mes­sen und rich­tig. In Rott­weil sind wir stolz, ein pro­fes­sio­nel­les Thea­ter zu haben, das ein ganz wesent­li­cher Bestand­teil unse­rer kul­tu­rel­len Iden­ti­tät ist. Die Anschul­di­gun­gen des Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Emil Sän­ze wei­sen wir klar zurück. Sie sind halt­los, in ihrer Wort­wahl belei­di­gend und sie beschä­di­gen eine wert­vol­le Kul­tur­ein­rich­tung, die wir in unse­rer Stadt sehr schät­zen. Das Zim­mer­thea­ter leis­tet eine her­vor­ra­gen­de Thea­ter­ar­beit. Wir ste­hen zum Rott­wei­ler Zim­mer­thea­ter.

Ralf Broß, Ober­bür­ger­meis­ter

Mar­co Schaf­fert, Kul­tur­amts­lei­ter