Start Regi­on Rott­weil Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen: Todes­ra­ser droht mehr­jäh­ri­ge Haft­stra­fe

Villingen-Schwenningen: Todesraser droht mehrjährige Haftstrafe

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Nach einem Ver­kehrs­un­fall mit drei Toten – dar­un­ter ein ein­jäh­ri­ges Kind – und meh­re­ren zum Teil lebens­ge­fähr­lich Ver­letz­ten droht dem Ver­ur­sa­cher eine mehr­jäh­ri­ge Gefäng­nis­stra­fe. Das Amts­ge­richt Vil­­lin­gen-Schwen­­nin­­gen hat auf Antrag der Staats­an­walt­schaft Kon­stanz Haft­be­fehl gegen den Raser erlas­sen. Der Unfall war im Juli auf der L 173 zwi­schen Vil­lin­gen und Schwen­nin­gen gesche­hen.

Der damals 24 Jah­re alte BMW-Fah­­rer war laut Poli­zei­be­richt an jenem Sams­tag kurz vor 23 Uhr auf der Land­stra­ße in Rich­tung Schwen­nin­gen unter­wegs. Im Bereich einer Kur­ve kam er auf die Gegen­fahr­spur. Dort stieß er mit einem ent­ge­gen­kom­men­den Ford zusam­men. Der Ford lan­de­te in der Böschung und über­schlug sich.

Durch den Unfall ver­star­ben der 37 Jah­re alte Fah­rer des Fords und ein 29 Jah­re alter Mit­fah­ren­der noch an der Unfall­stel­le. Ein ein­jäh­ri­ges Kind, das sich eben­falls im Ford befand, erlag kurz dar­auf im Kran­ken­haus sei­nen Ver­let­zun­gen.

Die Unfall­stel­le. Foto: Andre­as Mai­er

Nach Vor­la­ge des Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens und Aus­wer­tung wei­te­rer Ermitt­lungs­er­geb­nis­se sei der BMW-Fah­­rer nun­mehr drin­gend ver­däch­tig, den Unfall aus purer Lust am Rasen her­bei­ge­führt zu haben. Er hat laut Staats­an­walt­schaft ver­sucht, eine nach den Stra­ßen­ver­hält­nis­sen höchst­mög­li­che Geschwin­dig­keit zu errei­chen. ”Um des blo­ßen Schnell­fah­rens wil­len” habe er ” sein Fahr­zeug auf eine Geschwin­dig­keit von min­des­tens 146 Stun­den­ki­lo­me­tern beschleu­nigt. Erlaubt sind an der Unfall­stel­le 70 km/h.

Der Raser habe sei­nen Wagen stark beschleu­nigt, der dann über eine Stre­cke von 100 Metern berg­wärts von der rech­ten über die lin­ke Spur bis auf die Gegen­fahr­bahn drif­te­te. Und das ”obwohl er wegen der Dun­kel­heit und wegen des Kur­ven­ver­laufs die Fahr­stre­cke nicht voll­stän­dig ein­se­hen konn­te und jeder­zeit mit dem Auf­tau­chen von Gegen­ver­kehr rech­nen muss­te”, so die Staats­an­walt­schaft wei­ter.

Die Ermitt­lungs­er­geb­nis­se begrün­de­ten den drin­gen­den Ver­dacht, dass sich der jun­ge Mann wegen eines Ver­bre­chens straf­bar gemacht hat. Die Straf­norm sieht einen Straf­rah­men von einem bis zehn Jah­ren vor.

Im Para­graf, den die Staats­an­walt­schaft her­an­zieht – 315d des Straf­ge­setz­buchs – geht es um Ver­bo­te­ne Kraft­fahr­zeug­ren­nen. Wer im Stra­ßen­ver­kehr sich als Kraft­fahr­zeug­füh­rer mit nicht ange­pass­ter Geschwin­dig­keit und grob ver­kehrs­wid­rig und rück­sichts­los fort­be­wegt, um eine höchst­mög­li­che Geschwin­dig­keit zu errei­chen, wird mit Frei­heits­stra­fe bis zu zwei Jah­ren oder mit Geld­stra­fe bestraft. Und wer den Tod von Men­schen ver­ur­sacht, muss mit einer Frei­heits­stra­fe von einem Jahr bis zu zehn Jah­ren rech­nen.

Der damals 24 Jah­re alte Raser wur­de durch die Kol­li­si­on leicht ver­letzt. Alko­hol hat­te offen­bar kei­ne Rol­le gespielt. Der jun­ge Mann war allein unter­wegs.

 

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