900 Jahre Heilig-Kreuz: „Heimat sein und Heimat schenken“

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Mit einem feierlichen Pontifikalamt mit Bischof Dr. Gebhard Fürst und anschließendem Gemeindefest auf dem Münsterplatz ist am Sonntag das 900jährige Bestehen von Heilig-Kreuz gefeiert worden.

„Was er schuf, was er gebaut, preis ihn laut!“: Wie gemacht für diesen Anlass schien die Hymne, zu der die Festprozession ins Münster einzog. Aus dem Geist einer katholischen Erneuerung wurde sie 1842 gedichtet – just zu der Zeit, als das Münster seine heutige, an der Hochgotik orientierte Gestalt erhielt.

Feierlicher Einzug. Foto: al

Die Liedauswahl war nur ein Baustein einer rundum stimmigen, festlichen Messfeier: Das ganze Pastoralteam der Seelsorgeeinheit war versammelt, zahlreiche Geistliche und Ministranten flankierten den Bischof – sogar der üppige Blumenschmuck nahm den gelb-weißen Farbakkord des Festjahres auf.

Im Chroraum war beim festlichen Anlass kaum noch Platz übrig. Foto: al

Zur Strahlkraft der Feier trug stark auch die Kirchenmusik unter der Leitung von Lisa Hummel, mit Münsterchor, Münstersängerknaben, Christian Groß an der Orgel, Volker Braun als Trompentesolist sowie Alice Fuder als Kantorin bei. Und besonderen Glanz verlieh der Zeremonie wieder das stolze Defilee der Zünfte mit ihren prächtigen Fahnen.

Vorbereitung auf dioe Prozession vor der Messe – unter dem gestrengen Blick der Madonna auf einer Zunftfahne. Foto: al
Schon eine halbe Stunde vor Beginn vor Ort: Die Zunft-Abuordnungen. Foto: al
Das Münster als Detail einer Zunftfahne. Foto: al
Übernahm die Lesung: Der langjährige Münster-Mesmer Ivan Drempetic. Foto: al
Farbenprächtiger Aufmarsch vor dem Einzug ins Münster: Foto: al

Bischof Fürst knüpfte in seiner Predigt an die Wiedereroffnung des Münsters nach der Innenrenovation 2017 an, die wegen der wieder erstrahlenden Sternen im Chor-Gewölbe als „Sternstunde“ gefeiert worden war. Er erinnerte daran, in wie vielen Sternstunden aber auch traurigen Momenten das Münster seit nunmehr 900 Jahren Menschen einen Ankerpunkt geboten habe. Genau darin sah er eine zentrale Aufgabe der Kirchen „in den Stürmen der Welt“: „Häfen zu sein, in denen die Menschen Rettung, Ruhe und Stille finden“.

Bischof Dr. Gebhard Fürst, der am Samstag bereits im Münster die Weihe von vier Neupriestern vorgenommen hatte. Foto: al

Auch vor dem Hintergrund einer aktuell schwierigen Situation mit zahlreichen Austritten, skizzierte der Bischof seine Vision einer künftigen Kirche. So müsse sie für alle, die Sinn und Erfüllung suchen, ein glaubwürdiger Bezugspunkt sein. Zudem müsse die Kirche den Armen und Bedrängten aller Art beistehen. Kirchengemeinden müssten als geistlich-lebendige Orte gestärkt werden, um in die Gesellschaft hineinzuwirken: „Dienend, liebend, diakonisch-caritativ, einladend, heilsam, inspirierend“ müssten die Gemeinden sein, fasste Fürst zusammen.

Beim Schlusssegen „für Heilig-Kreuz und die Stadt“. Foto: al

Für die Kirche insgesamt und auch mit Bezug auf die Heilig-Kreuz Gemeinde und das Münster brachte er es auf die bündige Formel, sie müssten „Heimat sein und Heimat schenken.“ Dann könne die Kirche die Menschen auch künftig aus der Kraft des Glaubens heraus in vielen Sternstunden begleiten, sagte der Bischof dem die Gemeinde abschließend mit herzlichem Beifall dankte.

Festlich gekleidet kamen diese Kinder zum Münster-Jubiläum. Foto: al
Anstoßen auf das Jubiläum. Foto: al
Auch die Gläser spiegelten den besonderen Anlass. Foto: al
Die Stadtkapelle spielte schwungvoll auf. Foto: al
Der Münsterplatz wurde zum Festplatz. Foto: al

Dem Pontifikalamt schloss sich ein buntes Gemeindefest im Schatten des Münsters an. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierten sich dort Gruppen der Gemeinde, die Stadtkapelle trug mit schwungvollen Klängen zur guten Stimmung bei. Auch das eigens zum Jubiläum gebraute Festbier wurde ausgeschenkt.

Symbol, dass das Münster seit Jahrhunderten in der Mitte der Stadtgesellschaft steht: Doppeltes Stadtwappen hinter dem Hauptkreuz. Foto: al



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1 Kommentar

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Schuttigbiss
1 Jahr her

@Linsenmann: Frau Lisa Hummel hat sich bewusst für einen Doppelnamen entschieden. Lisa Hummel-Groß. Das dürfte doch die kleinste Übung eines Journalisten sein korrekte Namensermittlung zu betreiben. Ansonsten schöner Bericht.

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