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Montag, 10. August 2020
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    Afrikanische Schweinepest: Großübung in Heiligenbronn

    Großaufgebot von Hilfsdiensten beim Landwirtschafsbetrieb der Stiftung St. Franziskus in Schramberg-Heiligenbronn: Am Samstag probte das Veterinär- und Verbraucherschutzamt des Landratsamtes Rottweil den Ernstfall: Den Ausbruch der „Afrikanische Schweinepest (ASP)“ auf dem Betrieb.

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    Ein Schutzanzug reicht nicht: Die Veterinäre Lena Fußbahn und Jörg Hauser hatten sich zwei der Overalls übergestreift, als sie gemeinsam mit dem Katastrophenschutz, der Feuerwehr mit dem auf dem Sulgen stationierten ABC-Zug, Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) aus Rottweil, dem DRK, der Polizei und dem Veterinärzug aus Freiburg auf dem Hof anrückten.

    Als die Presse hinzu gebeten wurde, hatte bereits die Blutentnahme bei 30 Schweinen in Stall stattgefunden, berichtete der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Heinz-Joachim Adam. „Im Ernstfall müsste man die Tiere keulen und durch Schleusen die Kadaver hinausbringen.“ Endstation: Tierkörperbeseitigung.

    Die Schweinepest kommt näher

    Die „Afrikanischen Schweinepest“ ist hochansteckend und dringt aus Osteuropa langsam auch gen Westen vor. In Tschechien und in Ungarn seien jüngst Fälle von ASP aufgetreten. Es drohe, dass die Seuche auch hier her kommt. „Wir wollen vorher aktiv werden“, erklärt Veterinär Hauser. Übertragen werden kann die Seuche von Wildschweinen auf Hausschweine, aber auch durch verseuchte Futtermittel für die Schweine.

    Das war die Übungsannahme in Heiligenbronn. Ursprünglich war die ASP nach Europa über ein Schiff gekommen, das in Georgien entladen wurde. Abfälle, in denen das Virus lebte, landeten auf einer Müllkippe. Von dort gelangte das Virus über Weißrussland die Ukraine bis in die baltischen Staaten und Polen. Gut 200 Tage kann der Erreger in Kleidern, Erdbrocken oder Futtermitteln aktiv bleiben – und so mit Transportern quer über den Kontinent gelangen. Menschen oder andere Tiere seien nicht in Gefahr, so Adam.

    Was tun?

    Wenn Schweine angesteckt werden, werden sie schlapp, bekommen Fieber, die Haut verfärbt sich am Bauch, an den Beinen und Ohren und nach etwa vier Tagen sterben die Tiere, berichtet Tierärztin Fußbahn.

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    Ergibt die Blutuntersuchung, dass Schweine in einem Betrieb infiziert sind, muss der gesamte Bestand getötet werden. Das müsse der Veterinärzug aus Freiburg übernehmen. Es geschehe tierschutzgerecht nach einer Betäubung, und so, dass die anderen Tiere es nicht miterleben, versichert Fußbahn. Für seine Schweine sei die Blutentnahme „bissle stressig“ gewesen, berichtet der Leiter des Hofs der Stiftung, Franz Schneider. Andererseits  würden die Tiere ja auch sonst regelmäßig untersucht. Von der Übung an sich hätten die Schweine nichts gemerkt.

    Damit sich die Seuche nicht ausbreiten kann, muss ein betroffener Hof komplett desinfiziert werden. Um einen solchen Hof werden zwei Zonen eingerichtet. Im Umkreis von drei Kilometern dürfen beispielsweise alle Tiere, auch Haustiere nur noch mit Genehmigung weggebracht werden, im Umkreis von zehn Kilometern werden alle Betriebe genau beobachtet. „Das hat Folgen für die betroffenen Landwirte“, machte Fußbahn deutlich.

    Umfangreiche Schutzmaßnahmen

    Damit während der Untersuchung und der Keulung keine Viren verschleppt werden, haben die THWler und die Feuerwehrleute große Schleusen aufgebaut. Fahrzeuge werden ringsum desinfiziert. Menschen müssen sich vollständig ausziehen, duschen und neue Klamotten anziehen.

    Ziel der Übung, so Hauser, sei es das Miteinander und die Abläufe zu trainieren. Das klappte schon sehr gut, so der Eindruck. Für Veterinär Hauser zeigte sich, dass bei der Anfahrt der Helfer die Reihenfolge wichtig ist: „Sonst blockieren wir uns gegenseitig.“

    Aber für die Teilnehmer aus den verschiedenen Hilfs-Organisationen war wichtig die Arbeitsweise der Kollegen kennen zu lernen. „Und zu wissen, wer hat was und wo“, so Michael Bahr vom Rottweiler THW. „Wenn der Veterinärzug Desinfektionsmittel mitbringt, brauchen wir uns nicht drum zu kümmern.“

     

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