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Die Bun­desstraße  27 zwis­chen Rot­tweil und Schöm­berg soll ab Mai für bis zu vier Monate ges­per­rt wer­den. Das wurde am Rande ein­er Gemein­der­atssitzung in Rot­tweil am Mittwoch bekan­nt. Der “Schwarzwälder Bote Rot­tweil” berichtete zuerst. Auf sein­er Face­book­seite sorgt die Nachricht für Erstaunen und Empörung — auch, weil eine Zeit­dauer von einem hal­ben Jahr angegeben wor­den ist und sich alle über­rascht bis über­rumpelt geben. Die Stadtver­wal­tung Rot­tweil sollte allerd­ings seit 9. Feb­ru­ar informiert sein. So stellt es das Lan­drat­samt dar.

Es stimmt, das haben das Regierung­sprä­sid­i­um Freiburg und das Straßen­bauamt Donaueschin­gen am Mor­gen der NRWZ bestätigt. Es ist eine großan­gelegte Bau­maß­nahme auf der Bun­desstraße 27 zwis­chen Rot­tweil und Schöm­berg geplant. Die Details aber müsse das Lan­drat­samt Rot­tweil wis­sen, beschieden die Behör­den­vertreter, denn es plane die Bau­maß­nahme selb­st.

Die Sprecherin des Rot­tweil­er Lan­drat­samts braucht ein Weilchen, bis sie sich ins Bild geset­zt hat. “Ich bin nicht aus dem Land­kreis”, erk­lärt sie entschuldigend. Sie holt den Kol­le­gen ins Boot.

Der Leit­er des Straßen­bauamtes, Mar­tin Osie­ja, ste­ht Rede und Antwort. Zunächst: Sein Amt macht die Arbeit als Gemein­schaft­spro­jekt mit dem Straßen­bauamt in Donaueschin­gen und im Auf­trag des Regierung­sprä­sid­i­ums. In gegen­seit­iger Abstim­mung, ver­ste­ht sich.

Die Maßnahme im Detail:

  • Betrof­fen ist ein Teil­stück der B 27, etwa von Höhe Hardthaus aus bis Rot­tweil-Neukirch. Es geht um das vier­spurige Stück zuzüglich etwa zwei Kilo­me­ter davor, von Rot­tweil aus gese­hen. Ins­ge­samt sind das knapp über 3,5 Kilo­me­ter Straße.
  • Es wird neue Beton­schutzwände im vier­streifi­gen Bere­ich geben. Die mit­ti­gen Schutz­planken dort kom­men weg, sie seien nicht mehr zeit­gemäß, so Straßen­bauamt­sleit­er Osie­ja. Einge­set­zt werde der neueste Stand der Tech­nik.
  • Im Mit­tel­streifen der Strecke liegt ein Längskanal, der schad­haft sei. Der ist gut 200 Meter lang. Die kaput­ten Stellen wer­den erneuert.
  • Es gibt Kanäle, die über die Fahrbahn hinüber reichen, die für eine Entwässerung über die Böschung sor­gen. Die müssen laut Osie­ja an ver­schiede­nen Stellen auch gemacht wer­den.
  • Im Rand­bere­ich gibt es Pflaster­streifen, die raus und erset­zt wer­den müssen.

Das bedeutet: Die Bau­maß­nahme erstreckt sich über die gesamte Fahrbahn­bre­ite, in bei­den Fahrtrich­tun­gen. Osie­ja: “Das Ganze führt dazu, dass wir voll sper­ren müssen. Wir sind sowohl im mit­tleren wie im Außen­bere­ich der Straße tätig. Wir reißen die Straße in bei­den Fahrtrich­tun­gen über die ganze Bre­ite auf.” Anschließend werde die Straßen­decke neu hergestellt.

Der Straßen­bauamt­sleit­er sagt auch: “Ich ver­ste­he, dass Umleitun­gen nicht erfreulich sind”, dass sich die Aut­o­fahrer ärg­erten. “Aber wir kön­nen die Maß­nahme nicht anders aus­führen, die Vollsper­rung ist ein­fach notwendig.”

Grafik: Straßen­bauamt Rot­tweil

Die Umleitung

Der Verkehr aus Rich­tung Epfendorf — L 424 — und Rich­tung Dietin­gen — K5562 — beziehungsweise der Nor­dumge­hung Rot­tweil — B 27 — und der Verkehr aus Schram­berg über die B 462 kom­mend, wird über die B 14 Rot­tweil Rich­tung Neufra geleit­et.

Bei der Abzwei­gung B 14/ K 5545 bei Neufra ver­läuft die Umleitung über die K 5545 nach Wellendin­gen.

In Wellendin­gen Rich­tung Schöm­berg geht es auf der L 434 beziehungsweise ein kurzes Stück vor Schöm­berg, auf die L 435. Dort mün­det die Umleitungsstrecke auch wieder auf die B 27 Rich­tung Balin­gen ein.

Die Umleitung erfol­gt aus Balin­gen beziehungsweise Schöm­berg in umgekehrter Rei­hen­folge.

Die Gemein­den Neukirch und Zepfen­han sind über die K 5542, K 5548 Feck­en­hausen-Zepfen­han und über die K 5549 Zepfen­han-Neukirch beziehungsweise über die K 5550 Zim­mern u.d.B.-Neukirch erre­ich­bar.

Die Zeitdauer

Nach aktuellem Plan wird Ende, April Anfang Mai die Strecke ges­per­rt. Dann begin­nen die Bauar­beit­en — gutes Wet­ter voraus­ge­set­zt. “Wir wollen zeit­ig fer­tig wer­den”, so Straßen­bauer Osie­ja. Die bauaus­führende Fir­ma wird verpflichtet wer­den, bis zum 31. August fer­tig zu sein. “Vielle­icht schaf­fen wir es aber auch früher”, sagt Osie­ja.

Von den Plänen überrascht?

Wie der “Schwarzwälder Bote” berichtet, ist die Stadt Rot­tweil — deren Teilort Neukirch mit­ten in der Sper­rung liegen soll, was dazu führte, dass er monate­lang abge­hängt würde — am Dien­stag erst­mals im Rah­men ein­er örtlichen Straßen­baukon­ferenz im Lan­drat­samt von den Plä­nen unter­richtet wor­den. Am Mittwoch dann gab das städtis­che Bauamt die Nachricht an die Stadträte weit­er — die sich laut dem Zeitungs­bericht alles andere als erfreut zeigten.

Das sieht das Lan­drat­samt anders: Die Stadt sei am 9. Feb­ru­ar umfänglich über die Maß­nahme informiert wor­den, so Osie­ja auf Nach­frage der NRWZ. Sei­ther liege der Stadtver­wal­tung etwa auch ein Umleitungs­plan vor. “Es kann nicht sein, dass man sagt, man habe über­haupt nichts gewusst”, so der Straßen­bauer im Lan­drat­samt. Per E-Mail habe das Lan­drat­samt alle Betrof­fe­nen und damit auch die Stadtver­wal­tung unter­richtet.

Osie­ja hält es für eine Frage des Stils, den Ablauf kor­rekt darzustellen, wie er der NRWZ sagte.

Auch der Schöm­berg­er Schultes, Karl-Josef Sprenger, zeigt sich über­rascht. Der Zollern-Alb-Kuri­er hat ihn befragt. „Die Kom­mu­nika­tion­s­mit­tel wer­den mod­ern­er, aber die Kom­mu­nika­tion immer schlechter“ – so kom­men­tierte Schöm­bergs Bürg­er­meis­ter dem­nach die Nachricht, dass die B 27 hin­ter Schöm­berg in Rich­tung Rot­tweil ab Ende April oder Anfang Mai für etwa vier Monate kom­plett ges­per­rt wer­den wird. 

.„Wir wussten auch nichts davon, dass wir ein­seit­ig von der Bun­desstraße abgeschnit­ten wer­den“, sagt Sprenger — laut ZAK “hör­bar verärg­ert”.