Dem mutmaßlichen Dreifachmörder von Villingendorf wird in 14 Tagen der Prozess gemacht

Landgericht Rottweil erreicht selbstgestecktes zeitliches Ziel

Polizisten in der Tatnacht in Villingendorf. Foto: Peter Arnegger

Am 16. März hat er sich für sei­ne mut­maß­li­che Tat zu ver­ant­wor­ten: Dra­zen D. wird beschul­digt, drei Men­schen ermor­det zu haben. In 14 Tagen beginnt die Haupt­ver­hand­lung vor dem Rott­wei­ler Land­ge­richt.

Die Staats­an­walt­schaft Rott­weil hat­te im Janu­ar Ankla­ge bei der Schwur­ge­richts­kam­mer des Land­ge­richts Rott­weil gegen den 40-jäh­ri­gen kroa­ti­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen erho­ben.  Dra­zen D. soll am Abend des 14. Sep­tem­bers in Vil­lin­gen­dorf (Land­kreis Rott­weil) drei Men­schen erschos­sen haben. Dar­un­ter sei­nen Sohn.

Die Staats­an­walt­schaft geht davon aus, dass der Kroa­te die Tren­nung von sei­ner Frau nicht akzep­tiert hat. Dra­zen D. soll viel­mehr sei­ne frü­he­re Lebens­ge­fähr­tin mehr­fach bedroht haben.

Am Abend des 14. Sep­tem­bers soll er dann zu dem Ein­fa­mi­li­en­haus in Vil­lin­gen­dorf gegan­gen sein, in dem sei­ne frü­he­re Lebens­ge­fähr­tin mit ihrem neu­en Part­ner und ihrem Sohn inzwi­schen leb­te. Die Staats­an­walt­schaft geht davon aus, dass Dra­zen D. auf der Ter­ras­se der Woh­nung auf die Mut­ter sei­nes Soh­nes, deren neu­en 34 Jah­re alten Lebens­ge­fähr­ten sowie des­sen 29-jäh­ri­ge Cou­si­ne traf.

Dra­zen D. soll dann unmit­tel­bar auf den 34-Jäh­ri­gen und auf des­sen Cou­si­ne sowie sei­nen eben­falls anwe­sen­den Sohn meh­re­re Schüs­se abge­ge­ben haben. Der Mann sowie der klei­ne Jun­ge ver­star­ben an ihren schwe­ren Schuss­ver­let­zun­gen noch am Tat­ort. Die ange­grif­fe­ne jun­ge Frau konn­te von den Ret­tungs­kräf­ten noch ins Kran­ken­haus gebracht wer­den, wo sie aller­dings noch am 14. Sep­tem­ber eben­falls ver­starb.

Die Ankla­ge erfolg­te wegen Mor­des in drei Fäl­len, jeweils in Tat­ein­heit mit einem Ver­stoß gegen das Waf­fen­ge­setz. Die Staats­an­walt­schaft sieht die Mord­merk­ma­le der Heim­tü­cke und des Han­delns aus nied­ri­gen Beweg­grün­den als gege­ben an.

Dra­zen D. war, nach­dem er am Tat­abend geflüch­tet war, am Nach­mit­tag des 19. Sep­tem­bers in Rott­weil-Neuf­ra vor­läu­fig fest­ge­nom­men wor­den und befin­det sich auf­grund des vom Amts­ge­richt Rott­weil erlas­se­nen Haft­be­fehls seit die­sem Zeit­punkt in Unter­su­chungs­haft.

Das Land­ge­richt hat­te sich selbst das Ziel gege­ben, den Pro­zess noch im März zu eröff­nen. Denn sechs Mona­te nach einer Inhaf­tie­rung wird ein ers­ter Haft­prü­fungs­ter­min vor dem Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart ange­setzt. Das ist pro­zes­sua­ler Stan­dard. Der Spre­cher des Rott­wei­ler Land­ge­richts, Tho­mas Gei­ger, bestä­tig­te im Janu­ar auf Nach­fra­ge der NRWZ, dass die Haupt­ver­hand­lung noch vor die­sem Haft­prü­fungs­ter­min eröff­net wer­den soll­te.  “Wir wol­len so bald wie mög­lich begin­nen”, sag­te der Rich­ter. Um weni­ge tage hat es nun gereicht.