Einen grö­ße­ren Poli­zei­ein­satz hat am spä­ten Sonn­tag­nach­mit­tag ein Dun­nin­ger aus­ge­löst. Er hat­te eine Grup­pe afgha­ni­scher Asyl­be­wer­ber von sei­nem Grund­stück* ver­trie­ben. Weil er dabei auch mit einer Pis­to­le gedroht habe, sei die Poli­zei mit mit ins­ge­samt drei Strei­fen­wa­gen und einem Poli­zei­hun­de­füh­rer in der Rott­wei­ler Stra­ße ange­rückt, so Staats­an­walt Frank Grund­ke am Diens­tag­nach­mit­tag.

Der Schram­ber­ger Revier­lei­ter Jür­gen Lede­rer berich­te­te der NRWZ, neben Schram­ber­ger Beam­ten sei­en auch aus Obern­dorf und Rott­weil Poli­zei­be­am­te im Ein­satz gewe­sen.

Die Flücht­lin­ge sei­en auf dem Grund­stück eines der Beschul­dig­ten gewe­sen, so der Poli­zei­re­vier­lei­ter zur NRWZ. Das habe dem Anwoh­ner miss­fal­len und er habe sie belei­digt und vom Grund­stück gedrängt. Dabei sei auch eine Schreck­schuss­waf­fe im Spiel gewe­sen. Der Beschul­dig­te, ein 54-Jäh­ri­ger, habe sie auf die Flücht­lin­ge gerich­tet, es sei aber kein Schuss gefal­len. Ein 34-Jäh­ri­ger habe die Asyl­be­wer­ber beschimpft. „Wenn eine Waf­fe im Spiel ist, gibt es immer einen grö­ße­ren Ein­satz“, erläu­tert Revier­lei­ter Lede­rer.

Ein Anwoh­ner berich­tet der NRWZ aller­dings, er habe auf dem Bal­kon geses­sen und wie ein Nach­bar auch einen lau­ten Knall gehört und einen Gegen­stand wie eine Schuss­waf­fe gese­hen. Ob es sich tat­säch­lich um einen Schuss gehan­delt haben, kön­ne er nicht sicher sagen. „Aber das Geräusch hat sich wie ein Schuss ange­hört.”

Ein ande­rer Augen­zeu­ge bestrei­tet, dass die Flücht­lings­grup­pe auf dem Grund­stück war: „Die waren auf der ande­ren Stra­ßen­sei­te“, und sei­en den­noch beschimpft und bedroht wor­den.

Großeinsatz wegen Schusswaffe

Da die Poli­zei nicht wuss­te, dass es sich ledig­lich um eine Schreck­schuss­pis­to­le han­del­te, hät­ten die Beam­ten ihre Amok-Schutz­aus­rüs­tung ange­legt. „Das hat natür­lich viel Auf­se­hen erregt“, so Lede­rer. Die bei­den Dun­nin­ger, die die Asyl­be­wer­ber bedroht und belei­digt hät­ten, sei­en auch  gegen­über der Poli­zei „nicht koope­ra­tiv“ gewe­sen und des­halb in Gewahr­sam genom­men wor­den. „Nach Durch­füh­rung der poli­zei­li­chen Maß­nah­men wur­den die Bei­den wie­der auf frei­en Fuß ent­las­sen”, schreibt Grund­ke. Ob die bei­den 54- und 34-Jäh­ri­gen alko­ho­li­siert waren, ist nicht bekannt.

Die Poli­zei habe das Haus der Beschul­dig­ten durch­sucht und die Schreck­schuss­pis­to­le beschlag­nahmt. Die­se habe der Mann aber legal beses­sen, denn er habe den „klei­nen Waf­fen­schein“, weiß Lede­rer. Gegen die Betrof­fe­nen habe die Staats­an­walt­schaft ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Bedro­hung und Belei­di­gung ein­ge­lei­tet, bestä­tigt Poli­zei­spre­cher Har­ri Frank auf Nach­fra­ge de NRWZ.

Ermittlungen laufen noch

Die Asyl­be­wer­ber hät­ten sich beim Ein­tref­fen der Poli­zei bereits ent­fernt gehabt, sei­en in ihre Unter­kunft gegan­gen und hät­ten sich ordent­lich ver­hal­ten, so Revier­lei­ter Lede­rer.

Die Hin­ter­grün­de der Aus­ein­an­der­set­zung sei­en noch nicht voll­stän­dig bekannt, so Grund­ke. Die Ermitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft Rott­weil und der Poli­zei Schram­berg dau­er­ten an.

*Ein Nach­bar des Beschul­dig­ten hat sich bei der NRWZ gemel­det. Sei­ner Aus­sa­ge nach sei­en die Asyl­be­wer­ber nicht ein­mal in die Nähe des Grund­stücks des Aggres­sors gekom­men. Sie hät­ten die gegen­über lie­gen­de Stra­ßen­sei­te genutzt, wären dort mehr­fach ent­lang gegan­gen, hät­ten Sperr­müll zu ihrer Unter­kunft getra­gen. Kin­der sei­en auch dabei gewe­sen. Die Aggres­si­on sei ein­deu­tig vom Anwoh­ner aus­ge­gan­gen, nicht von den Flücht­lin­gen.