Schramberg/Rottweil. Die Schiltach steht unter zunehmendem Druck. Beim sechsten Treffen der Schiltachpächter am 23. Januar präsentierte Michael Roth vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg alarmierende Messdaten aus dem Jahr 2025: An Stellen ohne Uferbewuchs stieg die Wassertemperatur auf bis zu 25,1 Grad – ein lebensbedrohlicher Wert für Salmoniden wie die Bachforelle.
Hitze als unterschätzte Gefahr
Flüsse und Bäche reagieren besonders empfindlich auf Hitzewellen. Während große Flüsse durch ihr Volumen etwas gepuffert werden, heizen sich kleinere Gewässer wie die Schiltach bei fehlender Beschattung binnen Stunden auf. Experten warnen: Ab etwa 20 Grad geraten Bachforellen in Stress, ab 25 Grad wird es kritisch. Der Sauerstoffgehalt sinkt, Stoffwechselprozesse beschleunigen sich – im Extremfall droht der Hitzetod. Studien zeigen, dass bereits moderate Temperaturanstiege die Fortpflanzung beeinträchtigen und Jungfische geschwächt werden.
Die Ursache für die dramatischen Temperaturanstiege in der Schiltach ist oft hausgemacht: Radikale Rückschnitte von Bäumen und Sträuchern entlang des Ufers entziehen dem Gewässer seinen natürlichen Sonnenschutz.
Beschattung zeigt Wirkung
Dass gezielte Maßnahmen wirken, belegen die Zahlen der Experten. In Abschnitten mit gezielter Beschattung und Strukturverbesserungen hat sich der Bestand an kleinen Bachforellen verdreifacht. „Schatten ist für den Fischbestand die beste Versicherung gegen den Klimawandel“, lautete der Tenor der Versammlung. Ein neues Messgerät, gespendet von der Stadt Schramberg, hilft den Pächtern, diese Zusammenhänge noch präziser zu dokumentieren.
Unwissenheit als Problem
Ein zentrales Hindernis bleibt die mangelnde Kenntnis über das Wasserhaushaltsgesetz (Paragraf 39) sowie die Wasserrahmenrichtlinie. Beauftragte Bautrupps und Grundstücksbesitzer schneiden Ufergehölze oft aus Unkenntnis zu stark zurück. Um gegenzusteuern, sollen Informationen beim Bauernverband platziert werden. Ziel ist eine bessere Abstimmung bei Hege und Pflege.
Im kommenden Jahr liegt der Fokus auf biologischen Untersuchungen zum Nahrungsangebot, um die Auswirkungen von Starkregenereignissen und den Fischrückgang besser zu verstehen.
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