Mittwoch, 17. April 2024

Schluss mit Wandern: Privatmann sperrt Weg durch die Schlichemklamm

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Unschöne Überraschung für Wanderer in der Schlichemklamm bei Dietingen-Irslingen. Ein Privatmann hat offenbar kurzerhand den Weg versperrt. Mit einer Mauer. Die Gemeinde Dietingen hat bereits reagiert.

Wer bei dem schönen Frühlingswetter seit Freitag die ausgeschilderte Schlichemklamm-Runde bei Irslingen wandern wollte, stand plötzlich vor einer Steinmauer. „Nach gut zwei Dritteln des Weges hat ein Anwohner die Brücke über den Fluss versperrt“, berichtete uns ein Leser. An der Mauer seien keine Wanderer und Fahrradfahrer vorbei gekommen. „Wir und sehr viele andere Leute mussten umkehren“, so der Leser. Für Wanderer, die sich eigens für einen Rundweg entscheiden, ist das besonders enttäuschend: wenn sie den Weg, den sie gekommen sind, wieder zurück gehen müssen.

Der Leser schickte uns ein Foto. Es zeigt die Mauer, die mit einem Schriftzug versehen ist: „Betreten verboten.“ Wir haben es der Gemeindeverwaltung Dietingen vorgelegt.

Am Samstag meldete sich Hauptamtsleiter Matthias Barth. „Die Sperrung der Schlichem-Fußgängerbrücke unterhalb des Butschhofs hat uns leider ebenfalls überrascht“, sagt er. Barth fügt an, dass die Stelle auf der Gemarkung der Gemeinde Epfendorf liegt. „Wir haben die Stelle besichtigt und im Gespräch mit einer Angrenzerin erfahren, dass hier ein privatrechtliches Problem besteht“, so Barth.

Für Dietingen bedeutet die offenbar privat vorgenommene Sperrung ein Problem: Die sogenannte „SchlichemklammRunde“ kann im Moment nicht gegangen werden. „Deshalb haben wir Hinweisschilder an den Wanderparkplätzen des ‚Wanderparadies Dietingen‘ angebracht“, so Barth. Mehr könne die Gemeinde Dietingen nicht tun, Epfendorf sei zuständig.

„Nach den Osterfeiertagen werden wir uns mit der Gemeindeverwaltung Epfendorf in Verbindung setzen“, kündigt Barth zudem an.

Wie die NRWZ außerdem erfuhr, führt ein kleines Stück des Wanderwegs – der Bereich offenbar unmittelbar nach der Brücke aus Dietinger Sicht – über das Grundstück einer Privatperson.

Weshalb dieser Grundstückseigentümer den Weg gesperrt hat, ist unklar. Ob es daran liegt, dass er als selbsternannter Ortsbeauftragter die Corona-Verordnung des Landes durchsetzen will, ihm zu viele fröhliche Wandersleute unterwegs gewesen sind? An unserem Leser jedenfalls sollte es nicht gelegen haben. „Wir waren wie viele Andere zu zweit unterwegs“, sagt er.

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Peter Arnegger (gg)https://www.nrwz.de
... ist seit gut 25 Jahren Journalist. Mehr über ihn hier.

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