Benachrichtigung

„Prävention und Beratung verhindern hohe Folgekosten“

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Von links: Dieter Kleinmann, Jörg Hügel, Anja Tausch, Daniel Karrais, Franz Rohrer. (Foto: Siebers)

Der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais hat zusammen mit Mitgliedern der FDP-Kreistagsfraktion die Fachstelle Sucht in Rottweil besucht und sich mit Leiter Jörg Hügel und Anja Tausch über die aktuelle Lage der Suchtberatung im Landkreis ausgetauscht.

Die Fachstelle Sucht betreut jährlich rund 700 Klientinnen und Klienten. Den größten Anteil machen weiterhin mit Abstand Alkoholabhängigkeiten aus, gefolgt von Opiaten und Cannabis. „Alkohol ist nach wie vor das drängendste Thema.“, erklärt Hügel. Gleichzeitig nehme die Komplexität der Fälle zu, da Suchterkrankungen vermehrt mit psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen auftauchen.

Mit Blick auf den geplanten Neubau der Justizvollzugsanstalt Rottweil rechnet die Fachstelle mit zusätzlichen Herausforderungen. Eine größere JVA bringe zwangsläufig mehr Suchtproblematik im Umfeld mit sich. Zwar sei eine zusätzliche Stelle für die Betreuung innerhalb der JVA vorgesehen, nicht jedoch für die Auswirkungen auf das Umfeld der Stadt. „Das wird nicht ausreichen“, befürchtet Tausch. Die Suchtstelle finanziert sich aus Mitteln vom Landkreis Rottweil und dem Land, muss aber auch einen Eigenmittel erwirtschaften. Dazu zählen ambulante Rehabilitationsangebote, Nachsorgeleistungen sowie Schulungen für Unternehmen und Glücksspielanbieter. Karrais, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt, stellt klar: „Die Suchtberatung verhindert hohe Folgekosten im Gesundheits- und Sozialsystem. Deshalb muss sie finanziell gut abgesichert sein“.

Ein Schwerpunkt des Gesprächs war das Thema Glücksspiel. Aus Sicht der Fachstelle sind Sportwetten ein zunehmendes Problem. „Wir sehen hier vor allem junge, männliche und handyaffine Betroffene. Glücksspiel bleibt oft lange verborgen“, schildert Hügel. Kritisch bewertet er aktuelle Regulierungen, denn Sperrfristen seien zu kurz und Kontrollen zersplittert zwischen Ordnungsamt, Polizei und weiteren Stellen. Karrais, glücksspielpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, betont: „Die aktuelle Politik vertreibt das legale und streng kontrollierte Glückspiel und bereitet damit den Illegalen den Weg. Gleichzeitig wird gegen den riesigen Schwarzmarkt nichts unternommen. Das schadet Spielern und unterstützt das Organisierte Verbrechen“. Es müsse darum gleichermaßen Spielerschutz und Kampf gegen die Illegalität betrieben werden.

Info: Die Fachstelle Sucht Rottweil bietet Beratung, Prävention, ambulante Rehabilitation sowie Nachsorge für Menschen mit Suchterkrankungen an. Neben der Arbeit mit Betroffenen ist die Fachstelle auch in der Schulung von Unternehmen und der Beratung von Glücksspielanbietern tätig.

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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