Am Fasnetssamstag zogen wieder neun Gruppen durch Schramberger Kneipen und sorgten für beste Stimmung. Die NRWZ erlebte das Spektakel im „Roma/Rebstock“ in der Berneckstraße.
Schramberg. Pünktlich um 19 Uhr erschien ein Haufen Straußenvögel im Lokal. Sie kämen aus dem Park der Zeiten, versicherten die Vögel und stellten fest, dass Schramberg total pleite sei: „Kei Geld für nix, d‘Musee dicht, in de Stroße nachts kei Licht.“
Elferfrauen mit goldenen Eiern
Doch sie brächten die Rettung und legten goldene Eier versprachen sie. Zur Melodie von „Country Roads“ sagen sie „Vogel Strauß, riesengroß, Leg ein Ei, mach‘ es bloß“ und die Wirtschaft sang voll Inbrunst mit. Belohnt haben die Elferfrauen mit goldenen (Schoko) Eiern, Eierlikör und Straußstempeln für die Wangen.



Stadtmusik macht Remmidemmi
Kaum hatten die Elferfrauen das Lokal verlassen, kam schon eine etwa 30-köpfige Abordnung der Stadtmusik mit dem Narrenmarsch in verschiedenen Versionen.

Klar, durfte „2,3,4, die Musik hat kein Bier“ nicht fehlen, aber auch „die Fischerin vom Bodensee“ und andere Stimmungsknaller hatte die Stadtmusik auf Lager. Alle sangen, schunkelten und klatschten mit.

Die Elfer und die Schadstoffe
Als Baustellenkontrolleure und Schadstoffspezialisten tauchten die Elferräte im Roma auf. Sie fanden überall PCB, Asbest und Bleimenninge. Das hatte schlimme Konsequenzen für die Gäste: „Halt am beschte trinkt ihr nit, mir nehme alle Gläser mit!“


Der einzige, unzensiert nacherzählbare Witz von Udo Neudeck passte zum Thema: Vater und kleiner Sohn gehen spazieren. Begegnet ihnen ein Mann und der Junior begrüßt ihn freundlich. Vater: „Kennsch Du den?“ – Sohn: „Ja, der isch vom Umweltamt.“ – Ja, woher weisch Du des?“ – „Ha, immer wenn du weg bisch, kommt der zu uns und fragt die Mutter: ‚Isch die Luft rein?‘“

Die Elfertruppe kämpfte sich durch den Dschungel an Umweltauflagen, Schadstoffgrenzwerten und Gutachten, bis sie schließlich feststellten: „Doch bevor wir gehen stiften, noch en Schnaps zum Entgiften.“
Die Bittlosen aus Grönland
Politisch ging es mit den „Inuit aus Grönland“, alias die Bittlosen weiter. Sie seien sehr sportlich auf Olympia in Schramberg eingestellt: „Man siehts uns an, schon beim Bewegen – wir sind Grönlands Top Athleten.“ Sie warnten Trump davor, sich an ihrer Insel zu vergreifen und hatten auch eine uralte Inuit-Weisheit parat: „Ist es an Dreikönig bitterkalt, isch das Jahr sechs Tage alt.“
Mit ihren zappelnden Fischen auf Eis boten sie eine herrlich durchgeknallte Show.


Die Schramberger Bierathleten
Sportlich ging es mit den Schramberger Bierathleten um Kuma weiter. Bei ihnen wehte die olympische Fahne, auf Skier und mit Gewehr auf dem Rücken liefen sie ins Stadion ein. „Direkt aus Antholz kommen wir, bis Aschermittwoch bleib mer hier“ versprachen sie. Sie seien „sportaffin“ und kennten „jede Disziplin“.



Sogar für US-Präsident Trump und seine MAGA-Bewegung hatten die Bierathleten einen Tipp: Man müsse nur ein Wörtle ändern u d schon werde es besser: „Make America gscheid again“. Großer Applaus war ihnen sicher.
Im Team-Wettbewerb fehlte ihnen ein Schütze. Andi Krause bewältigte den Laufparcours und das Schießen bei nur einem Fehlschuss bravourös und schlug den Schützen vom Bruckbeck um Längen. Der Siegerlorbeer war ihm sicher. Und klar, die Bierathleten hatten „gute Laune links…“
Hans-Jörg Dierstein wird politisch
Und während noch die Bierathleten ihrer Skier abschnallten, kam Hans-Jörg Dierstein. In seinem geschliffenen Vortrag attackierte er die Erbschaftssteuer: „Tut sich doch heut a Erb erscht lohne, kommsch über 26 Millione.“ Dann zahlen Unternehmenserben bekanntlich praktisch keine Steuer mehr.

Der Kanzler Fritz schiebe alles auf die Bürger ab, weil die angeblich zu oft krank seien und zu wenig schaffen. „Des isch nur den Bürgers Schuld, Fritz, da reißt mir die Geduld.“
Besonders scharf ging Dierstein mit der AfD, ihren Funktionären aber auch ihren Wählern ins Gericht. Er warnte: „Des braune Gesindel, kasch nit so schnell wechsle wie e Windel.“ Und auch den Hinweis, es werde auch mit der AfD an der Regierung schon nicht so schlimm, ließ er nicht gelten: „Mein Kampf hat auch mal einer gschriebe – des isch koi Theorie gebliebe.“

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und ihre Anti-Klima- und Pro-Gas-Politik ging ihm ebenso gegen den Strich wie die „Reden ohne Ende, zu Zahnersatz und Rente.“ Nachdenkliche Gesichter und starker Beifall am Ende.
Klamauk zum Schluss
Klamauk ist angesagt, wenn die Dold-Zwillinge aufkreuzen. Mit ihren Kollegen hatten sie ebenfalls den Sport auf dem Kieker. Ein Rennen durch ein Pappdeckelhindernis und eine tollkühne Pappbecher-Jonglage sorgten für Begeisterung.

Tobse erzählte die Geschichte von der 1500 Euro teuren Katze Apolonia seines Nachbarn. Den habe er gefragt, warum die Katz so teuer ist: „Scheißt die Dubai Schoklad?“ Apolonia habe einen GPS-Chip im Ohr, habe ihm der Nachbar versichert. „Da wissetse wenigschdens, wo se überfahre wird.“ Uiuiuiui auauau.

Laut Programm hätten eigentlich noch die AEler aufkreuzen sollen, doch dem Vernehmen nach sind sie irgendwo vorher hängen geblieben und haben es nicht mehr hinaus ins Roma geschafft.



