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NRWZ.de > Alle News > Ratgeber > Der steinige Weg zur halben Million: Viele Deutsche setzen beim Vermögensaufbau auf Lotto und Erbe

Der steinige Weg zur halben Million: Viele Deutsche setzen beim Vermögensaufbau auf Lotto und Erbe

Postbank-Umfrage: Viele Deutsche glauben, Lotto oder Erbschaft sei der beste Weg zu 500.000 Euro Vermögen – dabei gewinnen ETFs an Bedeutung.

Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2026 15.02
Autor / Quelle: Redaktion/pm
Veröffentlicht: 19. Januar 2026
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Lesezeit 5 Min.
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Ein Vermögen von 500.000 Euro – für viele Menschen in Deutschland klingt diese Summe nach Wohlstand, aber nicht nach Utopie. Tatsächlich können sich zwei von drei Deutschen laut einer aktuellen Postbank-Umfrage vorstellen, im Laufe ihres Lebens eine halbe Million Euro aufzubauen. Doch wie sie dieses Ziel erreichen wollen, überrascht: Viele verlassen sich eher auf Glück als auf Finanzplanung.

Inhalt
  • Postbank-Umfrage: Jeder Fünfte glaubt an Lotto als Vermögensstrategie
  • Erbschaft als Finanzplan? Besonders Junge setzen darauf
  • DIW: Die Hälfte aller Erbschaften geht an die reichsten zehn Prozent
  • Aktien, Fonds, ETFs: Wertpapiere gewinnen an Vertrauen
  • Warum Sparbuch & Co. kaum noch als Weg zum Vermögen gelten
  • Postbank: Vermögensaufbau braucht Strategie statt Glück
  • Hintergrund: So lief die Befragung ab

Postbank-Umfrage: Jeder Fünfte glaubt an Lotto als Vermögensstrategie

Der wohl auffälligste Befund der Umfrage: 21 Prozent der Befragten meinen, der wahrscheinlichste Weg zur halben Million führe über einen Lottogewinn. Damit liegt „Lotto“ vor klassischen Wegen wie Wertpapieren oder konsequentem Sparen.

Die Postbank ordnet diese Erwartung kritisch ein: Angesichts von Gewinnchancen von etwa eins zu einer Million sei diese Hoffnung eher Wunschdenken als Strategie.

Erbschaft als Finanzplan? Besonders Junge setzen darauf

Neben Lotto spielt auch das Thema Erben eine bedeutende Rolle: Knapp zwölf Prozent glauben, dass eine großzügige Erbschaft der wahrscheinlichste Weg zur halben Million sei.

Auffällig: Besonders in jüngeren Altersgruppen ist diese Erwartung verbreitet – bei den 18- bis 24-Jährigen sowie den 25- bis 34-Jährigen ist die Erbschaft sogar die häufigste Nennung.

Postbank-Experte Michael Koschatzky warnt jedoch davor, die eigene finanzielle Zukunft an Zufälle zu koppeln – vor allem, wenn es dabei um langfristige Ziele wie Vermögensaufbau und Altersvorsorge geht.

DIW: Die Hälfte aller Erbschaften geht an die reichsten zehn Prozent

Wie realistisch ist ein großer finanzieller Sprung durch Erben? Laut Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind Erbschaften in Deutschland extrem ungleich verteilt: Rund 50 Prozent aller Erbschaften entfallen auf die reichsten zehn Prozent.

Zwar liegt die durchschnittliche Erbschaft bei 85.000 Euro, doch die Postbank betont, dass der Wert durch einzelne sehr hohe Vermögen verzerrt wird. Realistischer seien eher 32.000 Euro.

Aktien, Fonds, ETFs: Wertpapiere gewinnen an Vertrauen

Immerhin: Ein Teil der Deutschen setzt auf Kapitalmarkt-Investments. Neun Prozent nennen Aktien oder Fonds als wahrscheinlichen Weg zur halben Million. Unter Menschen, die bereits Wertpapiere besitzen, steigt dieser Anteil auf 20 Prozent.

Gleichzeitig zeigen die Daten auch, wie sehr sich das Anlageverhalten verändert:

  • 21 Prozent investieren inzwischen in ETFs (Exchange Traded Funds)
  • zwei Jahre zuvor waren es noch 13 Prozent

Das deutet auf eine steigende Akzeptanz von breit gestreuten Anlageformen hin – besonders bei langfristigem Vermögensaufbau.

Warum Sparbuch & Co. kaum noch als Weg zum Vermögen gelten

Das klassische Sparen spielt in der Umfrage nur noch eine Nebenrolle: Lediglich zwei Prozent glauben, dass sich mit traditionellen Sparprodukten wie Sparbuch oder Tagesgeld der Aufbau von 500.000 Euro realistisch erreichen lässt.

Ein Grund dürfte die Kombination aus Inflation, niedrigen Realzinsen und fehlender Renditedynamik sein – ein Problem, das viele Sparer spätestens in den letzten Jahren deutlich gespürt haben.

Postbank: Vermögensaufbau braucht Strategie statt Glück

Das Fazit der Postbank: Wer langfristig Vermögen aufbauen will, braucht keine Glückssträhne, sondern eine belastbare Strategie. Dazu zählen insbesondere:

  • regelmäßiges Investieren über lange Zeiträume
  • Streuung des Risikos (Diversifikation)
  • realistische Renditeannahmen
  • ein konsequenter Spar- bzw. Investmentplan

Gleichzeitig erinnert die Postbank daran, dass höhere Renditechancen am Kapitalmarkt auch mit Risiken verbunden sind – Verluste sind möglich.

Ein Vermögen von 500.000 Euro – für viele ein erstrebenswertes, nicht unrealistisches Ziel.
Zwei von drei Deutschen können sich laut aktueller Postbank-Umfrage vorstellen, diese Summe
im Laufe ihres Lebens aufzubauen. Doch wenn es um den Weg dorthin geht, verlässt sich ein
großer Teil weniger auf die eigene Finanzplanung als auf den Zufall. Grafik: Postbank / © Kobyakov

Hintergrund: So lief die Befragung ab

Die Daten stammen aus einer Online-Umfrage von YouGov Deutschland GmbH im Auftrag der Postbank. Befragt wurden 2.004 Personen zwischen dem 19. und 22. September 2025. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Bevölkerung ab 18 Jahren in Deutschland (gewichtete Daten).

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