Protest gegen Pfaffensteigtunnel beim CDU-Parteitag – Initiativen sprechen von „Manipulation“

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Rottweil / Stuttgart – Mehrere Bahn- und Umweltinitiativen wollen am Freitag vor der Stuttgarter Messe gegen den geplanten Pfaffensteigtunnel protestieren. Sie werfen der CDU und den Projektträgern vor, Nutzen-Kosten-Berechnungen manipuliert und Milliarden für andere Bahnprojekte blockiert zu haben.

Am Rande des CDU-Landesparteitags in Stuttgart rufen die Schutzgemeinschaft Filder (SGF), die Initiative „Pro Gäubahn“ und das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 zu einer Protestaktion gegen den geplanten Pfaffensteigtunnel auf. Beginn ist am Freitag, 20. Februar, um 10 Uhr vor der Messehalle am Flughafen Stuttgart.

Die Tunnelgegner fordern den Erhalt der bestehenden Gäubahnführung über die Panoramastrecke in den Kopfbahnhof. Der geplante Pfaffensteigtunnel sei teuer, klimapolitisch rückschrittlich und rechnerisch nur durch „Tricksereien“ genehmigungsfähig gewesen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Gruppen.

Nach Darstellung der Initiativen wurde das äußerst niedrige Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) des Tunnels von 0,27 mit dem hohen NKV des 40 Kilometer entfernten Gäubahnausbaus Süd (2,7) kombiniert, um rechnerisch auf den für die Finanzierung erforderlichen Wert von 1,0 zu kommen. Die Initiativen sprechen von einer „Täuschung“, die der Bundesrechnungshof prüfen solle.

„Die hier vergeudeten Milliarden fehlen für die wirklich wichtigen Bahnprojekte bundesweit“, kritisiert Dieter Reicherter vom Aktionsbündnis. SGF-Sprecher Frank Distel wirft den Verantwortlichen vor, die tatsächlichen Kosten von 3 bis 3,5 Milliarden Euro „auf erträglich scheinende 1,96 Milliarden Euro heruntermanipuliert“ zu haben.

Michael Leibrecht („Pro Gäubahn“) sieht im Projekt eine Fehlallokation von Geldern: „Wegen dieses sündhaft teuren Tunnels fehlt das Geld für den dringend nötigen zweigleisigen Ausbau der Gäubahn Süd.“ Der Tunnel diene am Ende eher der Bauindustrie als dem Bahnverkehr, so Leibrecht.

Zudem, so Steffen Siegel von der SGF, würden rund 20 Hektar Filderböden für die Baustelleneinrichtung dauerhaft zerstört – ein Eingriff, der sich nicht wieder rückgängig machen lasse.

Das Aktionsbündnis hat die Kritik inzwischen auch an den Bundesrechnungshof weitergeleitet. In einem Schreiben an dessen Präsidenten Kai Scheller weist Reicherter auf „Steuerverschwendung beim Pfaffensteigtunnel (Verlegung der Gäubahnstrecke)“ im Genehmigungs- und Finanzierungsverfahren hin. Das Dokument ist öffentlich abrufbar unter: https://kopfbahnhof-21.de/wp-content/uploads/2026/02/Scheller-BRH-7.2.2026.pdf

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