So teuer wird 2026 – Strom, Heizung, E‑Auto: Was jetzt auf Haushalte im Kreis Rottweil zukommt

2026 wird zum Entscheidungsjahr für Energie und Mobilität

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Strompreise bewegen sich zwar wieder unter den Spitzenwerten der Energiekrise, bleiben aber deutlich höher als vor wenigen Jahren. Gleichzeitig greifen neue Regeln beim Heizen mit erneuerbaren Energien, und der Bund fördert den Umstieg auf Elektroautos erneut mit teils mehreren Tausend Euro. Wer jetzt Entscheidungen aufschiebt, riskiert auf lange Sicht höhere laufende Kosten – wer sich kümmert, kann dagegen oft vierstellige Beträge sparen.

Strompreise 2026: Entlastung – aber nur für Aktive

Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte in Deutschland liegt Anfang 2026 bei rund 37 Cent pro Kilowattstunde und damit etwas unter dem Vorjahr. Ursache sind gesunkene Netzentgelte und niedrigere Beschaffungskosten; der Staat stützt die Netzentgelte mit Milliardenbeträgen. In vielen Tarifen im Südwesten finden Verbraucher wieder Angebote unter 35 Cent pro Kilowattstunde – wer aber noch in der teuren Grundversorgung steckt, zahlt schnell deutlich mehr.

Für einen Musterhaushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch macht ein Unterschied von 5 Cent pro Kilowattstunde bereits rund 200 Euro pro Jahr aus. Deshalb lohnt sich ein aktiver Tarifwechsel 2026 besonders: Vergleichsportale nutzen, Vertragslaufzeiten prüfen und auf faire Kündigungsfristen achten. Ergänzend können einfache Maßnahmen wie der Austausch alter Kühlschränke, der Verzicht auf Stand‑by‑Betrieb und das Absenken der Warmwassertemperatur weitere Einsparungen bringen.

Heizen ohne Gas und Öl

Ein sofortiges Gasheizungsverbot gibt es nicht: Bestehende, funktionierende Gas‑ oder Ölheizungen dürfen weiter genutzt werden, ein hartes Enddatum für rein fossile Heizungen ist für 2045 vorgesehen. Entscheidend ist: Neue Heizungen müssen schrittweise mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen, etwa durch Wärmepumpen, Holz‑/Pelletheizungen oder den Anschluss an Fernwärme. Wie schnell das jeweils gilt, hängt von der kommunalen Wärmeplanung ab – Baden‑Württemberg gilt hier als Vorreiter, viele Kommunen im Land sind bis 2026 bereits weit mit ihren Plänen.

Für Eigentümer im Kreis Rottweil und in den Nachbarlandkreisen bedeutet das: Wer jetzt eine neue Heizung plant, sollte prüfen, ob in den nächsten Jahren ein Wärmenetz vor der Haustür geplant ist oder ob eine Wärmepumpe die wirtschaftlichere Lösung ist. Der Staat unterstützt den Austausch alter fossiler Heizungen gegen Systeme mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energie mit Zuschüssen, die je nach Einkommen und Technik einen erheblichen Teil der Investitionskosten abdecken können. Ergänzend gibt es zinsgünstige Kredite, etwa über KfW‑Programme.

E‑Auto‑Förderung 2026

Ab Januar 2026 läuft eine neue E‑Auto‑Förderung des Bundes, die den Kauf oder das Leasing von Elektroautos wieder mit direkten Zuschüssen unterstützt. Für reine Elektroautos sind Mindestzuschüsse von 3.000 Euro vorgesehen, Plug‑in‑Hybride erhalten mindestens 1.500 Euro, sofern sie Vorgaben bei CO₂‑Ausstoß oder elektrischer Reichweite erfüllen. Familien mit Kindern profitieren besonders: Für die ersten beiden minderjährigen Kinder im Haushalt erhöht sich der Zuschuss um jeweils 500 Euro, maximal auf 4.000 Euro allein durch Kinderzuschläge.

Zusätzlich wird die Förderung nach Einkommen gestaffelt: Haushalte mit niedrigem zu versteuernden Einkommen können die Zuschüsse um bis zu 2.000 Euro aufstocken und so auf insgesamt bis zu 6.000 Euro kommen. Förderfähig sind Fahrzeuge, die ab 1. Januar 2026 neu zugelassen werden, die Antragstellung ist voraussichtlich ab Mai 2026 möglich. Parallel bleiben steuerliche Vorteile wie die Kfz‑Steuerbefreiung bis 2035 und günstige Dienstwagenbesteuerung für E‑Autos bestehen.

Drei Haushalte, drei Rechnungen

Single in Mietwohnung in Rottweil

Eine alleinstehende Person mit 2.000 Kilowattstunden Strom im Jahr, ohne Auto und mit Gasetagenheizung des Vermieters, kann vor allem beim Strom sparen. Ein Tarifwechsel aus der Grundversorgung in einen günstigeren Vertrag bringt schnell 80 bis 120 Euro im Jahr. Weitere Einsparungen ergeben sich durch effiziente Geräte und bewussten Verbrauch.

Familie mit zwei Kindern im Eigenheim

Eine vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus, etwa in einem Ortsteil von Schramberg, verbraucht leicht 4.500 Kilowattstunden Strom und heizt noch mit einer alten Gasheizung, dazu kommt ein Verbrenner‑Kombi. Hier kann der Austausch der Heizung gegen eine Wärmepumpe mit Förderung und der Kauf eines E‑Kompaktwagens mit bis zu 6.000 Euro Zuschuss die laufenden Kosten über zehn Jahre deutlich senken – trotz hoher Anfangsinvestitionen.

Pendlerpaar zwischen Schwarzwald‑Baar‑Kreis und Rottweil

Ein Paar mit 3.500 Kilowattstunden Stromverbrauch, zwei Autos und langen Pendelstrecken zwischen Schwarzwald‑Baar‑Kreis und Rottweil profitiert besonders vom Umstieg auf ein E‑Auto. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und einem passenden Stromtarif können die monatlichen „Tankkosten“ im Vergleich zu Benzin oder Diesel massiv sinken – vor allem, wenn zu Hause geladen werden kann.

Ihr Fahrplan für 2026

Wer im Laufe des Jahres drei Punkte angeht, ist für 2026 und die Folgejahre gut aufgestellt. Erstens den eigenen Stromtarif prüfen und gegebenenfalls wechseln. Zweitens bei einer anstehenden Heizungsmodernisierung frühzeitig Förderungen und kommunale Wärmeplanung checken. Drittens den möglichen Umstieg auf ein E‑Auto mit Blick auf die neue Prämie durchrechnen. Lokale Energie‑ und Verbraucherberatungen, Handwerksbetriebe sowie die Förderportale von Bund und Land helfen bei der konkreten Planung und Antragstellung.

Für eine neue Heizung gibt es im Kreis Rottweil mehrere zuverlässige Anlaufstellen für neutrale Beratung und konkrete Umsetzungsschritte.

Weiterführende Infos

Neutrale Beratung: Energieagentur und Landkreis

  • Klimaschutz‑ und Energieagentur Region Schwarzwald‑Baar‑Heuberg mit Niederlassung in Rottweil (Energieagentur Landkreis Rottweil) bietet kostenlose, neutrale Erstberatung zu Heizungstechnik, Wärmedämmung, erneuerbaren Energien und Förderprogrammen an.
  • Über den Landkreis Rottweil werden zusätzlich „Energiechecks vor Ort“ angeboten, bei denen Gebäudehülle, Heizungs‑ und Verteilungstechnik oder Solaranlagen direkt im Haus geprüft werden; einkommensschwache Haushalte können diese Checks teils kostenlos nutzen.
  • In Kooperation mit der Verbraucherzentrale gibt es Energieeinsparberatung in Rottweil, Oberndorf und Schramberg – etwa zu neuer Heizung, PV‑Anlage und staatlichen Förderprogrammen.

Verbraucherzentrale: Förderungen und Sanierungsfahrplan

  • Die Energieberatung der Verbraucherzentrale im Landkreis Rottweil informiert unabhängig zu Heizungsmodernisierung, Wärmepumpe, Holzheizung oder Hybridlösungen sowie zu BAFA‑ und KfW‑Förderprogrammen.
  • Dort lassen sich auch Sanierungsfahrpläne und Förderszenarien durchsprechen, bevor Angebote von Handwerksbetrieben eingeholt werden.

Handwerk und Innung: Heizungsbauer vor Ort

  • Für konkrete Planung und Umsetzung der neuen Heizung ist die Innung für Sanitär‑, Heizungs‑ und Klimatechnik Tuttlingen‑Rottweil Ansprechpartner; die Kreishandwerkerschaft vermittelt Kontakte zu Fachbetrieben in der Region.
  • Die Energieagentur verweist bei detaillierten Sanierungskonzepten gezielt an Architekten, Ingenieure und spezialisierte Heizungsbauer, sodass Beratung und handwerkliche Ausführung zusammenpassen.

E‑Auto‑Prämie 2026 – Checkliste für Familien und Pendler

  1. Einkommensgrenze prüfen: Die neue Prämie gibt es nur bis zu einem bestimmten zu versteuernden Haushaltseinkommen, Familien bekommen pro Kind etwas mehr Spielraum nach oben.
  2. Kinderbonus nutzen: Für die ersten beiden minderjährigen Kinder gibt es je 500 Euro extra – bis zu 1.000 Euro zusätzlich auf die Basisprämie.
  3. Fahrprofil checken: Tägliche Kilometer, Urlaubsfahrten und Lademöglichkeiten zu Hause oder am Arbeitsplatz durchgehen, um zu entscheiden, ob ein reines E‑Auto oder ein förderfähiger Plug‑in‑Hybrid passt.
  4. Fahrzeug auswählen: Nur Neuwagen sind förderfähig; bei Plug‑in‑Hybriden auf Mindest‑E‑Reichweite oder maximalen CO₂‑Ausstoß achten, damit das Auto tatsächlich Prämie bekommt.
  5. Unterlagen sammeln: Kauf‑ oder Leasingvertrag, Steuerbescheide (i.d.R. der letzten zwei Jahre), Nachweise für Kinder und Bankverbindung bereitlegen.
  6. Antrag rechtzeitig online stellen: Die Förderung wird nach der Zulassung beantragt, Anträge sind erst seit Januar möglich und Töpfe können begrenzt sein – also Fristen im Blick behalten.
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