Was Wandputz über römisches Leben in Rottweil verrät

Autor / Quelle: NRWZ-Redaktion
Lesezeit 2 Min.
Was sich aus antikem Wandputz mit modernen Analyseverfahren herauslesen lässt, präsentieren Martina Meyr und Michael Ramsperger in einer Sonderpräsentation im Foyer des Dominikanermuseums (Foto: Städtische Museen).

In einem Kooperationsprojekt haben das Dominikanermuseum Rottweil und die Abteilung für Provinzialrömische Archäologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erstmals in der Forschungsgeschichte des römischen Rottweil Fragmente von bemaltem Wandputz untersucht. Die Analyse der Fundstücke verdeutlicht den hohen kulturellen Status der damaligen Stadt Arae Flaviae.

Das Projekt unter der Leitung von Martina Meyr M. A. (Dominikanermuseum) und Michael Ramsperger M. A. (Universität Freiburg) konzentrierte sich auf Bruchstücke von bemaltem Wandverputz, die von Grabungen in der Orpheusstraße stammen. Obwohl diese stark fragmentiert sind, belegen sie eine direkte kulturelle Verbindung von Arae Flaviae, einer wichtigen Stadt im hinteren Limesgebiet, zu den Zentren der römischen Welt.

„Die Analyse der Farbpigmente und Maltechniken zeigt, dass die Bewohner ihre Wohnräume aufwendig gestalteten“, so Michael Ramsperger. „Neben den bekannten Bodenmosaiken sind diese Wandmalereien ein weiterer Beleg für den ausgeprägten kulturellen Anspruch und den Wohlstand in der römischen Stadt.“

Die Forschungsergebnisse ergänzen das bisherige Bild vom Leben in Arae Flaviae und untermauern die Bedeutung der Stadt als ziviles Zentrum der Region. Das Projekt zeigt zugleich das Potenzial moderner digitaler und naturwissenschaftlicher Methoden für die archäologische Forschung. „Die Kooperation mit der Universität Freiburg ist für die Erforschung der Museumsbestände und für den wissenschaftlichen Austausch eine große Bereicherung“, freut sich Museumsleiterin Martina Meyr.

Eine Auswahl der untersuchten Wandputz-Bruchstücke ist derzeit zusammen mit Erläuterungen zur Analyse der Farbpigmente in einer Vitrine im Foyer des Dominikanermuseums ausgestellt. Die Sonderpräsentation ist für Besucher noch bis zum 22. Februar zu sehen.

Weitere Informationen: www.dominikanermuseum.de

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen