Heizen wird teurer – und zwar erneut: Zum Jahreswechsel ist der CO₂-Preis für Gas und Öl deutlich gestiegen, viele Haushalte in der Region müssen sich auf spürbar höhere Abschläge und Nachzahlungen einstellen. Während Strom vergleichsweise günstiger wird und damit Wärmepumpen attraktiver erscheinen, hängen viele Mieter und Eigentümer weiterhin an alten Gas- oder Ölheizungen – oft ohne ihren tatsächlichen Verbrauch genau zu kennen. Wer jetzt seine Abrechnungen prüft, Verträge vergleicht und erste Effizienzmaßnahmen anpackt, kann die Mehrbelastung zumindest abmildern, statt von der nächsten Heizkostenabrechnung kalt erwischt zu werden.
Neuer CO₂-Preis: Was 2026 auf Gas- und Ölkunden zukommt
Ab 2026 steigt der CO₂-Preis für fossile Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl auf bis zu 65 Euro pro Tonne und verteuert damit das Heizen spürbar. Für Gasheizungen werden allein für die CO₂-Abgabe rund 1,4 bis 1,55 Cent je Kilowattstunde fällig, bei Ölheizungen bis zu 20,7 Cent pro Liter. Ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch zahlt damit künftig gut 260 bis gut 300 Euro pro Jahr nur für die CO₂-Kosten, bei 2.000 Litern Heizöl sind es etwa 350 bis über 400 Euro. Besonders hart trifft das unsanierte Gebäude mit hohem Energiebedarf, während effizient sanierte Häuser deutlich weniger Mehrkosten tragen müssen.
Für viele Haushalte in der Region Rottweil und im Schwarzwald-Baar-Kreis kommen die höheren CO₂-Preise zu ohnehin gestiegenen Energie- und Nebenkosten hinzu. Gleichzeitig sinken die Strompreise tendenziell, was Wärmepumpen langfristig attraktiver macht – auch wenn die Investition in bestehendem Bestand oft noch eine Hürde ist. Wer jetzt seine Abrechnungen genau prüft und den eigenen Verbrauch kennt, kann besser entscheiden, ob sich ein Wechsel der Heizung oder zumindest ein Anbieterwechsel lohnt.
So prüfen Mieter ihre Heizkostenabrechnung
Mieter bekommen die höheren CO₂-Kosten in der Regel über die jährliche Heizkostenabrechnung zu spüren, oft als Teil der „Brennstoffkosten“ ohne separate Aufschlüsselung. Seit der Einführung der CO₂-Bepreisung müssen die Zusatzkosten anteilig zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt werden – wie hoch dieser Anteil ist, hängt vom energetischen Zustand des Hauses ab. Wer seine Abrechnung prüft, sollte daher zuerst den eigenen Verbrauch mit den Vorjahren vergleichen und prüfen, ob der Brennstoffpreis inklusive CO₂-Kosten plausibel ist.
Auffällig hohe Nachzahlungen können ein Hinweis auf falsch angesetzte Verbrauchswerte, Fehler bei der Umlage oder schlicht auf einen schlechten energetischen Zustand des Gebäudes sein. Mieter sollten in solchen Fällen zeitnah Widerspruch einlegen, Belegeinsicht verlangen und sich mit konkreten Zahlen an eine Verbraucherberatung wenden. Wichtig ist auch der Blick auf die Verteilung der Kosten im Haus: In unsanierten Mehrfamilienhäusern mit sehr unterschiedlichem Verbrauch pro Wohnung können pauschale Umlagen ungerecht wirken.
Eigentümer: Zwischen Nachrüsten, Heizungstausch und Anbieterwechsel
Für Hauseigentümer treffen die CO₂-Kosten direkt die eigene Kasse – dafür haben sie mehr Hebel, um gegenzusteuern. Kurzfristig lohnt es sich, Lieferverträge für Gas oder Heizöl zu prüfen, günstigere Anbieter zu vergleichen und den eigenen Verbrauch durch einfache Maßnahmen wie hydraulischen Abgleich, Thermostattausch oder Dämmung der Heizungsrohre zu senken. Mittel- und langfristig wird der Umstieg auf effizientere Systeme wie Wärmepumpen oder Hybridlösungen durch die steigenden CO₂-Preise wirtschaftlich interessanter, weil Strom im Vergleich zu Gas und Öl preislich tendenziell besser dasteht.
Gerade im Altbau ist ein vollständiger Heizungstausch aber nicht von heute auf morgen zu stemmen – finanziell wie technisch. Eigentümer sollten deshalb zunächst den Energiebedarf des Gebäudes mit einem Energieberater klären und prüfen, ob bereits kleinere Sanierungsschritte wie Fenstertausch oder Dämmmaßnahmen den Verbrauch deutlich reduzieren. Wer Förderprogramme nutzt und Sanierungen in Etappen plant, kann so die Mehrkosten durch den CO₂-Preis abfedern, statt nur jedes Jahr höhere Rechnungen hinzunehmen.
Was Haushalte jetzt konkret tun können
Um nicht von hohen Nachzahlungen überrascht zu werden, sollten Haushalte ihren aktuellen Jahresverbrauch und die Brennstoffpreise kennen und daraus eine grobe Prognose für 2026 ableiten. Hilfreich ist ein einfacher Vergleich: Heizkosten pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr mit den eigenen Werten der Vorjahre und Richtwerten von Verbraucherzentralen. Wer deutlich darüber liegt, sollte prüfen, ob die Heizanlage richtig eingestellt ist, ob Heizkörper regelmäßig entlüftet werden und ob eine Nachtabsenkung genutzt wird.
Mieter können zudem mit ihrem Vermieter über Energiesparmaßnahmen im Haus sprechen, etwa den Einbau moderner Thermostatventile oder den hydraulischen Abgleich. Eigentümer sollten sich frühzeitig um Handwerkertermine kümmern, denn die Nachfrage nach Sanierungen und Heizungstausch dürfte mit weiter steigenden CO₂-Preisen eher zu- als abnehmen. Für beide gilt: Wer sich rechtzeitig informiert und aktiv wird, hat bessere Chancen, die teurere Heizsaison 2026 im Griff zu behalten, statt nur die nächste hohe Abrechnung abzuwarten.



