Strom wird 2026 etwas günstiger, Heizen dagegen für viele teurer – diese Mischung sorgt gerade in der Region für Verunsicherung. Während sinkende Netzentgelte den Strompreis dämpfen, treiben höherer CO₂-Preis und steigende Gasnetzentgelte die Heizkosten nach oben. Viele Haushalte fragen sich daher: Muss ich jetzt handeln – und wenn ja, wo fange ich an?
Im Folgenden zeigen wir, was 2026 konkret auf Strom- und Gasrechnungen zukommt, welche Spielräume Verbraucher bei ihren Verträgen haben und mit welchen einfachen Schritten sich die eigene Energierechnung spürbar beeinflussen lässt.
Strompreis sinkt – aber nicht automatisch für alle
Für 2026 zeichnen sich erstmals seit Langem spürbare Entlastungen beim Strom ab: Netzbetreiber und Experten rechnen im Bundesdurchschnitt mit einer Senkung der Stromkosten um rund sieben Prozent. Hintergrund ist ein milliardenschwerer Zuschuss des Bundes zu den Netzentgelten, der die Kosten pro Kilowattstunde im Schnitt um etwa 1,5 bis 2 Cent senken soll. Für Neukunden liegen aktuelle Angebote laut Branchenüberblick um die 22 bis 23 Cent je Kilowattstunde, wobei regionale Unterschiede weiterhin deutlich ausfallen.
Wichtig: Energieversorger müssen die geringeren Netzentgelte nicht eins zu eins an ihre Kunden weiterreichen. Wer stillhält, profitiert also möglicherweise gar nicht – entscheidend sind die konkreten Vertragskonditionen. Ein regelmäßiger Blick in die eigene Jahresabrechnung und ein Vergleichstarifrechner können deshalb bares Geld wert sein.
Gas und Wärme: Mehrkosten durch Netzentgelte und CO₂-Preis
Beim Heizen sieht die Bilanz anders aus: Gas bleibt das Sorgenkind vieler Haushalte und wird 2026 tendenziell teurer. Zwar liegen Neukundentarife derzeit im Bereich von etwa acht bis gut neun Cent pro Kilowattstunde, doch steigende Netzentgelte und ein höherer CO₂-Preis drücken die Gesamtbelastung nach oben. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch können allein CO₂-Kosten mit einem Zuschlag von rund 50 Euro pro Jahr zu Buche schlagen.
Gleichzeitig prognostizieren Netzbetreiber für 2026 vielerorts ein Plus bei den Gasnetzentgelten im mittleren einstelligen Cent-Bereich, was in der Summe Preissteigerungen im zweistelligen Prozentbereich bedeuten kann. Selbst wenn einzelne Umlagen sinken oder wegfallen, gleichen die höheren Netzentgelte das häufig wieder aus. Haushalte, die noch alte oder sehr teure Verträge haben, zahlen damit schnell deutlich mehr als nötig – ein Anbieterwechsel oder ein Wechsel in einen günstigeren Tarif kann sich hier besonders lohnen.
Heizungsgesetz, Wärmeplanung und Förderungen: Was jetzt wichtig wird
Parallel zu der Preisentwicklung greifen 2026 weitere energiepolitische Weichenstellungen, die auch die Region betreffen. Mit der kommunalen Wärmeplanung sollen Städte und Gemeinden schrittweise festlegen, wie sie künftig klimafreundliche Wärme bereitstellen – von Nahwärmenetzen bis hin zu Sanierungsstrategien für Bestandsgebäude. Für Eigentümer kann das entscheidend sein: Wer heute über den Austausch einer alten Gasheizung oder den Einbau einer Wärmepumpe nachdenkt, sollte die Wärmepläne und lokale Förderprogramme im Blick behalten.
Zwar bleiben zentrale Förderprogramme für energetische Sanierungen und effizienten Neubau grundsätzlich bestehen, im Detail werden sie jedoch laufend angepasst. Das kann bedeuten, dass besonders attraktive Zuschüsse zeitlich begrenzt sind oder sich Bedingungen verschärfen. Frühzeitige Information bei Energieberatungsstellen, Verbraucherzentralen oder der Hausbank verhindert, dass Fördergelder ungenutzt bleiben.
Drei Schritte, wie Haushalte jetzt reagieren können
Erstens sollten Verbraucher ihre aktuellen Strom- und Gasverträge prüfen und mit Neukundentarifen vergleichen: In vielen Fällen sind günstige Angebote mit Preisgarantie verfügbar, während Bestandskunden in teureren Altverträgen festhängen. Zweitens lohnt es sich, die eigene Heiztechnik kritisch zu betrachten – von der Wartung der Anlage über hydraulischen Abgleich bis hin zur mittel- bis langfristigen Umstellung auf effizientere Systeme wie Wärmepumpen oder Wärmenetzanschlüsse. Drittens bleiben klassische Energiespartipps aktuell: Senkung der Raumtemperatur um ein Grad, konsequentes Stoßlüften und der Austausch alter Umwälzpumpen können die Heizkosten spürbar senken, ohne den Wohnkomfort massiv zu reduzieren.
Für viele Leserinnen und Leser ist damit 2026 ein Übergangsjahr: Strom entlastet das Haushaltsbudget, beim Heizen drohen Mehrkosten – und parallel entscheidet die richtige Strategie heute darüber, wie tragfähig die eigene Energiekostenbilanz in wenigen Jahren sein wird.



