Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist 2025 erneut gestiegen. Wer denkt, Einbrecher kämen nachts und seien Profis, liegt meist falsch. Was wirklich hilft – und was die Polizei empfiehlt.
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Die Lage: Mehr Einbrüche, niedrige Aufklärungsquote
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet für 2025 bundesweit 82.920 Wohnungseinbrüche – rund 4.500 mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt bei mageren 14,1 Prozent. Das bedeutet: In acht von neun Fällen bleiben die Täter unbekannt. Hinzu kommen fast 93.000 Diebstähle aus Kellern, Dachböden und Waschküchen – dort sind vor allem hochwertige E-Bikes beliebt.
Der angerichtete Schaden allein durch gestohlene Beute lag 2024 bei über 378 Millionen Euro.
Wer einbricht – und wann
Ein verbreiteter Irrtum: Einbrecher sind keine Spezialisten. Die Mehrzahl sind Gelegenheitstäter, die mit einfachem Hebelwerkzeug Fenster und Türen aufbrechen. Sie testen schnell, ob ein Objekt Widerstand bietet – und ziehen weiter, wenn es schwierig wird.
Auch der Zeitpunkt überrascht: Mehr als ein Drittel aller Einbrüche geschieht tagsüber – zur Schul-, Arbeits- oder Einkaufszeit, am frühen Abend oder am Wochenende. 2025 wurden bundesweit über 31.000 sogenannte Tageswohnungseinbrüche erfasst.
Ein weiterer Hinweis: Einbrecherbanden arbeiten systematisch. Sie räumen ganze Straßenzüge ab – schnell und koordiniert.
Was wirklich schützt
Die gute Nachricht: Fast die Hälfte aller Einbruchsversuche scheitert. Das belegt, dass Schutzmaßnahmen wirken.
Verhalten:
- Haustür immer abschließen – auch bei kurzen Abwesenheiten.
- Fenster, Balkon- und Terrassentüren stets schließen. Gekippte Fenster gelten als offene Fenster.
- Keinen Schlüssel draußen verstecken. Einbrecher kennen alle gängigen Verstecke.
- Bei Schlüsselverlust: Schließzylinder umgehend wechseln.
- Keine Hinweise auf Abwesenheit in sozialen Netzwerken oder auf dem Anrufbeantworter hinterlassen.
- Fremde im Hausflur oder auf Nachbargrundstücken beobachten und bei Verdacht sofort die Polizei rufen (110).
Technik: Die Polizei empfiehlt mechanische Sicherungen an allen Fenstern und Türen. Eine Einbruch- und Überfallmeldeanlage meldet Einbruchsversuche automatisch und ermöglicht es, im Notfall selbst Alarm auszulösen.
Wertgegenstände dokumentieren – für den Ernstfall
Wer einen Einbruch erlebt, steht oft vor einem Problem: Was genau wurde gestohlen? Die Polizei empfiehlt eine schriftliche Wertgegenstandsliste mit Fotos, Seriennummern und Kaufbelegen. Das erleichtert die Fahndung – und beschleunigt die Schadensregulierung mit der Hausratversicherung.
Infokasten
Einbruchschutz – das Wichtigste im Überblick
82.920
Wohnungseinbrüche bundesweit (2025)
45 %
der Einbrüche scheitern
38 %
der Einbrüche passieren tagsüber
Sofortmaßnahmen
- Haustür immer abschließen – auch bei kurzer Abwesenheit
- Alle Fenster und Türen schließen (auch Balkon/Terrasse)
- Keinen Schlüssel draußen verstecken
- Keine Abwesenheitshinweise in sozialen Netzwerken
- Verdächtige Personen sofort der Polizei melden: 110
Technischer Schutz
- Mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen nachrüsten
- Einbruchmeldeanlage installieren lassen
- Bei Schlüsselverlust: Schließzylinder austauschen
Für den Ernstfall
- Wertgegenstandsliste führen – mit Fotos und Seriennummern
- Liste erleichtert Fahndung und Versicherungsabwicklung


