Alpenverein saniert Anhalter Hütte – eine Helikopter-Baustelle

Hier wurde der Grundstein zur Städtepartnerschaft gelegt

Projektteam Anhalter Hütte der Sektion Oberer Neckar beim Zustieg zur Anhalter Hütte, auf dem Steinjöchle. Zweiter von links: Stellvertretende Vorsitzende Stefanie Arnold, 3. von links: Vorsitzender Rudolf Mager, 5. von links Hüttenwart Rony Dreher, ganz rechts Architekt Christof Birkel. Foto: Sektion

Noch ist die Klet­ter­hal­le nicht mal annä­hernd abbe­zahlt, schon stemmt die hie­si­ge Sek­ti­on des Deut­schen Alpen­ver­eins (DAV), Obe­rer Neckar, die nächs­te Mil­lio­nen-Maß­nah­me: Die Anhal­ter Hüt­te bei Imst soll gene­ral­sa­niert wer­den. Die Gemein­de­rä­te zeig­ten sich heu­te Abend begeis­tert und beschlos­sen vor­ent­schei­dend einen Zuschuss in Höhe von 12.000 Euro.

 

Rudolf Mager, der Vor­sit­zen­de der Sek­ti­on, erläu­ter­te das Vor­ha­ben. Die Anhal­ter Hüt­te liegt ober­halb von Imst und wur­de 1912 von der dama­li­gen Sek­ti­on Anhalt-Des­sau erbaut. Die Sek­ti­on Rott­weil pach­te­te die Hüt­te und kauf­te sie 1972. Bereits beim 50-jäh­ri­gen Hüt­ten­ju­bi­lä­um 1962 wur­de der Grund­stein für die Städ­te­part­ner­schaft gelegt.

Geplant ist nun, den unter Denk­mal­schutz ste­hen­den Teil zu sanie­ren, die Anbau­ten abzu­rei­ßen und einen grö­ße­ren Anbau auf der Berg­sei­te der Hüt­te neu zu erstel­len. Dafür wur­den Kos­ten von 2,45 Mil­lio­nen Euro errech­net, von denen der Lan­des- und der Haupt­ver­band des DAV zusam­men 60 Pro­zent über­neh­men. Die Kos­ten sind so hoch, weil die Hüt­te nicht mit Autos zu errei­chen ist, son­dern alle Mate­ria­li­en und auch die Hand­wer­ker nach oben geflo­gen wer­den müs­sen: „Das ist eine Heli­ko­pter-Bau­stel­le“, sag­te Mager. „Arbeits­kräf­te und Mate­ria­li­en wer­den alle geflo­gen.“ Wie er berich­te­te, sind bereits ers­te Pla­nun­gen gelau­fen: In einem Stu­den­ten­wett­be­werb in Koope­ra­ti­on mit der Hoch­schu­le für Archi­tek­tur in Stutt­gart wur­de der Umfang der Maß­nah­me aus­ge­ar­bei­tet.

Als Eigen­leis­tung will der knapp 5000 Mit­glie­der star­ke Ver­ein nicht nur einen Teil der Bau­kos­ten stel­len, son­dern in frei­wil­li­gem Dienst die Ver­sor­gung der Fir­men und Arbei­ter wäh­rend der Bau­zeit über­neh­men. Jeweils Drei­er­teams sind eine Woche vor Ort. Bau­be­ginn soll zu Beginn der Sai­son sein, im Mai. Zwei Jah­re soll die Maß­nah­me gehen.

Die Sek­ti­on hat außer der im Som­mer bewir­te­ten Anhal­ter Hüt­te auch noch die Hei­ter­wand­hüt­te, eine rei­ne Selbst­ver­sor­ger­hüt­te, und betreut 80 Kilo­me­ter alpi­ne Wege rund um die bei­den Hüt­ten.

Eigent­lich soll­te ein Beschluss über den städ­ti­schen Zuschuss erst im Rah­men der Haus­halts­be­ra­tun­gen erfol­gen. Aber die Zustim­mung im Aus­schuss war so groß, dass ein­stim­mig ein vor­be­ra­ten­der Beschluss gefasst wur­de – end­gül­tig ent­schei­det der Gemein­de­rat. Auch des­we­gen, damit sich der Ver­ein an die ande­ren Städ­te sei­nes Gebiets, in denen Berg­stei­ger­grup­pen sind (Schram­berg, Obern­dorf, Sulz, Spai­chin­gen und Tros­sin­gen), wegen eines Zuschus­ses wen­den kann.