Alpenverein saniert Anhalter Hütte – eine Helikopter-Baustelle

Hier wurde der Grundstein zur Städtepartnerschaft gelegt

Noch ist die Kletterhalle nicht mal annähernd abbezahlt, schon stemmt die hiesige Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV), Oberer Neckar, die nächste Millionen-Maßnahme: Die Anhalter Hütte bei Imst soll generalsaniert werden. Die Gemeinderäte zeigten sich heute Abend begeistert und beschlossen vorentscheidend einen Zuschuss in Höhe von 12.000 Euro.

 

Rudolf Mager, der Vorsitzende der Sektion, erläuterte das Vorhaben. Die Anhalter Hütte liegt oberhalb von Imst und wurde 1912 von der damaligen Sektion Anhalt-Dessau erbaut. Die Sektion Rottweil pachtete die Hütte und kaufte sie 1972. Bereits beim 50-jährigen Hüttenjubiläum 1962 wurde der Grundstein für die Städtepartnerschaft gelegt.

Geplant ist nun, den unter Denkmalschutz stehenden Teil zu sanieren, die Anbauten abzureißen und einen größeren Anbau auf der Bergseite der Hütte neu zu erstellen. Dafür wurden Kosten von 2,45 Millionen Euro errechnet, von denen der Landes- und der Hauptverband des DAV zusammen 60 Prozent übernehmen. Die Kosten sind so hoch, weil die Hütte nicht mit Autos zu erreichen ist, sondern alle Materialien und auch die Handwerker nach oben geflogen werden müssen: „Das ist eine Helikopter-Baustelle“, sagte Mager. „Arbeitskräfte und Materialien werden alle geflogen.“ Wie er berichtete, sind bereits erste Planungen gelaufen: In einem Studentenwettbewerb in Kooperation mit der Hochschule für Architektur in Stuttgart wurde der Umfang der Maßnahme ausgearbeitet.

Als Eigenleistung will der knapp 5000 Mitglieder starke Verein nicht nur einen Teil der Baukosten stellen, sondern in freiwilligem Dienst die Versorgung der Firmen und Arbeiter während der Bauzeit übernehmen. Jeweils Dreierteams sind eine Woche vor Ort. Baubeginn soll zu Beginn der Saison sein, im Mai. Zwei Jahre soll die Maßnahme gehen.

Die Sektion hat außer der im Sommer bewirteten Anhalter Hütte auch noch die Heiterwandhütte, eine reine Selbstversorgerhütte, und betreut 80 Kilometer alpine Wege rund um die beiden Hütten.

Eigentlich sollte ein Beschluss über den städtischen Zuschuss erst im Rahmen der Haushaltsberatungen erfolgen. Aber die Zustimmung im Ausschuss war so groß, dass einstimmig ein vorberatender Beschluss gefasst wurde – endgültig entscheidet der Gemeinderat. Auch deswegen, damit sich der Verein an die anderen Städte seines Gebiets, in denen Bergsteigergruppen sind (Schramberg, Oberndorf, Sulz, Spaichingen und Trossingen), wegen eines Zuschusses wenden kann.

 

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