Übung am Rottenmünster, Rottweil: Bühlinger Feuerwehrleute am Hydrant, sie bauen die Löschwasserversorgung auf. Foto: Peter Arnegger

Don­ners­tags haben die Rott­wei­ler Feu­er­wehr­leu­te Übungs­dienst. Manch­mal ver­läuft das eher unspek­ta­ku­lär, ges­tern etwa als rei­ne Anlei­ter­übung am Neu­en Rat­haus. Manch­mal spek­ta­ku­lär, wie im Sep­tem­ber bei einem ange­nom­me­nen Groß­brand in der Volks­bank-Haupt­stel­le. Und manch­mal ist es inhalt­lich span­nend, wie eben­falls ges­tern Abend am Lui­sen­heim des Vin­zenz-von-Paul-Hos­pi­tals (Rot­ten­müns­ter).

Don­ners­tag, 19 Uhr, am Lui­sen­heim. Ein­satz­kräf­te der Rott­wei­ler Feu­er­wehr aus der Alt­stadt und aus Büh­lin­gen ste­hen samt Stadt­brand­meis­ter Frank Mül­ler und Ver­tre­tern der Rot­ten­müns­ter-Werk­feu­er­wehr um einen sil­ber­nen Kas­ten her­um. „Lösch­was­ser­ein­spei­sung”, steht drauf, und so unspek­ta­ku­lär sein Äuße­res, so umfang­reich ver­än­dert er die Rah­men­be­din­gun­gen bei Ein­sät­zen dort.

Das ist das neue Teil. Foto: gg

Bis­her kam das Was­ser aus der Wand. Auf den Stock­wer­ken. Im Ernst­fall konn­ten die Ein­satz­kräf­te der Feu­er­wehr ihre Schläu­che dort anste­cken und mit dem Lösch­an­griff begin­nen. Das ist jetzt vor­bei.

Die euro­päi­sche Trink­was­ser­ver­ord­nung erlaubt kein ste­hen­des Was­ser in den Lei­tun­gen in den Gebäu­den mehr. So erklär­te es der Rott­wei­ler Feu­er­wehr­kom­man­dant Frank Mül­ler der NRWZ am Don­ners­tag vor Ort. Auch in die­sen Lei­tun­gen könn­ten sich Kei­me bil­den. Des­halb übten er und sei­ne Man­nen die Lösch­was­ser­ver­sor­gung an dem Kli­nik­ge­bäu­de. Für alle eine Pre­mie­re, „ich sehe die Lösch­was­ser­ein­spei­sung heu­te zum ers­ten Mal”, so Mül­ler.

Lösch­was­ser­ver­sor­gung am Lui­sen­heim: das Fahr­zeug aus der Alt­stadt. Foto: gg

Im Ernst­fall, bei einem Brand im Lui­sen­heim, läuft das dann so ab: Das Lösch­fahr­zeug aus der Alt­stadt rückt an, wird nahe der Ein­spei­se­stel­le in der Schwen­nin­ger Stra­ße aufgestellt.Zugleich rücken die Kol­le­gen aus Büh­lin­gen mit ihrem klei­nen Lösch­grup­pen­fahr­zeug an. Die bei­den Feu­er­wehr­wa­gen begeg­nen sich, denn der Hydrant, zu dem der Büh­lin­ger Benz muss, liegt ein Stück weit die Stra­ße hin­un­ter. Ein ers­ter kur­zer Stress­mo­ment, den Stadt­brand­meis­ter Mül­ler als ein klein wenig hei­kel ver­merkt. Aber auch als unab­än­der­lich.

Die Alt­städ­ter brin­gen mit ihrem Lösch­fahr­zeug 700 Liter Was­ser mit. 430 davon wer­den benö­tigt, um das neu­er­dings lee­re Lei­tungs­sys­tem im Lui­sen­heim des Vin­zenz-von-Paul-Hos­pi­tals zu befül­len. Die Alt­städ­ter haben also rund 300 Liter Lösch­was­ser dabei, das dann auf den ein­zel­nen Stock­wer­ken des Gebäu­des zur Ver­fü­gung steht.

Das ist im Ernst­fall nicht viel. Des­halb hat die Ein­satz­grup­pe aus Büh­lin­gen – dem Orts­teil, der qua­si nicht über eige­nes Was­ser aus einem Fahr­zeug ver­fügt – am Don­ners­tag­abend gleich die Was­ser­ver­sor­gung aus dem nahe gele­ge­nen Hydran­ten auf­ge­baut. In nur drei Minu­ten, wie Stadt­brand­meis­ter Mül­ler zufrie­den ver­merkt. Er hat­te die Zeit mit der iPho­ne-Stopp­uhr gemes­sen.

Ohne­hin: Kon­zen­triert haben die Kame­ra­den die gestell­te Auf­ga­be in kur­zer Zeit gelöst. Sie ken­nen jetzt die neu­en Ver­hält­nis­se vor Ort. Sie wis­sen auch, dass der lau­fen­de Fahr­zeug­ver­kehr auf der Schwen­nin­ger Stra­ße ein Pro­blem im Ernst­fall dar­stel­len könn­te. Es ging dort eng zu, am Don­ners­tag­abend.

Die Was­ser­ver­sor­gung stand schnell. Im Ernst­fall wür­de zudem das Groß­tank­lösch­fahr­zeug aus der Kern­stadt (5000 Liter Was­ser) zur Ver­fü­gung ste­hen.

Und, wer sich fragt, was in der gan­zen Zeit die Leu­te von der Rot­ten­müns­ter-Werk­feu­er­wehr machen wür­den: Die wür­den unter Atem­schutz ins Gebäu­de vor­drin­gen und selbst ers­te Lösch­an­grif­fe starten.Hoffen wir, dass es nie soweit kommt.

Übri­gens: Am sel­ben Abend hat die Feu­er­wehr Rott­weil nicht nur beim Vin­zenz-von-Paul-Hos­pi­tal geübt, son­dern auch in der Innen­stadt, am Neu­en Rat­haus. Es war eine rei­ne Anlei­ter­übung, so Stadt­brand­meis­ter Frank Mül­ler. Nichts pas­siert.