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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Rott­weil Rie­si­ge Glas­skulp­tur zieht vom Ober­ro­ten­stein nach Spai­chin­gen

Riesige Glasskulptur zieht vom Oberrotenstein nach Spaichingen

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ROTTWEIL-HAUSEN – Mit einem lachen­den und einem wei­nen­den Auge beob­ach­te­te Tobi­as Kam­me­rer die drei Spe­zia­lis­ten, die sei­ne gro­ße Glas­skulp­tur ”Was unse­re See­le sieht” in sei­nem Skulp­tu­ren­gar­ten am Ober­ro­ten­stein abbau­ten. Denn einer­seits freu­te er sich dar­über, dass die Fir­ma Hepp­ler in Spai­chin­gen sie vor ihrem Fir­men­ge­bäu­de auf­stel­len wird. Ande­rer­seits wird sie ihm feh­len.

”Ich geb sie schwe­ren Her­zens her”, so Kam­me­rer. Denn die drei rie­si­gen, in gelb und oran­ge gehal­te­nen Halb­krei­se aus Glas waren das Pracht­stück im Skulp­tu­ren­gar­ten. ”Bei Füh­run­gen waren die Leu­te von ihr immer am meis­ten begeis­tert.” Ande­rer­seits freut er sich aber auch, dass sie nun einen expo­nier­ten Platz bekommt. ”Bei Hepp­ler arbei­ten 280 Leu­te, die jetzt täg­lich dar­an vor­bei­lau­fen.”

Und jetzt nicht nur die Glas­skulp­tur des Rott­wei­ler Künst­lers bewun­dern kön­nen, son­dern auch das inzwi­schen kom­plett bun­te Fir­men­ge­bäu­de, denn auch das hat Tobi­as Kam­me­rer gestal­tet. 2199 Qua­drat­me­ter Fir­men­wand hat er bemalt, ”ich glaub, das ist das größ­te Gemäl­de, das ich ken­ne.” Ent­stan­den ist es in mehr als zwei Jahr­zehn­ten: Zunächst war es die Fir­men­hal­le in nato-oliv, die Die­ter und Astrid Hepp­ler erstan­den hat­ten, nach­dem die bis­he­ri­ge Hal­le in Tunin­gen zu klein gewor­den war für die CNC-Dre­he­­rei. Durch Zufall lern­ten die Hepp­lers Tobi­as Kam­me­rer ken­nen, der bis dahin haupt­säch­lich Kir­chen und sakra­le Gebäu­de aus­ge­stal­tet hat­te.

Ein aqua­­rell-ähn­­li­ches Gemäl­de an einem Rott­wei­ler Haus gefiel dem Unter­­neh­­mer-Ehe­­paar so gut, dass sie beschlos­sen, Tobi­as Kam­me­rer die Wand ihres Fir­men­ge­bäu­des zu über­las­sen. Und als in den letz­ten Jah­ren zwei Anbau­ten in Spai­chin­gen nötig wur­den, durf­te der Rott­wei­ler Maler erneut ans Werk. Inzwi­schen ist die gesam­te Außen­flä­che und auch meh­re­re Wän­de im Inne­ren im typi­schen Kam­­me­­rer-Stil gestal­tet, und das Gan­ze wird jetzt noch gekrönt von der rie­si­gen Skulp­tur, von der sich Kam­me­rer am Mitt­woch ver­ab­schie­de­te.

Und mit leicht ver­schwitz­ten Hän­den. Denn die Skulp­tur ist eine der größ­ten, die er je gemacht hat. ”Ich denk, damit sind wir an eine phy­si­ka­li­sche Gren­ze gekom­men.” Um die Far­be ein­zu­bren­nen, muss­ten die Schei­ben extra nach Pader­born gebracht wer­den, einen so gro­ßen Ofen gibt es nur dort. Und jeder Trans­port ist mit Risi­ken ver­bun­den. Hän­gen sie an den Saug­näp­fen am Spe­zi­al­kran, reicht ein Wind­stoß, und alles bricht. Doch die drei Spe­zia­lis­ten, die am Mitt­woch zugan­ge waren, ver­ste­hen ihr Hand­werk. Und so schmückt ”Was die See­le sieht” nun die Fir­ma Hepp­ler in Spai­chin­gen.

 

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